Miller: "Wir hatten keine Ahnung, was uns erwartet"

Jack Miller erklärt, warum er gegen Miguel Oliveira im Regen von Buriram keine Chance hatte und schätzt bei nur noch 40 Punkten Rückstand seine WM-Situation ein

Miller: "Wir hatten keine Ahnung, was uns erwartet"
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Eine Woche nach seinem ersten MotoGP-Saisonsieg 2022 in Motegi (Japan) fuhr Ducati-Pilot Jack Miller auch beim Grand Prix von Thailand in Buriram rundenlang auf Siegkurs. Zu Beginn der zweiten Rennhälfte aber wurde er von KTM-Pilot Miguel Oliveira überholt und kam anschließend nicht mehr an diesem vorbei. Ins Ziel kam Miller mit weniger als einer Sekunde Rückstand auf Oliveira als Zweiter.

Ins Rennen ging Miller vom siebten Startplatz, nachdem er im Qualifying am Samstag seinen zweiten Q2-Run nicht hatte fahren können, weil es an seiner Ducati ein Motorproblem gegeben hatte. Daraufhin musste das Triebwerk gewechselt werden. Dass es vor dem Start zum Rennen am Sonntag anfing zu regnen, bereitete Miller derweil keine Sorgen.

Der Australier ist einer der absoluten Regenspezialisten im aktuellen MotoGP-Feld und immer dann besonders stark, wenn die Bedingungen wechselhaft sind. Aber: Dass es an diesem Wochenende bis zum Rennstart keine einzige Runde auf feuchter oder gar nasser Strecke gegeben hatte, das war auch für Miller eine Herausforderung.

Millers Ducati im flüssigen Streckenteil "nicht ideal"

"Wir hatten keine Ahnung, was uns erwartet. Die zwei Besichtigungsrunden waren alles", sagt Miller und spricht damit auf die zwei Runden aus der Box in die Startaufstellung an. Anschließend gab es noch die obligatorische Einführungsrunde direkt vor dem Start. Nach dieser aber kann am Bike bekanntlich nichts mehr verändert werden.

"Im flüssigen Teil der Strecke ab Kurve 5 hatte ich nicht das beste Fahrgefühl", berichtet Miller und scherzt in Anspielung auf seinen Crewchief Christian Pupulin: "Ich wünschte, er würde ein bisschen mehr auf mich hören. Ich habe ihm nämlich schon während der Besichtigungsrunden gesagt, dass sich das Bike in diesem Teil der Strecke nicht ideal anfühlt."

Jack Miller, Miguel Oliveira

Letzten Endes musste sich Miller gegen Oliveira und dessen KTM geschlagen geben

Foto: Motorsport Images

"Miguel hingegen", so Miller mit Verweis auf Miguel Oliveira, "war in diesem mittleren Teil der Strecke superstark." Als der angesprochene Oliveira gegen Halbzeit des Rennens seinen ersten Angriff auf Miller setzte, konnte der Ducati-Pilot noch kontern. Dem zweiten Angriff des KTM-Piloten in Kurve 12 hatte er aber nichts mehr entgegenzusetzen.

"Es war ein langes Rennen, das wirklich an die Substanz ging", sagt Miller und verrät: "In der Schlussphase wollte ich noch einmal angreifen. Ich hatte extra das Mapping für den Motor umgestellt, weil ich so gerne direkt noch einmal gewonnen hätte. Aber im letzten Sektor war Miguel einfach zu stark. Als ich es in Kurve 8 probierte, kam ich ein bisschen von der Linie ab und das war's. In der letzten Kurve war ich dann einfach zu weit weg."

Vor Hochzeit und Heimrennen: Nur noch 40 Punkte Rückstand

Als nächstes steht Millers Heimrennen an, der Grand Prix von Australien auf Phillip Island. Bevor "Jackass" zum ersten und gleichzeitig letzten Mal als Ducati-Werkspilot vor heimischem Publikum fahren wird, gibt er seiner Verlobten Ruby Mau das Ja-Wort.

Und: In der MotoGP-Gesamtwertung 2022 hat Miller jetzt nur noch 40 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Fabio Quartararo, der in Buriram ohne WM-Punkte blieb. Rechnet sich Miller sogar noch Chancen auf den WM-Titel aus? Schließlich sind in dieser Saison noch maximal 75 Punkte zu holen.

"Wir sind in diesem Kampf noch dabei, aber das wird ganz schwer", schätzt Miller die WM-Situation realistisch ein. Damit meint er nicht nur seinen eigenen Rückstand von 40 Punkten, sondern auch die Tatsache, dass Ducati-Teamkollege Francesco Bagnaia nach P3 in Buriram, was unter anderem auch dank Millers Rat zustande kam, nur noch zwei Punkte hinter Quartararo zurückliegt.

"Solange wir den WM-Titel nach Bologna bringen, ist alles in Ordnung", grinst Miller.

Podium: 1. Miguel Oliveira, 2. Jack Miller, 3. Francesco Bagnaia

Miller hat in der WM mit P2 aufgeholt, aber Francesco Bagnaia mit P3 erst recht

Foto: Motorsport Images

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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