MotoGP 2027: Buenos Aires feiert Comeback mit Mega-Renovierung
Die MotoGP kehrt 2027 nach Buenos Aires zurück, auf einer modernisierten Strecke mit großen Plänen - Auch die Formel 1 könnte dort bald wieder gastieren
2027 kehrt die MotoGP in die argentinische Hauptstadt zurück
Foto: Motogp.com
Anfang dieser Woche kündigte die MotoGP-Weltmeisterschaft an, im März 2027 nach 28 Jahren Pause nach Buenos Aires zurückkehren. Das Abkommen zwischen der Hauptstadt Argentiniens, der Grupo OSD, die zuvor den Argentinien-Grand-Prix in Termas organisierte und der Dorna läuft mindestens vier Jahre.
Im Vorfeld des Events wird der Stadtkurs, der im Oktober sein 73-jähriges Bestehen feiert, vollständig überarbeitet, sowohl in seiner Infrastruktur als auch im Layout. Viele der historischen Varianten werden durch eine neue Version ersetzt, die speziell darauf ausgelegt ist, modernen internationalen Standards zu entsprechen.
In den vergangenen zehn Jahren war Termas de Rio Hondo in der Provinz Santiago del Estero Austragungsort des Grands Prix von Argentinien gewesen und richtete zwischen 2014 und 2025 insgesamt neun MotoGP-Rennen aus.
Vor zwei Wochen bestätigte die Dorna jedoch, dass der Argentinien-Grand-Prix im kommenden Jahr nicht mehr in Termas stattfinden wird, und verkündete am Montag offiziell die Rückkehr des Rennens in die Hauptstadt Buenos Aires.
Die Austragung 2027 wird das elfte Mal sein, dass die Motorrad-Weltmeisterschaft in Buenos Aires gastiert - nach Rennen in den Jahren 1961 bis 1963, dann 1981, 1982, 1987 sowie später 1994, 1995, 1998 und zuletzt 1999.
"Um die MotoGP zu beherbergen, haben wir gemeinsam mit dem lokalen Team mit der Neugestaltung dieser Strecke begonnen. Wir verfolgen dabei einen Zwei-Phasen-Plan. Phase 1 ist für die MotoGP im Jahr 2027, Phase 2 für die Formel 1. Ziel ist es, eine vollständige Grade-A-Lizenz der FIM und eine Grade-1-Lizenz für die Formel 1 zu erhalten", sagt Hermann Tilke, der die Umgestaltung leitet.
"Aber es geht nicht nur um die technischen Anforderungen wie Barrieren, Auslaufzonen und so weiter. Die Strecke muss auch gut und spannend sein. Wir haben sie nicht nur für die Fahrer, sondern auch mit Blick auf die Zuschauer gestaltet. Die Einbindung der Fans ist sehr wichtig", fügt der Streckendesigner hinzu.
Die Bauarbeiten beginnen zwischen Oktober und November, wobei der Schwerpunkt im Jahr 2025 auf dem Fahrerlager und der allgemeinen Infrastruktur liegt. Die Arbeiten an der Strecke selbst starten im Januar des kommenden Jahres.
Laut vorläufigem Plan sollen die Modernisierungen bis November 2026 abgeschlossen sein, also drei Monate bevor die MotoGP im März 2027 in Buenos Aires gastiert.
Das neue Layout in Buenos Aires im Detail
Das neue Layout wird für die MotoGP 4.340 Meter lang sein und für ein mögliches Formel-1-Rennen um rund 500 Meter verlängert werden, und zwar durch eine letzte Kurve, die bis zu dem Bereich der aktuellen Kartbahn der Stadt reicht.
"Das Layout wird für MotoGP und Formel 1 praktisch identisch sein. Nur zwei Kurven werden für die Formel 1 etwas breiter gestaltet, was die Strecke etwas länger macht, aber das Design bleibt im Wesentlichen gleich", erklärt Tilke.
Die derzeitige Start-Ziel-Gerade bleibt unverändert und wird voraussichtlich ein Bereich sein, in dem die MotoGP-Bikes Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h erreichen, bevor es in eine harte Rechtskurve (Kurve 1) geht. Dies ist die erste große Überholmöglichkeit, insbesondere kurz nach dem Start in ein Rennen, und führt in eine zweite Linkskurve, die mit rund 90 km/h genommen wird.
Danach beschleunigen die Fahrer in Kurve 3, wo etwa 230 km/h erreicht werden. Kurve 4 ist dann eine weite, schnelle 180-Grad-Rechtskurve. Hier sind Schräglage und Reifentemperatur entscheidend. Sie geht in einen Hochgeschwindigkeitsabschnitt mit Kurve 5 und 6 über, mit einem Tempo von über 250 km/h.
Kurve 7 und 8 werden dann mit mindestens 130 km/h durchfahren. Anschließend folgt die Linkskurve 9, eine weitere Überholmöglichkeit. Von dort wird aus etwa 90 km/h bis auf 250 km/h beschleunigt durch die schnelle Kurve 10, die in eine Dreifach-Rechtskombination übergeht: die Kurven 11, 12 und 13.
In der Nähe des derzeit als "Ascari" bekannten Bereichs geht es auf die Gegengerade, einen weiteren schnellen Abschnitt, in dem erneut 320 km/h erreicht werden, bevor in eine neue Haarnadelkurve gebremst wird, die als letzte Kurve dient.
Simulationen zeigen, dass die Rundenzeiten unter 1:30 Minuten liegen werden, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 180 km/h. Insgesamt wird der überarbeitete Kurs über 14 Kurven verfügen, neun Rechts- und fünf Linkskurven.
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