Maverick Vinales vor Aprilia-Debüt: "Bin sehr hungrig und muss schnell lernen"

Wie Maverick Vinales in Aragon an sein erstes Rennen mit Aprilia herangeht - Aleix Espargaro glaubt, dass Aprilia bereit ist, um die Concession-Vorteile zu verlieren

Maverick Vinales vor Aprilia-Debüt: "Bin sehr hungrig und muss schnell lernen"

Am Donnerstag vor dem Grand Prix von Aragonien hatte Maverick Vinales seinen ersten großen, öffentlichen Auftritt als Aprilia-Fahrer. Das Kapitel Yamaha ist für den Spanier endgültig erledigt. "Für mich war es mehr eine Erleichterung, weil ich etwas anderes tun musste", hält Vinales fest. "Alles ist sehr schnell gegangen. Ich möchte nur noch über Aprilia sprechen."

"Ich bin hier, um Erfahrung zu sammeln und mich zu verbessern. Die beiden Testtage in Misano waren sehr gut. Dadurch ist auch eine große Last von meinen Schultern gefallen. Ich bin gefahren, habe es genossen und habe schon an Aragon gedacht. Meine Leidenschaft ist MotoGP."

"Ich bin aufgeregt, hungrig und motiviert, diese Geschichte mit Aprilia zu beginnen. Diese sechs Rennen sind ein Geschenk, damit wir die nächste Saison vorbereiten können. Es ist natürlich alles ganz anders. Ich muss viel lernen und ich muss schnell lernen."

Vinales muss nicht nur die RS-GP kennenlernen, sondern auch das komplette Aprilia-Team. Motorsportchef Massimo Rivola hat seinem neuen Fahrer eine neue Mannschaft zur Seite gestellt. Crewchief ist Giovanni Mattarollo.

Die weitere Truppe setzt sich zusammen aus: Luca Conti (Telemetrie), Nicolo Ceccato (Ingenieur), Roberto Simionato (Chefmechaniker), Simone Alessandrini (Mechaniker), Filippo Tognoni (Mechaniker), Gianluca Peretti (Mechaniker), Matteo Frigo (Dämpfung), Inigo Borja Garcia Nieto Guitart (Boxenassistent).

Maverick Vinales

Zwei Tage lang testete Maverick Vinales die RS-GP in Misano

Foto: Aprilia

Der dritte Platz von Aleix Espargaro in Silverstone hat das Feuer in Vinales "noch mehr" entfacht. Sein Wechsel zu Aprilia stand da aber bereits fest. "Aleix ist wichtig, musste mich aber nicht überzeugen. Ich vertraue ihm auch abseits der Motorräder sehr."

"Wir haben mehr darüber gesprochen, was wir schaffen können. Das hat mich überzeugt", sagt Vinales über seinen neuen Teamkollegen. Beide wohnen seit einigen Jahren in Andorra und verstehen sich privat sehr gut.

"Ich bin natürlich sehr glücklich, dass Maverick zu uns ins Team kommt", sagt Espargaro. "Er kommt zur besten Phase zum Aprilia-Projekt. Wir haben schon lange gesprochen, ob er nicht in Zukunft zu uns kommen will."

"Nach den Vorkommnissen in Österreich bin ich sehr glücklich, dass er wieder fahren kann. Wir sind jetzt ein starkes Team und ich denke, wir haben eine gute Zukunft vor uns. Natürlich wird es nicht einfach werden, weitere Fortschritte zu machen."

Könnte Aprilia noch in diesem Jahr die Regelvorteile verlieren?

Mit dem dritten Platz hat Aprilia einen "Concession-Punkt" gesammelt. Bei sechs Punkten sind die Vorteile im Reglement fort und die italienische Marke wäre mit allen anderen gleichgestellt. Die Motorentwicklung wäre über die Saison eingefroren und die Stammfahrer dürften weniger testen.

Bisher hatte Aprilia mit Espargaro nur einen schnellen Fahrer, nun hat man zwei. Könnten es Espargaro und Vinales in den restlichen sechs Rennen schaffen, oft genug auf das Podest zu fahren, um die Vorteile zu verlieren? Wäre Aprilia schon bereit für diesen Schritt?

Aleix Espargaro

Aleix Espargaro sieht Aprilia für die Zukunft stark aufgestellt

Foto: Motorsport Images

"Es war gut, diese Vorteile zu haben, damit wir uns verbessern und zu den anderen Marken aufschließen konnten", meint Espargaro. "Aber jetzt müssen wir mit den gleichen Regeln fahren. Wir haben gezeigt, dass wir gegen sie kämpfen können und auf einem guten Level sind. Deshalb ist die Zeit gekommen, den nächsten Schritt zu machen."

"Ich werde mein Bestes geben, damit wir diese Vorteile verlieren. Nicht, weil ich die Concessions nicht mag, sondern es würde bedeuten, dass ich in diesem Jahr ein Rennen gewinne oder noch drei Podestplätze schaffe. Und dafür gebe ich alles."

"Das Level ist in der MotoGP sehr hoch, aber diese Herausforderung ist sehr schön. Maverick und ich sind dafür bereit", glaubt Espargaro. In der Konstrukteurswertung ist Aprilia auf dem sechsten und letzten Platz. Auf Honda davor fehlen 31 WM-Punkte.

Zunächst muss Vinales an diesem Wochenende im MotorLand Aragon die RS-GP unter dem Druck eines Rennwochenendes kennenlernen. "Ich war eine Weile weg, aber ich denke, ich werde gut zurückkommen", zeigt er sich optimistisch. "Nach den beiden Testtagen habe ich mich gut gefühlt."

"Jetzt kann ich Erfahrung an einem Rennwochenende sammeln. Wir müssen lernen. Das ist die Priorität. Deshalb gab es keinen Grund, daheim zu bleiben. In diesen Rennen müssen wir hart arbeiten, damit ich mich rasch auf das Motorrad einstelle. Die Drehmomentkurve ist ganz anders. Darauf muss ich mich einstellen."

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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