MotoGP Argentinien: Miller pokert sich zur Sensations-Pole

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MotoGP Argentinien: Miller pokert sich zur Sensations-Pole
Autor: Juliane Ziegengeist
07.04.2018, 19:04

Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller sorgt für die Überraschung und rast zur Pole-Position - Marc Marquez verkalkuliert sich - Ducati und Yamaha enttäuschen.

Jack Miller, Pramac Racing
Polesitter Jack Miller, Pramac Racing, 2. Dani Pedrosa, Repsol Honda Team, 3. Johann Zarco, Monster
Polesitter Jack Miller, Pramac Racing
Jack Miller, Pramac Racing
Jack Miller, Pramac Racing
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Tito Rabat, Avintia Racing
Alex Rins, Team Suzuki MotoGP
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Aleix Espargaro, Aprilia Racing Team Gresini
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Randsteine in Termas de Rio Hondo
Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS

Jack Miller hat die Reifenlotterie im Qualifying zum Großen Preis von Argentinien gewonnen und sich bei Mischbedingungen überragend die Pole-Position gesichert. Der Pramac-Ducati-Pilot wagte trotz feuchter Stellen auf der Strecke den Wechsel auf Slicks und wurde mit einer Bestzeit von 1:47.153 Minuten belohnt. Honda-Pilot Dani Pedrosa und Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) schafften den Sprung in Reihe eins, während die Favoriten enttäuschten.

Fotos: MotoGP in Termas de Rio Hondo

War die Strecke im vierten Freien Training noch richtig nass, trocknete der Asphalt auf der Ideallinie in den Qualifyings zusehends ab - schwierige Bedingungen für eine Zeitenjagd mit Regenreifen. Deshalb entschieden sich Miller und Honda-Star Marc Marquez bei noch sechs Minuten auf der Uhr für einen Wechsel aus Slicks. Doch der Weltmeister kam nach nur einer Runde wieder an die Box und ging zurück auf Regenreifen.

Q2-Ergebnis beim GP Argentinien

Miller zauberte indes auf Slicks rote Sektorenzeiten in den Asphalt, brachte diese aber zunächst nicht bis zum Schluss ins Ziel, vor allem weil der letzte Streckenabschnitt noch zu feucht war. Auf seiner allerletzten schnellen Runde schaffte der Australier dann aber sensationell den Sprung an die Spitze. Sein Mut zahlte sich mehr als aus.

Jack Miller trotz Beinahe-Sturz auf Pole-Position

"Es war ein großer Poker!", gab der Polesetter im Parc ferme zu. "Aber ich habe es verstanden und habe mich daran erinnert, wie (Khairul Idham) Pawi hier im Regen in der Moto3 gewonnen hat und wie viel Grip die Strecke im Regen hat. Die Ideallinie war mehr oder weniger trocken. Solange ich auf dieser Linie bleibe, ist es okay. Aber die Kurven 7 und 8 waren extrem rutschig." Einmal wäre er fast abgeflogen, erinnert er sich.

Umso glücklicher zeigte sich Miller darüber, für sein neues Team gleich am zweiten Rennwochenende der Saison die Pole geholt zu haben. "Morgen hoffe ich auf einen guten Start und versuche, vorne mitzumischen. Ich habe im Trockenen einen guten Speed und hoffe auf ein Trockenrennen", blickt der Pramac-Pilot voraus.

Zarco, der es nach seinem Pole-Erfolg von Katar abermals in Reihe eins schaffte, zeigte sich von Millers Pace beeindruckt. Er selbst sei am Ende etwas verunsichert gewesen, "denn einige haben Slicks gewählt und andere Regenreifen", so Zarco. "Ich habe über Slicks nachgedacht, weil ich Jack gesehen habe. Ich habe mich aber wieder für Regenreifen entschieden. Er hat es aber richtig gemacht. Ich weiß nicht, ob ich diese Zeit mit Slicks auch fahren hätte können."

Marc Marquez kommt Rückzieher teuer zu stehen

Auch der Zweitplatzierte Pedrosa merkte an: "Es war schwierig, sich zwischen Slicks und Regenreifen zu entscheiden. Die Linie war trocken, aber eine Kurve war noch komplett nass. Deswegen war ich mir nicht sicher, die Slicks zu nehmen. Das Motorrad wäre bereit gewesen. In meinem ersten Versuch war ich nicht so schnell, also habe mich für die Regenreifen entscheiden, um Druck zu machen. Zum Glück gelang mir eine gute Zeit."

Auf die Pole-Zeit von Miller fehlten dem Spanier nur 0,177 Sekunden. Vielleicht wäre sogar noch mehr gewesen, doch seinen letzten Versuch musste Pedrosa abbrechen. In jedem Fall mehr möglich gewesen wäre bei Honda-Teamkollege Marquez, der als haushoher Favorit galt, nach seinem Wechsel von Slicks zurück auf Regenreifen aber nicht mehr angreifen konnte.

Zunächst als Fünfter abgewunken, fiel er noch auf Rang sechs zurück. Sechs Zehntelsekunden trennten ihn von einer möglichen fünften Argentinien-Pole in Folge - und das obwohl er in FP4 noch nach Belieben dominiert hatte. Stattdessen beschließt er die zweite Startreihe hinter Tito Rabat (Avintia-Ducati/4.) und Alex Rins (Suzuki/5.). Aprilia-Pilot Aleix Espargaro führte das Klassement lange an, wurde dann aber auf Position sieben verwiesen.

Ducati und Yamaha enttäuschen - Rossi nur Elfter

Andrea Dovizioso blieb im Qualifying blass. Er stellte seine Ducati auf den achten Startplatz. Auch die Yamaha-Werkspiloten enttäuschten: Maverick Vinales kam nicht über Platz neun hinaus, Valentino Rossi wurde hinter Cal Crutchlow (LCR-Honda) Elfter. Andrea Iannone unterlag einmal mehr seinem Suzuki-Teamkollegen. Der Italiener wird das morgige Rennen von Startplatz zwölf in Angriff nehmen müssen.

Im Kampf um die letzten beiden Plätze für Q2 hatten sich zuvor Dovizioso und Aleix Espargaro durchgesetzt. Die Session war mit den drei Werksducatis hochkarätig besetzt, letztlich konnte sich von ihnen aber nur Dovizioso durchsetzen. Er hatte das Tableau bis zur letzten Sekunde mit einer Zeit von 1:49.518 Minuten angeführt und war bereits an die Box abgebogen, als der Rest des Feldes noch um die vorderen Plätze kämpfte.

Schließlich unterbot Aprilia-Pilot Espargaro Doviziosos Zeit am Ende doch noch um knapp vier Zehntelsekunden und schnappte ihm den Spitzenplatz in Q1 weg. Und nicht nur das: Jorge Lorenzo (Ducati), zu diesem Zeitpunkt noch Zweiter, flog aus den Rängen für den Sprung in Q2 und schlug verärgert auf den Tank seiner Desmosedici.

Tom Lüthi auf Startplatz 20 vor Franco Morbidelli

In der Endabrechnung fiel er sogar noch auf Rang vier hinter Markenkollege Karel Abraham (Angel-Nieto-Team) zurück. Lorenzo steht im morgigen damit auf Startplatz 14. Auch Danilo Pertrucci (Pramac-Ducati) enttäuschte auf der dritten GP18. Er belegte hinter Scott Redding (Aprilia) und Pol Espargaro (KTM) sowie MotoGP-Rookie Xavier Simeon (Avintia-Ducati) nur Rang acht. Das bedeutet Startplatz 18 für Sonntag.

Reihe sieben wird dann von Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Team) angeführt. Neben ihm stehen Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) und Bradley Smith (KTM). Die letzte Startreihe machen drei Rookies komplett: Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda), Hafizh Syahrin (Tech-3-Yamaha) und Takaaki Nakagami (LCR-Honda) runden den Grid ab. Am Sonntag wird es für sie um 20 Uhr MESZ ernst, dann startet der Große Preis von Argentinien.

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