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Martin bei Aprilia zurück zu alter Stärke: Was bedeutet das für seine Zukunft?

Ist Jorge Martin wieder ein Titelkandidat, und war der geplante Wechsel zu Yamaha vielleicht vorschnell? Nach seinem Podesterfolg mit Aprilia spricht er Klartext

Martin bei Aprilia zurück zu alter Stärke: Was bedeutet das für seine Zukunft?

Jorge Martin feierte in Brasilien sein erstes Podest seit dem Saisonfinale 2024

Foto: Getty Getty

Bereut Jorge Martin womöglich schon seine (noch nicht offiziell bestätigte) Entscheidung, ab 2027 zu Yamaha zu wechseln? Nach seinem starken Auftritt beim Brasilien-Grand-Prix wirkt diese Frage zumindest nicht mehr ganz abwegig.

Denn was der Weltmeister von 2024 gemeinsam mit Aprilia auf die Strecke brachte, war mehr als nur ein Achtungserfolg. Nach langer Verletzungspause meldete sich Martin eindrucksvoll zurück: Platz drei im Sprint, Rang zwei im Grand Prix - sein erstes Podium für Aprilia und das erste seit rund eineinhalb Jahren.

Entsprechend groß war die Erleichterung. "Ich bin wirklich, wirklich glücklich. Vor dem Wochenende hätte ich nicht erwartet, hier zu sein", sagt er. Gemeinsam mit Aprilia habe er "einen unglaublichen Job gemacht" und sich im Verlauf des Grand-Prix-Wochenendes von Samstag auf Sonntag deutlich steigern können.

Martin noch nicht wieder bei 100 Prozent

Dabei lief das Rennen nicht einmal perfekt. In den ersten Runden habe er Zeit verloren, weil er im Pulk festhing. Doch mehr als Platz zwei sei ohnehin nicht drin gewesen, gibt der Spanier zu. Sein Teamkollege Marco Bezzecchi, der mit über drei Sekunden Vorsprung gewann, befinde sich aktuell "auf einem unglaublichen Level".

Trotzdem überwog die Freude: Endlich wieder ein Podium, endlich wieder ganz vorne dabei. Doch bedeutet dieses Ergebnis schon, dass Martin wieder voll da ist - körperlich wie fahrerisch? Nicht ganz. Er selbst erklärt: Nach Thailand sei er "viel besser", damals habe er sich bei etwa 85 Prozent gesehen, jetzt eher bei 95.

"Ich habe noch ein bisschen Probleme mit der Hand und der Schulter", gesteht er, vor allem fehle ihm aber noch das perfekte Gefühl für die Aprilia. Teilweise fahre er noch zu verkrampft, was ihn ausbremse. Immerhin: "Mit jeder Runde wird es besser." Spätestens in ein bis anderthalb Monaten wolle er wieder auf Topniveau sein.

So schwer war Martins Kampf zurück

Bereits nach dem Sprint hatte Martin angedeutet, dass der Weg zurück noch nicht abgeschlossen sei. Er wolle die schwierige Vorsaison zwar hinter sich lassen, habe daraus aber wichtige Lehren gezogen. Gleichzeitig betont er, dass noch Arbeit vor ihm liege, sowohl körperlich als auch in der Abstimmung mit dem Bike. "Ich bin wirklich glücklich über das Podium, aber wir müssen weiter hart arbeiten", stellt er klar.

Sein Comeback ordnet Martin selbst als besonders herausfordernd ein. Vergleiche mit seiner Rückkehr 2021 in Portimao seien schwierig: Damals sei er jünger gewesen, hungriger auf Siege. Heute, als Weltmeister, sei der Ansatz ein anderer.

Zudem habe er eine wahre Verletzungsodyssee hinter sich: "27 Knochenbrüche, fünf Operationen ... Das war viel härter als damals." Trotzdem habe er sich einmal mehr zurückgekämpft und wolle nun Schritt für Schritt wieder Selbstvertrauen aufbauen.

Yamaha-Deal vorschnell unterzeichnet?

Die Erwartungen im Titelkampf dämpft Martin trotz des starken Wochenendes. Aktuell fehle ihm noch die Konstanz über die Renndistanz, außerdem habe er schlicht zu wenig Erfahrung mit der Aprilia. Andere Fahrer seien "eins mit dem Motorrad", während er noch verstehen müsse, was das Bike braucht und wie er sich anpassen kann. Aber mit wachsendem Speed und Selbstvertrauen kommt er den Topfahrern jeden Tag näher.

Fabio Quartararo, Jorge Martin

Martin soll 2027 den Werksplatz von Fabio Quartararo bei Yamaha übernehmen

Foto: Getty Images South America

Und wie sieht es mit seiner Zukunft aus? Ändern solche Ergebnisse seine Pläne? Insidern zufolge hat er für 2027 ja bereits bei Yamaha unterschrieben. "Nein, das ändert überhaupt nichts", hält Martin fest. "Die Zukunft ist die Zukunft. Jetzt ist die Gegenwart. Ich möchte mich auf die Gegenwart konzentrieren."

Natürlich mache er sich Gedanken, doch sobald er eine Entscheidung getroffen habe, werde er auch zu 100 Prozent dahinterstehen. "Aber jetzt sind wir bei Aprilia, jetzt befinden wir uns in einer guten Phase, und es ist an der Zeit, den Moment zu genießen."

Rivola glaubt: Das ist erst der Anfang

Dass dieser Moment überhaupt möglich ist, liegt auch an der guten Arbeit des Teams - und an Martins außergewöhnlichem Talent, wie Aprilia-Rennchef Massimo Rivola betont. Für ihn kam der Erfolg weniger überraschend, schließlich sei Martin ein von Natur aus superschneller Fahrer und Doppelweltmeister, so Rivola.

Dennoch sei es ein emotionales Wochenende gewesen, mit zwei Podestplätzen "in einem so guten Stil". Der Aprilia-Boss ist überzeugt: "Was er in Thailand gezeigt hat, war beeindruckend. Was er hier gezeigt hat, war beeindruckend. Und was er in den nächsten Rennen zeigen wird, wird ebenfalls beeindruckend sein."

Ohne einen Sturz im Qualifying wäre vielleicht sogar noch mehr möglich gewesen, mutmaßt Rivola. Doch unabhängig davon sei klar: "Jorge ist sich auf dem Vormarsch". Und genau das könnte eine der spannendsten Entwicklungen der Saison werden.

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