MotoGP 2018: Welcher Italiener wird Vizeweltmeister?

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MotoGP 2018: Welcher Italiener wird Vizeweltmeister?
Autor: Mario Fritzsche
Co-Autor: Oriol Puigdemont
25.10.2018, 12:55

Andrea Dovizioso oder Valentino Rossi: Wer die MotoGP-Saison 2018 hinter Champion Marc Marquez auf P2 beendet, bleibt anhand des Saisonverlaufs spannend

Marc Marquez steht seit dem Grand Prix von Japan als MotoGP-Weltmeister 2018 fest. Hinter dem Honda-Werkspiloten geht es aber noch spannend zu, denn Andrea Dovizioso (Ducati) hat als aktueller WM-Zweiter nur noch neun Punkte Vorsprung auf Valentino Rossi (Yamaha). Noch sind drei Rennen zu fahren. Welcher der beiden Italiener holt sich am 18. November in Valencia den Vizetitel?

Andrea Dovizioso, Ducati Team; Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

Andrea Dovizioso, Ducati Team; Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

Foto: Gold and Goose / LAT Images

"Wir müssen in dieser letzten Phase der Saison auf Valentino aufpassen", ist Dovizioso vor dem Grand Prix von Australien an diesem Wochenende gewarnt. "Ich rechnet damit, dass er hier auf Phillip Island sehr stark sein wird, aber auch in Malaysia [Sepang] und in Valencia. Ich sehe keinen Grund, dass er nicht schnell sein wird", so der Ducati-Pilot, der deshalb schon beim Australien-Grand-Prix "so viele Punkte wie möglich einfahren" will.

Ducati vs. Yamaha: Leistung vs. Konstanz

Auf dem Papier ist die Ducati Desmosedici GP18 der 2018er Yamaha M1 überlegen. Wie konnte der 2018 bislang sieglose Rossi überhaupt so dicht an den dreifachen Saisonsieger Dovizioso heranrücken? "Leider haben wir in dieser Saison viele Punkte weggeworfen", spricht Dovizioso allen voran seine Stürze in Le Mans, Barcelona und Motegi an.

Der Sturz in Le Mans passierte Dovizioso in Führung liegend. In Barcelona ging der Ducati-Pilot an dritter Stelle liegend zu Boden. In Motegi stürzte er am vergangenen Wochenende als Zweiter auf der Jagd nach Marquez. Als vierte Nullnummer in Dovizosos Saison 2018 kommt der Dreier-Crash mit Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa in Jerez hinzu.

Doviziso ist 2018 ungewöhnlich oft gestürzt

Doviziso ist 2018 ungewöhnlich oft gestürzt

Foto:

Doch Dovizioso erklärt auch, was der Grund für seine ungewöhnlich vielen Stürze war: "In diesem Jahr waren wir in der Lage, auf Strecken um Siege und Podestplätze mitzufahren, auf denen wir uns in der Vergangenheit schwergetan haben." Im Gegensatz dazu war Rossis Situation eine andere, wie "Dovi" anführt: "Valentino wurde zu einer anderen Saison gezwungen als ich. Er hatte kein gutes Gefühl auf dem Bike und war clever genug, die Ergebnisse ins Ziel zu fahren, auch wenn er dabei einige Sekunden zurücklag. Wir hingegen war hatten mehr Potenzial, haben dabei aber auch mehr Fehler gemacht."

Rossi stimmt zu. "Es ist wichtig, dass man in der Lage ist, seine Ziele während der Saison anzupassen. Wenn man die Chance auf den Sieg hat, dann ist es völlig richtig, anzugreifen und Risiken einzugehen. Wenn man aber merkt, dass man nicht so viel ausrichten kann, dann muss man sich auf andere Dinge fokussieren."

Welche Strategie führt zum Erfolg?

Mit Blick auf den Vizetitel sagt Rossi: "Ich liege neun Punkte zurück und habe somit die Chance. Dazu muss ich Dovizioso schlagen. Auf dem Papier liegt uns diese Strecke hier [Phillip Island] etwas besser. Der Unterschied ist aber, dass die Ducati 2018 überall konkurrenzfähig ist. Es sieht aber auch so aus, dass die Ducati auf dem Vorderrad etwas nervöser geworden ist. Deshalb passieren den Piloten auch Fehler, wenn sie attackieren. Die Yamaha hat etwas weniger Leistung, lässt sich aber ein bisschen einfacher über die Distanz bringen." In der Tat: Einzig beim Grand Prix von Argentinien hat Rossi aus bekannten Gründen die Punkteränge verpasst.

Der

Der "Termas-Clash" mit Marc Marquez ist Rossis bislang einzige Nullnummer 2018

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So kommt Dovizioso zum Schluss: "Hätte ich eine Saison wie Valentino gehabt, hätte ich jetzt mit Sicherheit mehr Punkte auf dem Konto. Dann hätte ich aber nicht gegen Marc um den WM-Titel gekämpft. Das ist nicht das, worum es geht. Unsere Herangehensweise an diese Saison musste so sein wie sie war. Zu versuchen, mit weniger Punkten [pro Rennen] näher an Marquez heranzukommen, war nicht das, worum es uns ging."

Nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslage bleibt die Frage, wer MotoGP-Vizeweltmeister 2018 wird, auf jeden Fall spannend.

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