MotoGP
"Meine beste Entscheidung": Bastianini freut sich auf Trackhouse-Aprilia
Nach zwei Jahren bei KTM wagt Bastianini den Neustart bei Aprilia - Er erklärt, warum ihn das Trackhouse-Team überzeugt hat - Die Hoffnung: zurück an die Spitze
Gerald Dirnbeck
Veröffentlicht: 04.09.2026, 15:06
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Trackhouse-Chef Justin Marks und Enea Bastianini
Foto: Trackhouse Trackhouse
Enea Bastianini schlägt in der MotoGP-Saison 2027 ein neues Kapitel seiner Karriere auf. Nach zwei Jahren bei Tech3-KTM wechselt der Italiener zu Aprilia und übernimmt im Trackhouse-Team den Platz von Ai Ogura, der zu Yamaha wechseln wird.
Nach Ducati und KTM wird Aprilia die dritte Marke für Bastianini sein, mit der er in der MotoGP an den Start gehen wird. Schon in den vergangenen beiden Jahren gab es Gerüchte, er könnte ein Kandidat bei Aprilia sein.
Schon 2024, als feststand, dass er das Ducati-Werksteam verlassen muss, wurde er mit Aprilia in Verbindung gebracht. Das galt auch in diesem Jahr. Er wurde als Kandidat gehandelt, um eventuell den Platz von Jorge Martin zu übernehmen.
Das Werksteam entschied sich jedoch schließlich für Francesco Bagnaia. Nun klappte es dennoch mit einem Wechsel zu Aprilia, wenn auch "nur" ins Satellitenteam Trackhouse. Bastianini unterschrieb einen Zweijahresvertrag.
"Am Anfang der Saison habe ich viel über meine Zukunft nachgedacht", sagt Bastianini gegenüber MotoGP.com, "weil ich bei den Aprilia-Motorrädern ein gutes Potenzial gesehen habe."
"Ich dachte mir, das könnte jetzt mein Weg für die Zukunft sein. Wir haben sehr schnell, sehr früh angefangen zu reden, und danach hat sich der Prozess ein wenig in die Länge gezogen."

In Aragon zeigte Bastianini eine seiner berühmten Aufholjagden
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
KTM hatte bis zum 30. Juni eine einseitige Option, Bastianinis Vertrag zu verlängern. Das strebte KTM aber nicht an. Nachdem diese Frist verstrichen war, konnte der Italiener die Details mit Trackhouse formal klären.
"Ich bin sehr zufrieden damit, bei Trackhouse unterschrieben zu haben", sagt Bastianini. "Sie haben dieses Jahr viel Potenzial gezeigt, mit Ai, aber auch mit Raul haben wir das gesehen, auch in Silverstone."
"Deshalb bin ich begeistert. Auf der Motorradseite glaube ich auch, dass es eines der besten Motorräder für die Zukunft sein kann. Ich will versuchen, wieder ganz nach oben zurückzukommen. Ich glaube, das war meine beste Entscheidung."
Davide Brivio nennt das einzige Fragezeichen
Die Trackhouse-Fahrerpaarung für die kommenden beiden Jahre steht somit fest. Neben Bastianini wird Raul Fernandez bleiben. Angesichts seiner Performance erhielt er das weitere Vertrauen von Trackhouse-Chef Justin Marks.
"Enea ist ein Rennsieger", sagt Trackhouse-Teamchef Davide Brivio gegenüber MotoGP.com über die neue Verpflichtung. "Ich habe nicht so viel dazu beigetragen, da ich das Team verlasse."
"Heutzutage gibt es immer ein wenig Zweifel daran, ob sich ein Fahrer an ein anderes Motorrad anpassen wird. Manchmal haben wir sogar beim selben Hersteller gesehen, dass Fahrer von einem Jahr aufs andere Schwierigkeiten hatten."
"Das ist also immer eine Art Fragezeichen", räumt Brivio ein. "Aber sicher, Enea hat sehr viel Erfahrung, er ist Rennsieger, er ist [Moto2-] Weltmeister, deshalb glaube ich, dass er eine gute Wahl für Trackhouse ist."
Raul Fernandez: "Muss mehr Italienisch lernen"
Aprilia tritt in den nächsten beiden Jahren mit drei Italienern an. Im Werksteam sind das Marco Bezzecchi und Bagnaia, bei Trackhouse Bastianini. Dazu kommt mit Fernandez ein Spanier.
"Vielleicht muss ich für nächstes Jahr ein bisschen mehr Italienisch lernen", lacht Fernandez bei dieser Aussicht. "Aber ja, ich glaube, Enea ist ein sehr starker Fahrer. Ich denke, mit dem neuen Reifen wird er für seinen Fahrstil schnell sein."
Bastianini und Bagnaia waren 2023 und 2024 Kollegen im Ducati-Werksteam. Nun werden sie bei Aprilia wieder aufeinandertreffen. Der Vergleich wird zeigen, wer sich schneller an die neue RS-GP mit 850 Kubikzentimeter Hubraum gewöhnt.
"Ich denke, 'Pecco' und ich bringen beide sehr viel Erfahrung von unterschiedlichen Motorrädern mit. Er hat sehr viel Zeit bei Ducati verbracht, und ich bin die letzten zwei Jahre hier bei KTM geblieben", vergleicht Bastianini.
"Wir werden mit der 850er unterwegs sein und auch mit einem anderen Reifen. Für alle wird das etwas Neues sein, und ich freue mich darauf. Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich zuversichtlich bin, gut zu diesem Motorrad zu passen."
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