MotoGP Barcelona 2026: Schwere Unfälle überschatten "Diggia"-Sieg
Ein technischer Defekt bei der KTM von Pedro Acosta löst einen schweren Sturz von Alex Marquez aus - Beim ersten Neustart stürzt Johann Zarco schwer
Das ist von der Ducati von Alex Marquez übriggeblieben
Foto: AFP
Der Grand Prix von Katalonien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya musste nach schweren Unfällen zweimal abgebrochen werden. Der erste Zwischenfall ereignete sich in der zwölften Runde. Zu diesem Zeitpunkt führte Pedro Acosta (KTM) knapp vor Alex Marquez (Gresini-Ducati) und Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia).
Auf der Geraden zwischen den Kurven 9 und 10 beschleunigte die KTM von Acosta plötzlich nicht mehr. Alex Marquez war so dicht dahinter, dass er nicht mehr reagieren konnte und mit der KTM kollidierte.
Dabei kam Alex Marquez rechts neben die Strecke auf die Wiese und stürzte dort schwer. Seine Ducati überschlug sich mehrfach, zerlegte sich in Einzelteile und flog zurück auf die Strecke, wo sich überall Trümmer verteilten.
Raul Fernandez und Johann Zarco (LCR-Honda) wurden von Teilen getroffen. Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) stürzte auf einem Trümmerteil. Das Rennen wurde sofort abgebrochen. Sofort kümmerten sich die Hilfskräfte um Alex Marquez.
Die Rennleitung meldete, dass er bei Bewusstsein war. Die restlichen Fahrer kehrten zurück an die Box. Enea Bastianini (Tech3-KTM), der schon zuvor mit technischem Defekt ausgeschieden war, durfte nicht am Neustart teilnehmen.

Alex Marquez musste nach dem schweren Unfall behandelt werden
Foto: Getty Images Europe
Bei KTM gab es nicht nur die technischen Probleme bei Acosta und Bastianini, sondern auch bei Brad Binder. Er war bereits nach der Aufwärmrunde an die Box gekommen und musste aus der Boxengasse starten.
Der Neustart wurde für 13 Runden angesetzt. Die Startaufstellung basierte auf dem Klassement nach der elften Runde. Alex Marquez wurde zunächst ins Medical Center gebracht und anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.
Unfall mit Johann Zarco beim Neustart
Aus der ersten Reihe starteten Acosta, Raul Fernandez und Jorge Martin (Aprilia). In der zweiten Startreihe standen Di Giannantonio, Zarco und Franco Morbidelli (VR46-Ducati). Alle wechselten auf den weichen Hinterreifen.

Johann Zarco blieb mit dem linken Bein beim Motorrad hängen
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Beim Start kam es im Mittelfeld zu einem weiteren schweren Unfall, woraufhin das Rennen abermals abgebrochen wurde. Zarco, Francesco Bagnaia (Ducati) und Luca Marini (Honda) kollidierten. Die beiden Italiener blieben unverletzt.
Zarco hatte sich bei einem Motorrad mit dem linken Fuß verfangen, aber auch er war laut Rennleitung ansprechbar. Die Wiederholung zeigte, dass Zarco beim Anbremsen von Kurve 1 Marini ans Hinterrad gefahren war.
Erneut rückte der Krankenwagen auf die Strecke aus, um Zarco zu versorgen. Der Franzose wurde ins Medical Center gebracht und anschließend ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert.
Raul Fernandez kollidiert mit Jorge Martin
Der zweite Neustart erfolgte für eine Distanz von zwölf Runden. Diesmal ging in der ersten Kurve alles gut. Acosta übernahm vor Martin, Raul Fernandez und Joan Mir (Honda) die Führung. Dann kollidierten in Kurve 5 Raul Fernandez und Martin, wobei Martin im Kiesbett stürzte.
Raul Fernandez war innen und hatte seinen Markenkollegen von der Strecke geschoben. Acosta führte nach der ersten Runde vor Mir, Bagnaia, Fabio Quartararo (Yamaha) und Di Giannantonio.
In der Folge machte Mir Druck auf den Führenden Acosta. Knapp dahinter folgten die Ducatis von Bagnaia und Di Giannantonio, wobei Di Giannantonio rasch Bagnaia überholte und zum Spitzenduo aufschloss.
Di Giannantonio erobert zweiten MotoGP-Sieg
Die KTM war auf der Geraden schneller als die Honda, weshalb Mir vor Kurve 1 kein Ausbremsmanöver machen konnte. Fünf Runden vor Rennende wurde Mir in Kurve 10 von Di Giannantonio überholt.
Sofort machte der Italiener Druck auf Acosta. Drei Runden vor dem Ziel griff Di Giannantonio in Kurve 10 an und übernahm die Führung. Er konnte sich auch sofort einige Meter von Acosta absetzen.
Das war die Entscheidung. Di Giannantonio feierte nach Katar 2023 seinen zweiten MotoGP-Sieg. Für das VR46-Team von Valentino Rossi war es der erste Sieg seit Marco Bezzecchis Triumph im Herbst 2023 in Indien.
"Zuerst einmal habe ich mir große Sorgen um alle gestürzten Fahrer gemacht", sagt Di Giannantonio. "Heute war für niemanden ein einfacher Tag. Ich hoffe wirklich, dass Alex [Marquez] in Ordnung ist. Wir hatten großes Glück."
"Wir wissen, dass unser Sport großartig ist. Wir versuchen, den Fans eine tolle Show zu bieten, aber wir sind auch Menschen und setzen uns Gefahren aus. Ich hoffe wirklich, dass alle okay sind."
Acosta musste sich nach hinten verteidigen. In Kurve 1 überholte Mir den Spanier zu Beginn der letzten Runde, und in Kurve 3 verlor Acosta auch noch den Podestplatz an Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati).
Damit waren die Positionen bezogen. Mir und Aldeguer feierten ihre ersten Podestplätze in diesem Jahr. Für Acosta kam es noch bitterer. Er stürzte in der Zielkurve und stand mit leeren Händen da.
Die Wiederholung zeigte, dass Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) innen überholt und dabei Acosta berührt hatte. Der Japaner fuhr als Vierter über die Ziellinie. Für dieses Manöver erhielt Ogura eine Zeitstrafe von drei Sekunden.
Somit wurde Bagnaia Vierter, gefolgt von Aprilia-Werksfahrer Bezzecchi. Die Top 10 komplettierten Quartararo, Marini, Binder, Ogura und Diogo Moreira (LCR-Honda). Nach der Zeitstrafe wurde Ogura als Neunter gewertet.
Ab Platz elf kamen Alex Rins (Yamaha), Morbidelli, Maverick Vinales (Tech3-KTM), Jack Miller und Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) ins Ziel (zum Rennergebnis).
Allerdings könnte sich das Ergebnis noch ändern, da gegen Razgatlioglu, Fernandez, Mir, Rins, Miller und Bagnaia eine Untersuchung wegen des Mindestdrucks im Vorderreifen eingeleitet wurde.
Der nächste Grand Prix findet in Italien statt. Vom 29. bis 31. Mai wird in Mugello gefahren (zum Kalender).
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