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MotoGP Brünn: Dovizioso gewinnt packenden Dreikampf

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MotoGP Brünn: Dovizioso gewinnt packenden Dreikampf
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Mario Fritzsche
05.08.2018, 12:45

Andrea Dovizioso fährt beim Grand Prix von Tschechien zum Sieg vor Jorge Lorenzo und Marc Marquez - Stefan Bradl stürzt mit zwei weiteren Piloten in erster Runde

1. Andrea Dovizioso, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team, Andrea Dovizioso, Ducati Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team
Andrea Dovizioso, Ducati Team, Jorge Lorenzo, Ducati Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team
Andrea Dovizioso, Ducati Team, Jorge Lorenzo, Ducati Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team
Podium: 1. Andrea Dovizioso, 2. Jorge Lorenzo, 3. Marc Marquez
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Danilo Petrucci, Pramac Racing
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Alvaro Bautista, Angel Nieto Team
Andrea Iannone, Team Suzuki MotoGP
Alex Rins, Team Suzuki MotoGP
Jack Miller, Pramac Racing
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Hafizh Syahrin, Monster Yamaha Tech 3
Aleix Espargaro, Aprilia Racing Team Gresini
Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Stefan Bradl, HRC Honda Team

Andrea Dovizioso (Ducati) hat den Grand Prix von Tschechien in Brünn und damit das zehnte Rennen der MotoGP-Saison 2018 für sich entschieden. Der Italiener setzte sich in einem engen Rennen gegen seinen Ducati-Teamkollegen Jorge Lorenzo und WM-Spitzenreiter Marc Marquez (Honda) durch. Für "Dovi" ist es der zweite Saisonsieg 2018 nach dem Auftaktrennen, dem Grand Prix von Katar.

Fotos: MotoGP in Brünn

Ergebnisse: MotoGP in Brünn

Dovizioso, Lorenzo und Marquez kristallisierten sich als die stärksten Fahrer in einem spannenden Rennen heraus, in dem mehrere Fahrer in der Spitzengruppe mitmischten. In den letzten Runden war aber klar, dass der Sieg zwischen diesen Dreien ausgemacht wird. Dovizioso hielt seit der elften von 21 Runden die Spitze gefolgt von Marquez. Lorenzo musste sich erst noch an Cal Crutchlow (LCR-Honda) vorbei kämpfen, ehe er Druck auf die beiden Spitzenreiter ausüben konnte.

Aggressivem Lorenzo kommt Marquez in die Quere

Mit einer bisher selten gesehenen Aggressivität ging der fünfmalige Weltmeister zu Werke. Sein Spezial-Move: In die Links-Rechts-Passagen ließ er seine Desmosedici schnell hineinlaufen, um in der Rechtskurve innen zu attackieren. So versuchte er sogar einen Doppelangriff auf Marquez und Dovizioso: Innen in Kurve 13 an Marquez vorbei, dann Anlauf auf Dovi, der aber auf der Stelle konterte. Immerhin war Lorenzo damit drei Runden vor Schluss Zweiter und vorbei an Marquez.

 

Gegen seinen Teamkollegen versuchte er in den letzten Runden mehrfach diese Attacke in den zahlreichen Links-Rechts-Passagen, doch jedes Mal, wenn er vorbeikam, konterte Dovizioso auf der Stelle, indem er die Linie kreuzte und besser herausbeschleunigte. Lorenzos neue Aggressivität schien ihn dabei kaum zu beeindrucken. Der erklärt seine ganz untypische Herangehensweise: "Diesmal habe ich es vorgezogen, zu Beginn etwas langsamer zu machen, um auf Platz drei oder vier zu fahren. Da habe ich den Reifen geschont, um am Ende attackieren zu können. Die Strategie hat also diesmal gepasst."

Allerdings hat er die Rechnung ohne Marc Marquez gemacht, ein verhägnisvoller Fehler: Dieser durchkreuzte ihm in der letzten Runde die Strategie nämlich komplett, als der WM-Spitzenreiter begann, Lorenzo zu beharken. "Nachdem er angefangen hat, mich zu attackieren, konnte Dovi vorne etwas wegziehen. Daher konnte ich ihn nicht mehr angreifen", sagt Lorenzo. Er war sichtlich etwas genervt von den Attacken von Marquez, weiß aber auch, dass dieser jedes Recht dazu hatte. Deshalb spricht er von einem "spektakulären Rennen", das er "sehr genossen" habe.

 

Dovizioso machte keine Fehler mehr und fuhr den Sieg nach Hause. "Alle hatten Probleme mit dem Hinterreifen, alle mussten sehr sanft fahren. Ich kam perfekt zurecht damit. Was für ein Wochenende! Ich habe wirklich nicht erwartet, so schnell zu sein", freut er sich über seinen 19. Karrieresieg.

Marquez konnte nach mehreren vergeblichen Versuchen, an Lorenzo vorbeizukommen, dem Ducati-Doppelerfolg nur zusehen. Dennoch ist er zufrieden: "Das Ziel dieses Wochenende war, den Vorsprung in der Weltmeisterschaft auszubauen. Das haben wir geschafft. Heute waren die Ducatis etwas besser. Es war sehr schwierig, gegen sie zu kämpfen, da ihre Beschleunigung so stark war. Auch auf der Bremse waren sie stark. Ich bin für die Zukunft zuversichtlich, da wir auf dieser Strecke normalerweise immer große Probleme haben - und jetzt stehe ich auf dem Podium. Bessere Rennen werden noch kommen."

 

Rossi leistet Führungsarbeit

Auf der vierten Position kam Valentino Rossi (Yamaha) ins Ziel. Dem "Doktor" war zu Beginn des Rennens der Holeshot gelungen und er führte über weite Strecken der ersten Hälfte das Rennen sogar an. Als einziger Fahrer der Spitzengruppe war er auf dem Medium-Vorderradreifen unterwegs, während alle anderen den Harten nahmen. Womöglich fiel er deshalb in der zweiten Rennhälfte etwas ab und musste erst Dovizioso und Marquez, später auch Lorenzo und sogar noch Crutchlow durchlassen. Dessen vierten Platz holte er sich in der letzten Kurve des Rennens zurück. Sein Rückstand auf den Sieger: Knapp drei Sekunden.

 

Hinter Crutchlow waren alle anderen Fahrer Statisten in einem Rennen, in dem die Spitzengruppe alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) wurde Sechster gefolgt von Johann Zarco (Tech-3-Yamaha), Dani Pedrosa (Honda), Alvaro Bautista (Nieto-Ducati) und Andrea Iannone (Suzuki).

Stefan Bradls (Honda) Rennen währte nur kurz: Schon in Kurve 3 in der ersten Runde kam es zu einer verhängnisvollen Kollision mit drei beteiligten Fahrern. Neben ihm wurden auch Maverick Vinales (Yamaha), dessen Saison damit einen neuen Tiefpunkt erreicht hat, und Bradley Smith (KTM) in den Unfall verwickelt. Die Rennleitung hat eine Untersuchung angekündigt.

 

Im weiteren Verlauf des Rennens stürzte auch Scott Redding (Aprilia). Tito Rabat (Avintia-Ducati) fiel mit technischem Defekt aus. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) verfehlte die Punkteränge als 16. um viereinhalb Sekunden. Pol Espargaro (KTM) musste nach Sturz im Warmup auf das Rennen verzichten.

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