MotoGP-Bikes werden immer schneller: Sturzräume der Strecken werden zu klein

Schwere Stürze in Jerez werfen Fragen bezüglich der Sicherheit auf - Weil die MotoGP-Raketen immer schneller werden, reichen viele Sturzräume nicht mehr aus

MotoGP-Bikes werden immer schneller: Sturzräume der Strecken werden zu klein

Im Samstagstraining hatten sowohl Marc Marquez als auch sein Teamkollege Pol Espargaro schwere Stürze in Kurve 7. Beide knallten in den Airfence. Das warf Fragen bezüglich der Sicherheit der Jerez-Strecke auf. Im Warm-up flog an dieser Stelle Moto2-Fahrer Celestino Vietti ab. Sein Motorrad schlug so heftig ein, dass der Airfence beschädigt wurde.

"Das ärgert mich", sagt Aleix Espargaro. "Warum muss man auf Stürze warten, bevor man über die Sicherheit spricht? Wir haben schon oft gesagt, dass die Mauern hier sehr nahe stehen. Niemand ist in Kurve 12 gestürzt, aber dort steht die Mauer drei Meter neben der Strecke. Die Kurve geht mit 200 km/h."

"Jerez ist eine sichere Strecke, aber die MotoGP wird immer schneller und schneller. Früher hat man in Kurve 7 gebremst. Jetzt schaltet man vom sechsten in den siebten Gang. Wir haben so viel Anpressdruck, es ist unglaublich. Die Kurse werden kleiner und kleiner."

Das Problem betrifft nicht nur Jerez, sondern auch andere Kurven auf andere Strecken. Deutliche Worte findet Marquez, der bei seinem Sturz unverletzt geblieben ist. Er klagte aber über einen steifen Hals, weshalb er am Testtag am Montag nur sieben Runden fuhr.

Marquez hinterfragt: Ist diese technische Entwicklung notwendig?

"Wir werden immer schneller und schneller", sagt der sechsmalige MotoGP-Weltmeister. "Das ist normal. Wir sind in der MotoGP. Die Hersteller versuchen immer die Motorräder schneller zu machen. Wenn es die Regeln erlauben, dann wollen auch die Fahrer schnellere Bikes."

 

"Das bedeutet, dass die Auslaufzonen immer kleiner und kleiner werden. Das betrifft nicht nur Jerez, sondern viele Strecken im Kalender. Bei dem Tempo, das wir fahren, werden die Auslaufzonen immer kleiner und kleiner."

Marquez kritisierte bereits in Portimao, dass die Holeshot-Vorrichtungen seiner Meinung nach für die Show nichts bringen. Er kann nachvollziehen, dass die Hersteller neue Entwicklungsbereiche erforschen und immer schneller werden wollen.

"Aber wir Fahrer sollten auch eine Position beziehen", hält Marquez fest. "Brauchen wir diese Holeshot-Sachen? Müssen wir in Katar 362 km/h auf der Geraden fahren? Wir brauchen das nicht, aber momentan ist das so. Wir arbeiten mit den Herstellern, damit wir schneller werden."

"Aber wenn es in diese Richtung weitergeht, dann werden die Auslaufzonen auf allen Rennstrecken dieser Welt zu klein", mahnt Marquez. Sollte dann im Umkehrschluss versucht werden, die MotoGP-Motorräder per Reglement einzubremsen?

Sollten die Motorräder eingebremst werden?

Nein findet Aleix Espargaro: "Aprilia nutzt die Technologie für Straßenmotorräder. So wie sich die Fahrer und Teams auf neue Technologie einstellen müssen, müssen das auch die Strecken tun. Man muss darüber nachdenken und einige Stellen modifizieren."

 

Bereits am Freitag, also vor den Stürzen der beiden Honda-Fahrer in Kurve 7, wurde in der Sicherheitskommission über das Thema zu kleine Auslaufzonen in Jerez gesprochen. Für die Zukunft soll die Strecke Veränderungen vornehmen.

Diesbezüglich geht es um viele Details. Jack Miller findet einen Bereich in Jerez suboptimal: "Aus meiner Sicht sind es die Kiesbetten. Die Steine sind so groß wie in einem Fluss. Man sinkt nicht ein, sondern springt über das Kiesbett. Es ist nicht weich wie zum Beispiel in Aragon, wo man im Kiesbett verlangsamt wird. Das wäre die einzige Lösung für Kurve 7."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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