Michelin bestätigt: Ducati belastet Hinterreifen stärker als Aprilia
Die Ducati-Fahrer spüren es, die Daten belegen es - Jetzt hat auch Michelin die Schwachstelle der Desmosedici bestätigt - Aprilia hat das bessere Motorrad
Ducati hat bisher das Nachsehen gegenüber Aprilia gehabt
Foto: Icon Icon
Nach den ersten drei MotoGP-Rennwochenenden 2026 wurde Ducati klar, dass man momentan hinter Aprilia zurückliegt. Die Fahrer nannten einen konkreten Aspekt, der es für sie mit der Desmosedici über die Renndistanz schwierig macht, konkurrenzfähig zu bleiben.
Sie beschrieben, dass man mit der Ducati derzeit "alles über das Hinterrad" machen muss. Die Balance für das Vorderrad muss besser werden, damit die Fahrer härter bremsen und über das Vorderrad mehr Geschwindigkeit in die Kurve mitnehmen können.
Im Qualifying ist das mit neuen, weichen Reifen kein so großes Problem. Der Nachteil wirkt sich vor allem über die Renndistanz aus, weshalb Ducati in den ersten drei Grands Prix am Sonntag keine Chance gegen die Pace von Aprilia hatte.
Diese Analyse teilt auch Michelin-Manager Piero Taramasso: "Es stimmt, dass Ducati den Hinterreifen etwas stärker belastet. In dieser Situation entstehen auch Vibrationen, wenn der Reifen abbaut. Es ist klar, dass sie noch die richtige Balance finden müssen."
"Der Rückstand auf Aprilia ist derzeit vorhanden, das ist offensichtlich", sagt der Italiener auf Grundlage der Michelin-Analysen gegenüber Motorsport.com Italien, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.
"Außerdem ist Marquez körperlich noch nicht bei 100 Prozent", spricht Taramasso ein weiteres Thema an. "Man sieht, dass er nicht frei fährt. Vielleicht wird ihm die Pause vor Jerez helfen, sich zu erholen, und sie könnte auch Ducati nutzen, um auf technischer Ebene etwas zu finden."
Härtere Karkasse kein entscheidender Vorteil für Aprilia
Besonders nach den ersten beiden Saisonrennen in Thailand und Brasilien gab es Stimmen, die argumentierten, dass der Aprilia-Vorteil auf die härtere Karkasse zurückzuführen sei, die Michelin für diese beiden Rennstrecken lieferte.
Taramasso widerspricht dieser Theorie jedoch: "Ich habe immer gedacht, dass das nicht der Grund war, denn wir bieten die steifere Karkasse schon seit mehreren Saisons an. Daher weiß jeder, wie man sie interpretiert und wie man am Set-up arbeitet. Auch die Fahrer haben sich daran gewöhnt."

Piero Taramasso bestätigt die Eindrücke der Ducati-Fahrer
Foto: Mirco Lazzari gp/Getty Images
Deshalb lautet seine Erkenntnis nach dem Rennwochenende in Austin: "Im Moment hat Aprilia auf Ebene des Motorrads schlicht etwas mehr." Die Fortschritte zeigten sich vor allem auf dem Circuit of The Americas anhand der Rundenzeiten.
Im Qualifying wurde ein neuer Streckenrekord aufgestellt. Die Siegerzeit im Sprint lag zehn Sekunden unter dem bisherigen Rekord, die Siegerzeit im Grand Prix sogar 19 Sekunden darunter. Das heißt, im Schnitt wurde um eine Sekunde pro Runde schneller gefahren.
Dies war im Winter so nicht erwartet worden, denn 2026 wurde als Übergangssaison für 2027 betrachtet. Weil die Ingenieure im Hintergrund intensiv an den Motorrädern für das neue technische Reglement arbeiten, wurden keine derartigen Fortschritte erwartet.
"Eigentlich hatte ich es ein wenig erwartet", meint Taramasso bezüglich der Rundenzeiten, "denn sicherlich hatten alle noch technische Lösungen in der Schublade. Und wenn sie diese in diesem Jahr nicht verwendet hätten, wären sie ins Leere gelaufen."
"Also, sagen wir, ich hatte damit gerechnet, ziemlich unterschiedliche Motorräder zu sehen, aber vielleicht nicht, dass sie einen so großen Schritt machen würden."
Für Michelin ist es die letzte MotoGP-Saison, bevor Pirelli kommt. Ab 2027 übernimmt der französische Reifenhersteller dafür die Superbike-WM.
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