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Marc Marquez und Pedro Acosta lieferten sich ein sehenswertes Duell

Foto: Getty Getty

Marc Marquez hat sein Comeback-Wochenende in Mugello mit dem siebten Platz im Grand Prix beendet. Am Samstag war der amtierende MotoGP-Weltmeister im Qualifying als Vierter der beste Ducati-Fahrer. Im Sprint kam er als Fünfter ins Ziel und war zweitbester Ducati-Fahrer.

Die reinen Ergebnisse waren für den 33-Jährigen an diesem Wochenende aber nebensächlich. "Für mich ist es nicht entscheidend, die beste oder zweitbeste Ducati zu sein", betont Marquez.

"Das Wichtigste für mich ist, dass ich das ganze Wochenende durchgezogen habe und der Ausgangspunkt meiner Rehabilitation auf dem Motorrad nicht schlecht war. Für mich war das Wichtigste, dass dieses Taubheitsgefühl nicht mehr da war."

"Ich hatte ein neues Gefühl im Arm, und das war für mich entscheidend, genau dafür war die Operation da." Schon nach dem Sprint bemerkte Marquez eine entscheidende Änderung zu den Rennen vor dem Eingriff an der rechten Schulter.

Dabei entfernten die Ärzte zwei beschädigte Schrauben. Eine hatte auf einen Nerv im rechten Arm gedrückt. "Nach dem Sprint war ich in der Lage, meine Notizen aufzuschreiben", schildert Marquez. "Das ist kein Witz!"

"In den letzten Rennen konnte ich nach dem Sprint nicht einmal auf ein Blatt Papier schreiben, weil meine Hand gezittert hat. Das zeigt, dass sich der Nerv wieder normalisiert." Genau das war für ihn die wichtigste Erkenntnis in Mugello.

Packendes Duell mit Pedro Acosta

Im Grand Prix lieferten sich Marquez und Acosta (KTM) ein packendes Duell in der Verfolgergruppe. Wenn Acosta überholte, konterte Marquez sofort und verteidigte sich lange gegen seinen künftigen Teamkollegen bei Ducati.

"Ich wusste, dass ich diesen Kampf verlieren würde, aber ich habe mir gesagt: Wenn ich meine Haut verkaufe, dann so teuer wie möglich", sagt Marquez über das Duell. "Ich habe mit einem besseren Motorrad gegen Acosta gekämpft."

"Deshalb habe ich mich auf den Kampf eingelassen. Ich habe versucht, meine Erfahrung zu nutzen und mich in den ersten beiden Sektoren zu verteidigen. In den beiden Arrabiata-Kurven war ich dann sehr langsam."

"Ich war dort vorsichtig, weil ich weiß, dass kleine Fehler dort große Folgen haben können. Ich habe mich dort nicht zu 100 Prozent sicher gefühlt, und ein kleiner Fehler kann eine schwere Verletzung verursachen. Deshalb war ich dort vorsichtig."

Acosta bezeichnet das Duell um den vierten Platz auf Augenhöhe. "Aus meiner Sicht war es gut. Hart, aber trotzdem gut. Gute Überholmanöver, ein richtig starker Kampf mit Marc", sagt der KTM-Fahrer.

"Ich konnte lange hinter ihm fahren und sehen, wie er ein Rennen managt - mit all seiner Erfahrung. Es ist immer schön, gegen Marc zu kämpfen. Ich habe versucht, ihn einmal zu überholen, er hat sofort gekontert."

"Dann bin ich eine Zeit lang hinter ihm geblieben, um zu verstehen, was er anders macht. Mir war klar, dass die Fahrer hinter mir mich früher oder später einholen würden - das passiert in jedem Rennen, das ist nichts Neues."

"Ich habe versucht zu verstehen, was Marc anders macht, seine Linien zu studieren. In den Kurven 10, 8, 9 ist es viel einfacher, wenn man hinter jemandem fährt. Es war ziemlich interessant, hinter Marc zu fahren und zu sehen, was er macht."

Kraft lässt nach: Marquez muss Tempo drosseln

In der Schlussphase zogen noch Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) und Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) an den beiden Spaniern vorbei. Acosta konnte schließlich Marquez überholen und wurde Sechster.

Das lag auch daran, dass Marquez im letzten Renndrittel das Tempo drosseln musste: "Ich habe einfach alles gegeben, bis mein Körper beziehungsweise mein rechter Arm gesagt hat: Okay, stopp."

"Ich erinnere mich noch, dass ich mich extrem müde gefühlt habe. Dann habe ich auf die Boxenmauer geschaut und gesehen, dass noch zehn Runden übrig waren. Das war schon ein bisschen frustrierend."

"Im Moment ist das Fahren auf dem Motorrad echte Arbeit. Ich genieße es nicht, unter diesen Bedingungen zu fahren", sagt Marquez. "Es ist harte Arbeit, um mich für die Zukunft zu verbessern, um es dann in Zukunft wieder genießen zu können."

"Wenn ich hier bin, dann weil ich meine Karriere fortsetzen will. Dieses Jahr genieße ich es nicht, aber im vergangenen Jahr hatte ich viel Freude. Also will ich es weiter versuchen."

"Dann werden wir sehen, wie meine körperliche Verfassung in Zukunft sein wird. Aber wenn ich hier bin, dann nicht, um um den WM-Titel zu kämpfen und Punkte mitzunehmen. Ich bin hier, um meine Karriere zu verlängern."

Alles hängt davon ab, wie sich die Kraft in der rechten Schulter in den kommenden Wochen weiterentwickeln wird. "Ich werde versuchen, den Arm ans Limit zu bringen, und dann sehen wir, wohin mich das führt", blickt er voraus.

"Niemand kann sagen, dass ich in Zukunft wieder auf das Niveau von früher zurückkomme. Aber ich werde es versuchen. Man kennt meine Einstellung. Ich bin bereit, es zu versuchen, dann sehen wir weiter."

"Ich möchte nicht aufgeben, ohne es versucht zu haben." Dennoch ist Marquez klar, wie seine Gesamtsituation aussieht: "Das Motorrad hat Potenzial. Ich bin nur noch nicht in der Lage, dieses Potenzial voll auszuschöpfen."

"Aber das Motorrad hat das Potenzial, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen", ist er überzeugt. Nach Mugello ist Marquez WM-Achter. Sein Rückstand auf Aprilia-Ass Marco Bezzecchi beträgt 102 Punkte.

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