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MotoGP 2020: Entscheiden die Reifen über den WM-Ausgang?

Nicht nur, aber vor allem die für dieses Jahr von Michelin eingeführte neue Reifenkonstruktion führt dazu, dass das MotoGP-Kräfteverhältnis 2020 stetig pendelt

MotoGP 2020: Entscheiden die Reifen über den WM-Ausgang?

Vier Rennen sind in der MotoGP-Saison 2020 bislang absolviert und bei diesen vier Rennen standen nicht weniger als neun unterschiedliche Piloten auf dem Podest: Fabio Quartararo, Maverick Vinales, Andrea Dovizioso, Valentino Rossi, Brad Binder, Franco Morbidelli, Johann Zarco, Joan Mir und Jack Miller. Worauf ist diese Abwechslung zurückzuführen?

Bildergalerie: Die MotoGP-Saison 2020

"Ich finde, die Reifen mischen diese WM stärker durch als es in der Vergangenheit der Fall war", sagt der scheidende Ducati-Werkspilot Dovizioso nach seinem ersten Saisonsieg am vergangenen Wochenende auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg und ist bezüglich der Abwechslung überzeugt: "Die wird bis zum Ende der Saison abhalten."

Grund für Doviziosos Annahme ist von Michelin für 2020 eingeführte neue Konstruktion eines Hinterreifens. Diese wird in unterschiedlichen Mischungen angeboten. "Alle versuchen sich auf die neuen Reifen einzustellen. Das klappt mal besser, mal weniger gut. Insgesamt ist es sehr schwierig und auch sehr seltsam", meint "Dovi" und merkt an, dass man "in den vergangenen Jahren dieses Auf und Ab nicht beobachten konnte".

Michelin-Reifen

Michelin hat für 2020 neu konstruierte Hinterreifen eingeführt

Foto: Motorsport Images

Für Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller ist es daher überhaupt nicht gesetzt, dass das zweite Spielberg-Wochenende ähnlich ablaufen wird wie das erste. "Im Gegensatz zu Jerez, wo an beiden Wochenenden mehr oder weniger dieselben Piloten vorne waren, kann sich das Bild hier komplett auf den Kopf stellen", blickt Miller auf das bevorstehende Rennwochenende zum Grand Prix der Steiermark voraus und vergleicht: "Das könnte ähnlich ablaufen wie der Umschwung von Brünn zu hier."

Suzuki-Pilot Joan Mir, der am Sonntag in Spielberg als Zweiter zum ersten Mal in seiner MotoGP-Karriere auf das Podium gefahren ist, bemerkt, dass die von ihm und Alex Rins pilotierte GSX-RR mit den unterschiedlichen Reifenmischungen von Michelin gut zusammenpasst: "Es sieht so aus, als würde jede Mischung für uns gut funktionieren. Das ist natürlich positiv."

Valentino Rossi

Valentino Rossi sieht noch andere Faktoren als nur die Michelin-Reifen

Foto: Motorsport Images

Dass die Weltmeisterschaft in dieser Saison - mit nur 14 Rennen ohnehin kürzer als üblich - aufgrund der Reifen noch unvorhersehbar geworden ist, findet auch Altmeister Valentino Rossi nach dem ersten der beiden Spielberg-Rennen: "Die Karten werden Wochenende für Wochenende neu gemischt. In Jerez war es an beiden Wochenenden extrem heiß. In Brünn gab es jede Menge Bodenwellen und hier waren die Piloten extrem aggressiv."

"Jeder versucht das Maximum. Jeder will überholen. Jeder versucht, irgendwo Positionen gutzumachen. Jeder fährt sehr aggressiv", so Rossi, für den diese erhöhte Aggressivität im Feld am Sonntag um ein Haar in einer Katastrophe geendet hätte. Daher unterstreicht der Routinier: "Wir sollten es nicht übertreiben."

Und Dovizioso meint zu den in diesem Jahr schwer vorherzusagenden Kräfteverhältnissen für die einzelnen Rennstrecken noch: "Wenn wir im September nach Misano kommen, werden wir dort einen neuen Asphalt vorfinden. Dann geht alles wieder von vorne los."

Mehr noch: In Form des Algarve International Circuit in Portimao gibt es in dieser Saison sogar noch eine komplett neue Rennstrecke im MotoGP-Kalender. Auf der portugiesischen Berg- und Talbahn findet am 22. November das Saisonfinale statt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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