MotoGP 2027: Enea Bastianini wechselt zu Trackhouse-Aprilia
Enea Bastianini wechselt zur Saison 2027 zu Trackhouse-Aprilia und bildet dort gemeinsam mit Raul Fernandez das Fahrerduo für die neue MotoGP-Ära
Justin Marks begrüßt Enea Bastianini im Team von Trackhouse-Aprilia
Foto: Trackhouse Trackhouse
Enea Bastianini bekommt für die MotoGP-Saison 2027 eine neue sportliche Heimat: Der 28-jährige Italiener, aktuell für Tech3-KTM am Start, schließt sich Trackhouse-Aprilia an und wird dort zunächst einen Zweijahresvertrag erfüllen.
Damit setzt die US-amerikanische Mannschaft künftig auf ein Fahrerduo aus Bastianini und Raul Fernandez, der seinen Vertrag zuletzt bis Ende 2028 verlängert hatte.
Für Bastianini bedeutet der Wechsel zugleich den nächsten Schritt in einer ohnehin bewegten MotoGP-Karriere. Nach Stationen bei Ducati und KTM geht es für den Italiener nun zu Aprilias Trackhouse-Projekt. Bereits Anfang Juli war bekannt geworden, dass KTM die Option auf eine Verlängerung seines Vertrags für 2027 nicht gezogen hatte und für den Italiener damit der Weg zu Trackhouse frei wurde.
Bastianini bringt reichlich Erfahrung mit
"Ich bin extrem aufgeregt, dem Trackhouse-Team für die nächsten beiden MotoGP-Meisterschaften beizutreten", erklärt Bastianini in der Mitteilung zur Vertragsverkündung.
Der Zeitpunkt ist besonders interessant, denn 2027 beginnt in der MotoGP eine komplett neue technische Ära. Der Hubraum wird von aktuell 1000 auf 850 Kubikzentimeter reduziert, die Aerodynamik wird eingeschränkt und die bisher verwendeten Michelin-Reifen werden durch Pneus von Pirelli ersetzt. Hinzu kommen weitere Änderungen wie das Verbot von Ride-Height- und Holeshot-Systemen.
Genau darin sieht Bastianini eine besondere Herausforderung. "Wir betreten eine neue Ära mit einem neuen Motorrad, neuen Reifen und neuen Regeln", sagt der Italiener. Er wolle deshalb seine Erfahrung und seinen Kampfgeist in das Projekt einbringen, um gemeinsam mit Trackhouse die neue Aprilia RS-GP weiterzuentwickeln.
Vom Red Bull Rookies Cup zum MotoGP-Sieger
Bastianinis Weg in die Königsklasse begann früh. Nach ersten Erfolgen im italienischen Mini-Bike- und Juniorenbereich stieg er 2013 in den Red Bull Rookies Cup ein. Mit zwei Siegen belegte er dort auf Anhieb Rang vier im Gesamtklassement und wechselte bereits im folgenden Jahr in die Moto3-Weltmeisterschaft.
In seiner ersten WM-Saison sammelte Bastianini drei Podestplätze und zahlreiche Top-10-Ergebnisse, was ihm Platz neun in der Gesamtwertung einbrachte. 2015 machte er den nächsten Schritt und wurde Dritter der Weltmeisterschaft, ehe er 2016 erneut um den Titel kämpfte und die Saison auf Rang zwei beendete.
2019 folgte der Aufstieg in die Moto2. Dort benötigte Bastianini nicht lange, um sich an die neue Klasse zu gewöhnen. 2020 gewann er die Weltmeisterschaft und empfahl sich damit endgültig für die MotoGP. Sein Debüt in der Königsklasse gab er 2021.
Bereits in seiner ersten Saison gelangen ihm zwei dritte Plätze, jeweils in San Marino und beim Emilia-Romagna-Grand-Prix in Misano. Ein Jahr später folgte dann der Durchbruch.
Bastianini in der MotoGP schnell ein Siegfahrer
2022 startete Bastianini furios. Beim Saisonauftakt in Katar feierte er seinen ersten MotoGP-Sieg. Weitere Erfolge in den USA, Frankreich und Aragon folgten. Am Saisonende stand der Italiener mit vier Grand-Prix-Siegen auf Platz drei der Weltmeisterschaft.
Der als "La Bestia" bekannte Bastianini galt damit endgültig als einer der schnellsten Fahrer im Feld. Eine frühe Verletzung bremste ihn 2023, ausgerechnet in dem Jahr, als er ins Ducati-Werksteam aufstieg, allerdings aus. 2024 meldete er sich eindrucksvoll zurück und mischte über weite Strecken im Titelkampf mit.
Neun Grand-Prix-Podestplätze standen am Ende der Saison zu Buche, darunter zwei Siege. Hinzu kam ein Erfolg in einem Sprintrennen. In der Gesamtwertung belegte Bastianini am Ende den vierten Rang. Es war damit seine bislang letzte Saison, in der der Italiener regelmäßig um Spitzenpositionen kämpfen konnte.
Auf KTM blieb der ganz große Durchbruch dagegen aus. Bastianini sammelte dort zwar Podestplätze und Sprint-Erfolge, konnte aber keinen Grand Prix gewinnen. Mit dem Wechsel zu Trackhouse und Aprilia bietet sich ihm nun die Chance, seine MotoGP-Karriere mit einem neuen technischen Projekt neu auszurichten.
Trackhouse setzt auf Bastianini und Fernandez
Trackhouse selbst verbindet mit der Verpflichtung große Erwartungen. Team-Eigentümer Justin Marks bezeichnet Bastianini als wichtige Verstärkung für die nächste Entwicklungsphase. Es ist ein sehr aufregender Moment für das Team, jemanden wie Enea für unsere Aprilias zu gewinnen", freut sich Marks.
Vor allem dessen "Rennsport-Stammbaum", seine MotoGP-Siege und seine Erfahrung auf höchstem Niveau sind aus seiner Sicht die ideale Kombination für ein Team, das nach den Worten des Trackhouse-Chefs "kurz vor Großem" stehe.
Auch abseits der sportlichen Fähigkeiten habe Bastianini überzeugt. Marks hebt dessen ansteckende Persönlichkeit, seine Begeisterung für den Start beim neuen Team, seine Bescheidenheit und seine positive Einstellung hervor. Trackhouse wolle mit Bastianini, Fernandez sowie den Mitarbeitern und Partnern des Teams in den kommenden Jahren "Trophäen jagen und unvergessliche Momente schaffen".
Gemeinsamer Start in die neue MotoGP-Ära
Bastianini selbst gibt zu: "Es wird eine echte neue Herausforderung für mich." Gleichzeitig betont er, dass Trackhouse bereits 2026 einen deutlichen Entwicklungsschritt gemacht habe und zum Titelanwärter geworden sei. "Ich werde natürlich alles dafür geben, dass wir an der Spitze bleiben", verspricht der Neuzugang.
Wie konkurrenzfähig die neue Kombination aus Bastianini, Trackhouse und Aprilia tatsächlich sein wird, dürfte sich erstmals beim Valencia-Test nach dem Ende der Saison 2026 zeigen. Dann beginnt für "La Bestia" nicht nur ein neues Kapitel seiner eigenen Karriere, sondern auch eine komplett neue MotoGP-Generation.
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