MotoGP 2018: Marc Marquez sieht sieben Titelanwärter

Der jüngste MotoGP-Test hat gezeigt, wie eng die Leistungsdichte ist, entsprechend lang schätzt Weltmeister Marc Marquez die Liste möglicher Titelkonkurrenten ein

Als amtierender MotoGP-Weltmeister zählt Honda-Pilot Marc Marquez in der anstehenden Saison natürlich zum engeren Favoritenkreis auf den Titel. Nach dem jüngsten Test in Sepang äußerte sich der Spanier positiv über die Fortschritte an seinem Bike, blickte mit einem Auge aber auch immer auf die Konkurrenz, die sich ebenfalls stark präsentierte. Nach drei Tagen trennten die Top 10 gerade einmal 0,681 Sekunden.

Bei einem Promotion-Event von Repsol Honda in Madrid diese Woche blickte Marquez zurück: "In Malaysia war ich nicht der Schnellste, obwohl wir ein ziemlich schnelles Tempo hatten. Mir ging es gut. Aber es gibt keine Favoriten." Das Niveau sei extrem hoch und ausgeglichen. Oft wechselten die Fahrer an der Spitze ab. "Ich bin der aktuelle Champion, aber in Katar fangen wir alle bei Null an", sagt er gegenüber 'Marca'.

Vor allem von Jorge Lorenzo (Ducati) zeigt sich Marquez beeindruckt. Schon die vergangene Saison habe er in einer starken Form beendet. Beim Sepang-Test stellt der Ducati-Pilot einen neuen inoffiziellen Streckenrekord auf. Für Marquez zählt er nicht nur deshalb zum Kreis der Titelkandidaten. "Es wäre nicht verwunderlich, wenn Lorenzo in Katar gewinnt", urteilt der Weltmeister mit Blick auf den Saisonauftakt.

Marquez zählt Zarco zum engeren Favoritenkreis

Auch seinen direkten WM-Verfolger aus dem Vorjahr, Andrea Dovizioso (Ducati), hat Marquez auf der Rechnung, wenn es um den Titelkampf geht. Insgesamt nennt er sieben mögliche Anwärter, darunter das Yamaha-Duo Valentino Rossi und Maverick Vinales, sein eigener Teamkollege Dani Pedrosa sowie Johann Zarco (Tech-3-Yamaha). Der Franzose hinterließ in seinem Rookie-Jahr bleibenden Eindruck.

"Zarco arbeitet hart an sich und hat im vergangenen gute Ergebnisse gezeigt. Ich schätze ihn als sehr stark ein", urteilt Marquez - und schließt sich damit Rossi an, denn auch er zählte Zarco jüngst zu den möglichen Titelkandidaten. Der Franzose selbst genießt es, von der Konkurrenz so hoch eingeschätzt zu werden, und gibt sich gewohnt angriffslustig: "Ich möchte von Beginn an um Siege kämpfen", sagt er.

Das gilt nicht minder für Marquez, der sich 2018 nicht an ein neues Bike, sondern auch Veränderungen im Team gewöhnen muss. Denn mit Alberto Puig ist ein neuer Teammanager an Bord. Für Marquez offenbar ein Glückgriff: Puig könne nicht nur auf technischer Ebene viel beitragen, sondern verstehe die Fahrer durch seine eigene Rennkarriere auch mehr, sagt er. Als aktiver Pilot fuhr er selbst sieben Jahre lang Honda.

Puig lobt Marquez: "Er macht den Unterschied"

Umgekehrt schwärmt auch Puig über Marquez. Im Gespräch mit 'Motorsport.com' analysiert der Spanier: "Er ist ein wirklich talentierter Fahrer, extrem talentiert, ein harter Typ und mental sehr stark. Ich denke, er macht den Unterschied, weil er immer konstant ist, und in einer so langen Saison ist die Konstanz ein Schlüsselfaktor. Er ist schnell, er ist jung und er verfügt über das nötige Selbstvertrauen."

So habe es Marquez auch 2017 trotz eines zwischenzeitlich großen Punkterückstands geschafft, sich zurück an die Spitze kämpfen. Für Puig ist das nicht nur ein Zeichen von innerer Stärke, sondern deutet auch auf ein starkes Team im Hintergrund hin: "Er hat eine sehr gute Gruppe um sich herum geschart, die ihn wie verrückt unterstützt, und das ist ein Plus. Es ist gar nicht so einfach, das zu schaffen."

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Rennserien MotoGP
Fahrer Marc Marquez
Teams Repsol Honda Team
Artikelsorte News
Tags Johann Zarco, ducati, honda, marc marquez, motogp, motogp 2018, prognose, titelkampf, yamaha