Miguel Oliveira: Warum sich der Schritt in die Superbike-WM jetzt richtig anfühlt
Miguel Oliveira verlässt die MotoGP 2026 in Richtung Superbike-WM - Ein Wechsel, den der Portugiese auch zugunsten seiner Familie als Chance sieht
Miguel Oliveira hofft auf weniger Terminstress im Superbike-Paddock
Foto: Getty Getty
Miguel Oliveira wird 2026 in die Superbike-Weltmeisterschaft wechseln, und auch wenn er bis zuletzt um einen Platz in der MotoGP gekämpft hat, sieht der Portugiese in diesem Schritt durchaus Vorteile. Vor allem der enorme Umfang des MotoGP-Kalenders habe ihn zuletzt zum Nachdenken gebracht.
"In meinem Leben wollte ich immer das Beste aus allem herausholen. Ich wurde ziemlich jung Vater, weil ich das wollte", erklärt Oliveira. Doch die Doppelrolle aus internationalem Rennsport und Familienleben sei schwer zu vereinbaren.
"Es ist nicht einfach, eine Familie zu haben, aber wirtschaftlich musst du in einer privilegierten Position sein, damit die Mutter sich den Kindern widmen kann. Du hältst damit ihre Träume, ihr Leben für eine Zeit lang zurück." Und gleichzeitig sei er selbst ständig unterwegs, reise von einem Rennwochenende zum nächsten.
Als Superbike-Pilot mehr Zeit für die Familie
"Woche für Woche bist du unterwegs, während sie zu Hause alles am Laufen hält. Finanziell musst du dafür gut aufgestellt sein," weiß der fünffache MotoGP-Rennsieger.
Dabei gibt Oliveira offen zu, dass er sich zuletzt oft gefragt habe, ob es den Preis wert sei, so viel Zeit im Jahr von seinen Kindern und seiner Frau getrennt zu verbringen. "Vielleicht kann ich mit ein bisschen weniger Geld und deutlich weniger Rennen glücklicher sein, genauso wie meine Frau und Kinder auch", sagt er.
Für ihn sei es entscheidend, das Leben als Ganzes zu betrachten. "Und da sind 25 Rennen nicht ideal. Wenn man das wirklich tun will, muss man sich zu 100 Prozent sicher sein."
Genau diese Sicherheit habe er zuletzt infrage gestellt, und der kompaktere Superbike-Kalender biete ihm nun die Chance auf ein normaleres Familienleben. Doch auch sportlich gesehen sei der Wechsel für ihn kein Rückschritt, sondern eine neue Chance.
Oliveira hat Honda-Chance nie nachgetrauert
In dem Zusammenhang blickt Oliveira auch auf eine Entscheidung aus der Vergangenheit zurück: Vor zwei Jahren hätte er die Gelegenheit gehabt, Marc Marquez im Honda-Werksteam zu ersetzen. Rückblickend bereut er es jedoch nicht, abgelehnt zu haben.
"Ich hatte für diese Saison einen Vertrag mit Aprilia und sagte ihnen, dass ich einen diesen nicht für einen Einjahresvertrag brechen könne, weil ich damit die Beziehung beschädigen würde. Ich brauchte einen Vertrag über mindestens zwei Jahre, den sie mir aber nicht angeboten haben", erklärt Oliveira die Situation.
Der Portugiese betont: "Es lag ohnehin nicht in meiner Natur, einen Vertrag zu brechen, nur um den Platz zu wechseln, und daher sah ich kein Potenzial darin, dorthin zu wechseln."
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