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Moto2-Star Diogo Moreira steht vor dem Aufstieg in die MotoGP: Ab 2026 fährt er im LCR-Honda-Team - Pedro Acosta und Fabio Quartararo trauen ihm viel zu

MotoGP 2026: Moto2-Talent Moreira ersetzt Chantra bei LCR-Honda

Diogo Moreiras MotoGP-Deal ist fix und muss nur noch verkündet werden

Foto: Gold Gold

Diogo Moreira steht kurz davor, die letzten Details einer Vereinbarung abzuschließen, die ihm ab der kommenden Saison den Aufstieg in die MotoGP ermöglicht. Er wird für das LCR-Honda-Team fahren, wie Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com, erfahren hat.

Der Wechsel, der den 21-jährigen Brasilianer - derzeit im Kampf um die Moto2-Weltmeisterschaft mit Italtrans - in die Königsklasse befördert, soll in den nächsten Tagen offiziell werden, höchstwahrscheinlich beim Grand Prix von Ungarn.

Moreiras Ankunft bei LCR bedeutet gleichzeitig den Abschied von Somkiat Chantra, der seit seinem MotoGP-Debüt zu Beginn des Jahres kaum Akzente setzen konnte und aktuell verletzungsbedingt pausiert. Nach Informationen von Motorsport.com wird der Ausstieg des Thailänders auch das Ende der Titelpartnerschaft von Idemitsu im Team von Lucio Cecchinello auf dieser Seite der Box bedeuten.

Zuschlag für Honda statt Yamaha

"Wenn ich in die MotoGP aufsteige, dann, weil ich gute Leistungen bringe; die Flagge spielt keine Rolle. Es liegt daran, dass ich am Gas drehe, nicht wegen der Flagge", sagte Moreira am Sonntag, kurz nachdem er den Grand Prix von Österreich dominiert und seinen zweiten Saisonsieg eingefahren hatte.

"In den nächsten Tagen werde ich mich mit meinem Manager und meinem Umfeld zusammensetzen, und wir werden sehen, welche Optionen es gibt", fügte er hinzu.

Gleichzeitig deutete er an, dass seine Verbindung zur brasilianischen Yamaha-Niederlassung kaum mehr als eine pragmatische Vereinbarung sei: "Sie stellen mir einfach Trainingsmotorräder zur Verfügung, die ich am Ende der Saison zurückgebe."

Moreira hatte zwei Angebote für ein MotoGP-Cockpit ab 2026: eines von Honda und eines von Yamaha. Während Yamaha zunächst in Führung lag und ihn für sein Satellitenteam Pramac eingeplant hatte, wo er an der Seite von Toprak Razgatlioglu gefahren wäre, startete Honda eine späte Offensive, die ihm den Status eines Werkspiloten zugesichert hat. Das überzeugte Moreira schließlich.

Nach Informationen von Motorsport.com umfasst Hondas Angebot einen langfristigen Vertrag, vermutlich über drei Jahre, wobei 2026 als Übergangssaison betrachtet wird.

Ziel ist es, dass der Brasilianer bis zum Inkrafttreten des neuen technischen Reglements 2027 vollständig auf MotoGP-Niveau ist. Strategisch ergibt der Schritt für Honda sowohl sportlich Sinn - Moreira kämpft um den Moto2-Titel - als auch aus Marketingsicht, da die Rückkehr der WM nach Brasilien bevorsteht.

Zur Frage, ob er bereit für die MotoGP sei, meinte Moreira in Spielberg: "Ja, ich denke schon. Aber ich muss das Motorrad verstehen. Es ist ein schwieriges Motorrad und eine ganz andere Welt. Ich muss versuchen zu begreifen, wie es funktioniert. Aber wie gesagt, mein Fokus liegt jetzt erst einmal auf der Moto2."

Dass konkrete Angebote existieren, bestätigte er: "Ja, das Angebot liegt auf dem Tisch. Vielleicht setze ich mich noch an diesem Wochenende mit meinem Manager zusammen, um es zu prüfen. Aber ich muss mich weiter auf die Moto2 konzentrieren."

Hinsichtlich der Vertragslaufzeit fügte er an: "Für einen Rookie ist es besser, einen langen Vertrag zu haben. Es ist eine schwierige Kategorie und auch schwierig, das Motorrad zu verstehen. Für mich ist also ein längerer Vertrag besser."

Ob 2026, das letzte Jahr mit 1000er-Motoren und Michelin-Reifen, der richtige Zeitpunkt sei, ließ er offen: "Ich weiß es nicht. Aber ich will in die MotoGP. Wenn ich ein Angebot und die Gelegenheit habe und es ein guter Vertrag ist, dann gehe ich."

MotoGP-Piloten trauen Moreira viel zu

Auch Fahrerkollegen meldeten sich zum potenziellen Aufstieg von Moreira zu Wort. Pedro Acosta, KTM-Hoffnung in der MotoGP und einst selbst Moto2-Phänomen, erklärte in Spielberg: "Er liegt noch im Titelkampf, er holt viele Punkte auf Manu Gonzalez auf. Der Typ ist supertalentiert, das sieht man allein, wenn er Flat-Track, Motocross oder Supermoto fährt - er ist in allem schnell."

"Die Moto2 hat sich mit den neuen Reifen verändert, aber ich bin sicher: Wenn er in die MotoGP kommt, wird er sich durchsetzen. Vielleicht nicht vom ersten Tag an, aber früher oder später, wie Toprak, wird er konkurrenzfähig sein", so Acosta.

Yamaha-Star Fabio Quartararo äußerte sich nicht minder beeindruckt: "Ich denke, er erlebt gerade den besten Moment seiner Karriere. Er gewinnt Rennen und hat die Möglichkeit, in die MotoGP aufzusteigen. Das freut mich sehr für ihn.

"Ich mag ihn. Diogo ist in allem ein sehr talentierter Fahrer, egal ob Motocross, Flat-Track oder Moto2. Ich bin sehr glücklich für ihn." Quartararo deutete zudem an, dass ein junger Fahrer wie Moreira Yamaha frischen Schwung geben könnte: "Ja, das wäre etwas Neues. Seine Ankunft wäre sicher gut."

Dass Moreira nun aber doch bei Honda und nicht Yamaha anheuert, hat weitere Auswirkungen. Vor allem für Jack Miller scheint es nun zunehmend wahrscheinlich, seinen Vertrag zu verlängern und mindestens bis 2026 bei Pramac-Yamaha zu bleiben.

Der Australier, sowohl von Honda als auch Ducati für einen Wechsel in die Superbike-WM umworben, hat offenbar bessere Chancen, in der MotoGP zu bleiben, als sein Teamkollege Miguel Oliveira. Der Portugiese, der ursprünglich einen Zweijahresvertrag bis Ende 2026 unterschrieben hat, könnte durch eine Leistungsklausel unter Druck geraten, nachdem er mehrere Rennen verletzungsbedingt verpasst hat.

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