MotoGP 2027: Wer die neuen Bikes noch vor Saisonende testen darf
Die MotoGP bereitet sich auf den großen Umbruch 2027 vor, doch nicht alle Fahrer dürfen die neuen Bikes früh testen - Schuld daran ist vor allem der Transfermarkt
Technisch und bei den Teams wird es 2027 in der MotoGP viele Änderungen geben
Foto: Getty Getty
Die MotoGP steht vor einem tiefgreifenden Umbruch: Ab 2027 tritt ein neues technisches Reglement in Kraft, und die Hersteller arbeiten längst an komplett neuen Maschinen. Doch während die Entwicklung auf Hochtouren läuft, ist klar: Nicht alle Fahrer werden frühzeitig in den Prozess eingebunden sein.
Alle Hersteller haben bereits erste Prototypen fertiggestellt. KTM absolvierte Ende des vergangenen Jahres Tests in Jerez, während Honda und Yamaha ihre Einsätze in Sepang beziehungsweise Japan durchführten, jeweils mit ihren Testfahrern.
Im März folgten weitere private Tests in Jerez, bei denen KTM und Yamaha ihre 2027er-Prototypen erstmals mit Pirelli-Reifen einsetzten. Im April stoßen auch Aprilia und Ducati dazu: Sie bringen ihre neuen Maschinen erstmals auf die Strecke, gesteuert von den Testpiloten Lorenzo Savadori und Nicolo Bulega.
Stammfahrer ab Ende Juni im Einsatz
Weitere Testfahrten sind bereits fest eingeplant: Anfang Mai in Mugello, Mitte Mai in Barcelona - eine Woche nach dem Katalonien-GP - sowie kurz darauf in Misano, wo erneut mit den 850-ccm-Bikes und Pirelli-Mischungen gefahren wird.
Die regulären MotoGP-Fahrer dürfen erst vergleichsweise spät eingreifen. Der erste Einsatz ist für den 22. Juni angesetzt, direkt nach dem Grand Prix von Tschechien in Brünn.
Weitere Möglichkeiten folgen beim Test in Spielberg nach dem Österreich-Grand-Prix sowie beim Saisonabschlusstest in Valencia. Gerade die Tests in Brünn und Spielberg gelten als entscheidend. Zwar treiben die Testfahrer die Entwicklung voran, doch für die Hersteller ist die Rückmeldung ihrer Topfahrer unverzichtbar.
Vertragslage sorgt für Ungleichheit
Ein entscheidender Faktor ist der Fahrermarkt: Zahlreiche Wechsel zwischen den Herstellern sorgen dafür, dass nicht alle Piloten frühen Zugriff auf die neuen Bikes erhalten.
Die Regel ist klar: Nur Fahrer mit einem gültigen Vertrag für 2027, aktuell etwa Johann Zarco und Diogo Moreira - oder solche, die bereits mit ihrem aktuellen Team verlängert haben - wie Marco Bezzecchi -, dürfen die neuen 850-ccm-Prototypen testen.
Wer hingegen den Hersteller wechselt, muss sich gedulden: Ein Einsatz wäre theoretisch erst ab dem 1. Januar 2027 erlaubt. Allerdings wird an einer Ausnahmeregelung gearbeitet, um allen Fahrern bereits beim Valencia-Test Ende November beziehungsweise Anfang Dezember den Zugang zur neuen Maschine zu ermöglichen.
Wer darf testen und wer nicht?
Nur Fahrer, die vor den Tests in Brünn und Spielberg eine Vertragsverlängerung mit ihrem aktuellen Hersteller unterschrieben haben, dürfen das Motorrad mit 2027-Spezifikation bei diesen Tests auch fahren. Als ausgeschlossen gilt hingegen, dass ein Fahrer ein Motorrad eines Konkurrenzherstellers testen darf.
Szenarien wie Fabio Quartararo auf einer Honda, Jorge Martin auf einer Yamaha, Pedro Acosta auf einer Ducati oder Francesco Bagnaia auf einer Aprilia wird es also nicht geben.
Nach aktuellem Kenntnisstand bezüglich der Fahrerverträge bedeutet das: Sieben Fahrer werden die neuen Prototypen mit Pirelli-Reifen bei den Tests in Brünn und Spielberg fahren können, fünf definitiv nicht. Bei den übrigen ist die Situation noch offen.
Wann endet das Konzessionssystem?
Nach dem Saisonfinale in Valencia am 29. November rückt eine weitere zentrale Frage in den Fokus: Wann endet das bestehende Konzessionssystem? Direkt nach dem Rennen in Valencia oder erst offiziell zum Jahresende am 31. Dezember?
Vieles spricht für den 30. November als Stichtag. In diesem Fall könnten alle Fahrer bereits beim anschließenden Test am 30. November oder 1. Dezember das Motorrad ihres zukünftigen Herstellers fahren, unabhängig von bestehenden Verträgen.
Valencia als Schlüsseltermin für 2027
Damit könnte der Valencia-Test zum entscheidenden Moment werden: Erstmals hätten alle Hersteller die Möglichkeit, das Feedback ihrer Topfahrer in die finale Entwicklungsphase der neuen Prototypen für die neue Regelära einfließen zu lassen.
Anschließend bleibt nur wenig Zeit - weniger als zwei Monate bis zum ersten Vorsaisontest Ende Januar. Einen kleinen Vorteil könnten Aprilia und Ducati haben: Mit Bezzecchi und Marc Marquez stehen ihnen zwei Referenzfahrer zur Verfügung, die bereits vorab wertvolle Testkilometer auf den neuen Bikes sammeln können.
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