MotoGP: Aero-Revolution geht weiter – jetzt auch bei Aprilia & Suzuki

Nach Yamaha und Ducati in Sepang waren beim MotoGP-Test auf Phillip Island auch Aprilia und Suzuki mit neuer Verkleidung mit innenliegenden Winglets unterwegs.

MotoGP: Aero-Revolution geht weiter – jetzt auch bei Aprilia & Suzuki

Geht man nach den Fahrern der MotoGP, dann haben die meisten immer wieder gesagt, dass sie an Verkleidungen mit oder ohne Winglets kaum Unterschiede spüren. Macht für 2017 nichts, denn prinzipiell sind die Flügel an den Außenseiten der Verkleidungen verboten worden.

Doch bereits beim Sepang-Test vor wenigen Wochen gab es neue Lösungen. Bei Ducati kann bisweilen nur vermuten werden, dass sie ein aerodynamisches Winglet-System auf die Innenseiten der Verkleidungen gelegt haben. Bei Yamaha war dies klar ersichtlich.

Nun kamen auf Phillip Island die Italiener von Aprilia mit einer brachialen Lösung daher. Das neue Aerodynamik-Paket ist vorn in der Verkleidung angebracht und sieht prinzipiell aus, wie ein überdimensionierter Ram-Air-Schlund.

Fotos: Aprilia beim Phillip-Island-Test

Und das Ganze scheint etwas zu bringen. "Die Fakten, die wir im Windtunnel in Italien gesammelt haben, waren sehr interessant", so Aprilia-Neuzugang Aleix Espargaro. "Wir konnten damit ordentlich Downforce erzeugen, ohne Top-Speed zu verlieren, was immer sehr wichtig ist."

"Hier war das Gefühl aber etwas komisch, denn diese Strecke ist sehr eigen, hat viele Richtungswechsel und ist verdammt schnell – was das Motorrad insgesamt etwas schwerer macht", so der Spanier weiter.

Aber die neue Verkleidung soll mit Gewissheit in Katar noch mal zum Einsatz kommen. "Der spürbare Unterschied ist echt hoch. Das müssen wir noch mal auf einer normaleren Rennstrecke probieren", sagt Espargaro.

Hauptziel sei es, den Abtrieb zu nutzen und dabei eben keine Spitzenleistung zu verlieren, schließlich arbeite man "extrem hart, um Pferdestärken zu finden." Die Ansage ist daher klar: "Ich will nicht, dass uns die Verkleidung auf den Geraden aufhält. Wenn wir den gleichen Top-Speed halten und ein wenig mehr Power am Kurvenausgang haben, ist das immer gut."

Die Ansage über das Verhältnis Abtrieb zu Top-Speed ist dabei klar: "Wenn wir nur 2 oder 3 km/h verlieren, werde ich sie nicht einsetzen", stellt Espargaro klar.

Alex Rins: Unterschiede bei Suzuki klar spürbar

Bike von Alex Rins, Team Suzuki MotoGP
Bike von Alex Rins, Team Suzuki MotoGP

Foto: Oriol Puigdemont

Auch Suzuki setzte am Donnerstag in Australien ein Verkleidungs-Update ein. Dabei wurden Leisten auf die Kanzel neben der Scheibe angebracht. "Die sind wir bei den letzten beiden Runs gefahren", so Rookie Alex Rins.

"Die Schlüsse daraus sind noch nicht ganz klar, ich bin nur 10 Runden damit gefahren, aber es sind klar Unterschiede zur normalen Verkleidung spürbar. Aber wir müssen noch checken, ob alles gut funktioniert – ob wir Zeit verlieren oder Zeit gewinnen", so Rins.

Fotos: Suzuki beim Phillip-Island-Test

Gefühlsmäßig habe er mit der neuen Verkleidung "weniger Wheelies gespürt", rundet der Spanier ab.

Mit Informationen von Oriol Puigdemont

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