MotoGP-Feld gratuliert Quartararo: "Diese Saison mit Abstand der Beste"

Nach dem Titelgewinn von Fabio Quartararo ehrt die MotoGP-Konkurrenz den jungen Franzosen mit Glückwünschen und analysiert seine außergewöhnliche Saison 2021

MotoGP-Feld gratuliert Quartararo: "Diese Saison mit Abstand der Beste"

Mit dem vorzeitigen Gewinn der Motorrad-WM 2021 am vergangenen Sonntag in Misano hat Fabio Quartararo Yamaha nicht nur den ersten Fahrertitel seit Jorge Lorenzo im Jahr 2015 beschert, sondern sich selbst mit nur 22 Jahren zum ersten französischen Weltmeister in der Königsklasse gekrönt.

Dazu reichte dem Franzosen beim Grand Prix der Emilia-Romagna nach einer starken Aufholjagd von Startplatz 15 der vierte Rang, nachdem sein einziger verbliebener Titelrivale Francesco Bagnaia in Führung liegend gestürzt war. Der Ducati-Pilot gratulierte Quartararo als einer der Ersten, als dieser ins Parc Ferme fuhr.

Auch Bagnaias Teamkollege Jack Miller, der in Misano ebenfalls in aussichtsreicher Position stürzte, gratuliert fair. "Er ist ein absolut verdienter Champion. Er hatte fünf Siege in diesem Jahr und war der Konstanteste, denn selbst in für ihn schwierigen Rennen war er nicht schlecht", analysiert er Quartararos Saison.

"Er hat es also wirklich verdient. Ich freue mich für sie, aber natürlich wollten wir es so weit wie möglich hinauszögern. Es sollte nicht sein", sagt Miller über die verpasste Chance in Misano. "Aber er ist guter, junger Kerl und ich freue mich für ihn."

Zarco: Besser als Marquez zum 9. oder 10. Mal

"Mit Blick auf Ducati wäre es natürlich gut gewesen, wenn Bagnaia die Titelentscheidung bis zum letzten Rennen hätte hinauszögern können", ergänzt Pramac-Pilot Johann Zarco. "Aber Fabio war in dieser Saison konstanter als Bagnaia, der die letzten vier Rennen sehr stark war und immer näher herankam."

"Doch Fabio konnte, selbst wenn er Probleme hatte, gut punkten", weiß Quartararos Landsmann. "Und ich freue mich für ihn. Es ist großartig für Frankreich, einen Weltmeister in der MotoGP zu haben. Ihm ist eine perfekte Saison gelungen. Respekt dafür!"

Zarco erhofft sich davon auch einen Schub für den französischen Nachwuchs: "Es werden nicht sofort Kanäle wie in Spanien und Italien entstehen, aber wir haben zumindest Elemente, die die Menschen zum Träumen bringen, und das ist gut. Es ist besser, dass es ein Franzose ist als zum Beispiel Marquez zum 9. oder 10. Mal."

Marc Marquez, der das Rennen am Sonntag gewann, zollt dem neuen Weltmeister ebenfalls Respekt: "Er war der schnellste, der konstanteste und beste Fahrer dieses Jahres. Das macht ihn zum Champion. Er fuhr eine unglaubliche Saison, war immer schnell und sehr konstant, und was am wichtigsten ist: Er war in der Lage zu leiden."

Marquez will Quartararo 2022 herausfordern

"Wenn er Probleme hatte, konnte er immer noch in die Top 5 oder sogar aufs Podium fahren. Wir werden versuchen, von ihm zu lernen, und 2022 mit ihm um die Weltmeisterschaft zu kämpfen." Dann hofft Marquez, fit genug zu sein und mit der neuen Honda ein konkurrenzfähiges Paket zu haben, um Quartararo herauszufordern.

Das war in dieser Saison eigentlich das Ziel von Joan Mir, der seinen Titel von 2020 verteidigen wollte. "Natürlich bin ich traurig, dass ich es dieses Jahr nicht geschafft habe. Aber er verdient es absolut, denn er war in dieser Saison einfach mit Abstand der Beste", sagt Mir. "Also Gratulation an ihn, Yamaha und das ganze Team."

Valentino Rossi, den Quartararo in dieser Saison im Yamaha-Werksteam ablöste, betont: "Ich war immer der Meinung, dass es die richtige Entscheidung war, Quartararo ins Werksteam zu holen. Aber vielleicht war es keine besonders gute Entscheidung, mich nicht im Werksteam zu haben für das letzte Jahr. (lacht)"

"Wie auch immer, Quartararo verdient diesen Titel. Er war immer sehr schnell und hat keine Fehler gemacht. Insofern hat er es verdient und ich freue mich für ihn und für Yamaha", sagt Rossi weiter. Er fuhr vier seiner sieben MotoGP-Titel mit Yamaha ein.

Dovizioso: "Er hat etwas Verrücktes gemacht"

Andrea Dovizioso wechselte nach vielen Jahren bei Ducati erst im Laufe dieser Saison zum japanischen Hersteller. Bei Petronas pilotiert er aktuell noch eine ältere Spezifikation der M1, soll aber 2022 mit aktuellem Werksmaterial versorgt werden. Über Quartararo sagt er: "Er hat dieses Jahr etwas Verrücktes gemacht."

"Er ist so gut darin, die Stärken des Motorrads zu nutzen, und gleichzeitig so gut darin, die Schwächen nicht zu zeigen. So konstant zu sein wie er in jedem Rennen dieser Saison, ist etwas wirklich Besonderes. Er war in der Lage, überall konstant zu sein, weil er seinen Fahrstil überall und jedes Mal auf der Strecke umsetzen kann."

"Es ist nicht so, dass ihm das nur auf bestimmten Strecken mit einem gewissen Griplevel gelingt. Er ist schnell bei allen Bedingungen, bei allen Temperaturen, auf allen Strecken", hält Dovizioso fest. "Er bremst sehr spät, was per se nicht schwer ist, aber er kann das Bike dann eben trotzdem zu umlegen, wie er es tut."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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