MotoGP 2027: So ist der aktuelle Stand bei allen Fahrerwechseln
Der Fahrermarkt für die MotoGP-Saison 2027 ist weit fortgeschritten - Zwei Drittel der Plätze sind vergeben - Ein Überblick über die noch freien Motorräder
Das Fahrerfeld wird sich 2027 deutlich anders präsentieren
Foto: Getty Getty
Für die MotoGP-Saison 2027 sind zwar erst vier Fahrer offiziell bestätigt, jedoch sind zwei Drittel der Startplätze bereits vergeben. Der Transfermarkt ist sehr früh in Bewegung geraten.
Die Teams warteten mit den offiziellen Bestätigungen ihrer Fahrer, bis das neue Rahmenabkommen mit der MotoGP Sports Entertainment Group (MotoGP SEG) für die Jahre 2027 bis 2031 abgeschlossen wurde.
Aprilia hat die Vertragsverlängerung mit Marco Bezzecchi für die kommenden zwei Jahre bekannt gegeben. Vor Beginn der Wintertests in Malaysia wurde eine "Hochzeit" inszeniert.
Abgesehen davon verfügen die beiden LCR-Honda-Fahrer Diogo Moreira und Johann Zarco sowie Toprak Razgatlioglu bei Pramac-Yamaha Verträge für 2027. Diese wurden bereits 2025 geschlossen.
Dass Aprilia die Vertragsverlängerung von Bezzecchi offiziell gemacht hat, wurde von den anderen Herstellern mit Stirnrunzeln aufgenommen. Denn keine Marke verfügt bislang über einen Vertrag für die MotoGP-Teilnahme im nächsten Jahr.
Deshalb sind sich die Hersteller und Teams grundsätzlich einig, dass es keinen Sinn ergibt, einen Wechsel offiziell zu verkünden, bevor nicht der kommerzielle Rahmen mit MotoGP SEG geschlossen ist.
Diesbezüglich geht Motorsport.com Spanien, eine Schwesterplattform von Motorsport-Total.com, davon aus, dass Ducati und Honda dem Vorschlag von MotoGP SEG bereits zugestimmt haben.
Es soll nur eine Frage der Zeit sein, bis Yamaha, Aprilia und KTM nachziehen. Sobald alle Teams den neuen kommerziellen Vertrag unterschrieben haben, dürften die Bekanntgaben der bereits fixierten Fahrerverträge erfolgen.
Nur noch ein Fragezeichen bei den Werksteams
Laut aktuellem Stand dürften vier der fünf Werksteams ihre Fahrer fixiert haben. Ducati hat sich mit Marc Marquez bis 2028 geeinigt. Vorausgesetzt, die jüngste Schulter-Operation erlaubt es ihm, um seine ambitionierten Ziele zu kämpfen.
Teamkollege von Marc Marquez wird Pedro Acosta. KTM hat darauf reagiert und sich zunächst mit Alex Marquez geeinigt. Zuletzt nahm Fabio Di Giannantonio das Angebot der österreichischen Marke an.
Im Januar brachte Fabio Quartararo den Transfermarkt ins Rollen. Er wird Yamaha verlassen und zur Speerspitze des neu aufgestellten Honda-Projekts werden, das neben dem Fahrerwechsel auch das Management umkrempelt.
Nach acht Jahren als Teammanager gibt Alberto Puig seinen Posten ab. Künftig wird er für Honda als Berater sowohl in der MotoGP als auch in der Superbike-WM tätig sein.
Auf dem Papier sollte der Platz neben Quartararo von David Alonso besetzt werden, der derzeit in der Moto2 beim Aspar-Team fährt. Allerdings soll sich Honda laut Motorsport.com Spanien eine Ausstiegsklausel vorbehalten.
Der Vorvertrag, den Alonso unterschrieben hat, kann vom Hersteller gegen Zahlung von einer Million Euro aufgelöst werden. Der Kolumbianer konzentriert sich derzeit darauf, seine anhaltenden Probleme mit der rechten Schulter auszukurieren.
Die Verantwortlichen bei Honda beobachten seine Entwicklung währenddessen sehr genau. Yamaha reagierte rasch auf den Abgang von Quartararo und einigte sich bereits im Januar mit Jorge Martin. Sein Teamkollege wird Ai Ogura.
Bei Aprilia treffen zwei enge Freunde aufeinander. Nachdem Francesco Bagnaia klar wurde, dass Ducati für die Zukunft auf Acosta statt auf ihn setzt, sah er sich nach Alternativen um.
Yamaha legte Bagnaia ein Angebot vor, um Martins Teamkollege zu werden. Aufgrund der sportlichen Unsicherheit des neuen V4-Projekts entschied sich Bagnaia zum Wechsel zu Aprilia, wo er Bezzecchis Teamkollege wird.
Wenige freie Plätze in den Satellitenteams
Bei Pramac bleibt Razgatlioglu gesetzt. Das ist eine klare Entscheidung von Yamaha-Direktor Paolo Pavesio. Alles deutet darauf hin, dass Izan Guevara aus der Moto2 als Ersatz für Jack Miller zweiter Fahrer neben dem Türken wird.
Von den übrigen Satellitenteams hat Gresini die Verpflichtung von Joan Mir abgeschlossen, der damit dem Beispiel von Marc Marquez aus dem Jahr 2024 folgt und bei Gresini auf Daniel Holgado aus der Moto2 trifft.
Fermin Aldeguer wechselt von Gresini zu VR46 und erhält dort den Status eines Werksfahrers mit voller Unterstützung von Ducati. Eine große offene Frage betrifft seinen Teamkollegen.
Für den zweiten VR46-Platz bewerben sich mehrere Kandidaten, darunter Nicola Bulega, Luca Marini und Celestino Vietti. Die beiden letzteren sind Mitglieder der VR46-Akademie von Valentino Rossi.
Abschließend betrachten wir die beiden Teams, die noch keinen Fahrer bestätigt haben: Trackhouse und Tech3. Im Fall des Teams von Justin Marks ist die Verpflichtung von Enea Bastianini geplant, der Tech3 verlassen möchte.
Vieles spricht dafür, dass Raul Fernandez seinen Vertrag mit Trackhouse verlängern wird. Bei Tech3, das zuletzt in Barcelona bestätigte, weiterhin KTM-Motorräder einzusetzen, ist die Lage noch völlig offen.
Maverick Vinales, Brad Binder und Senna Agius sind drei der Optionen, die Günther Steiner derzeit in Betracht zieht.
Das vorläufige MotoGP-Feld 2027:
Ducati: Marc Marquez, Pedro Acosta
VR46-Ducati: Fermin Aldeguer, Bulega/Marini/Vietti?
Gresini-Ducati: Joan Mir, Daniel Holgado
Aprilia: Marco Bezzecchi, Francesco Bagnaia
Trackhouse-Aprilia: Enea Bastianini?, Raul Fernandez?
KTM: Alex Marquez, Fabio Di Giannantonio
Tech3-KTM: Maverick Vinales?, Binder/Agius?
Honda: Fabio Quartararo, David Alonso?
LCR-Honda: Johann Zarco, Diogo Moreira
Yamaha: Jorge Martin, Ai Ogura
Pramac-Yamaha: Toprak Razgatlioglu, Izan Guevara
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