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MotoGP-Format in der Kritik: Brivio fordert eigenes Sprint-Qualifying

Trackhouse-Teamchef Davide Brivio stellt das aktuelle MotoGP-Wochenendformat infrage - Sein Vorschlag: getrennte Qualifyings für Sprint und Grand Prix

MotoGP-Format in der Kritik: Brivio fordert eigenes Sprint-Qualifying

Davide Brivio würde das Vor-Qualifying am Freitag am liebsten abschaffen

Foto: Alexander Trienitz

Davide Brivio fordert eine grundlegende Reform des aktuellen Wochenendformats in der MotoGP: Der Freitag habe derzeit zu viel sportliches Gewicht, ein einzelner schwacher Trainingsabschnitt könne das gesamte Rennwochenende ruinieren.

Der Vorschlag des Trackhouse-Teamchefs: getrennte Qualifyings für Sprint und Grand Prix mit zwei unterschiedlichen Startaufstellungen und mehr Spannung über alle Tage hinweg.

Seit 2023 fährt die MotoGP an jedem Rennwochenende zusätzlich zum Grand Prix ein Sprint am Samstag. Anders als in der Formel 1, wo Sprint-Events nur ausgewählt stattfinden und separate Qualifyings stattfinden, entscheidet in der MotoGP eine einzige, zweigeteilte Quali-Session über die Startplätze für beide Rennen.

Zudem werden bereits am Freitag zehn der zwölf Plätze für Q2 vergeben. Wer dort nicht schnell genug ist, muss am Samstag über Q1 gehen. Wegen der stark gewachsenen Aero-Abhängigkeit ist die Startposition wichtiger denn je. Überholen wird durch die verwirbelte Luft des Vordermanns zunehmend schwieriger.

Brivio will Vor-Qualifying am Freitag abschaffen

Genau hier sieht Brivio Handlungsbedarf. Ein eigenes Sprint-Qualifying am Freitag und ein separates Qualifying für das Hauptrennen würden seiner Ansicht nach das Risiko verteilen und den sportlichen Verlauf abwechslungsreicher machen.

"Das ist meine persönliche Meinung, aber ich mag Freitagnachmittage nicht, an denen man schon in den Top 10 sein muss, und das wirkt sich auf das ganze Wochenende aus", sagt er gegenüber Motorsport.com, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com.

"Der Freitag sollte das Sprint-Qualifying sein, und dann sollte es ein echtes Qualifying für das Sonntagsrennen geben, sodass man zwei unterschiedliche Startaufstellungen hat und das Wochenende nicht ruiniert ist, wenn am Freitagnachmittag etwas schiefgeht", schlägt der erfahrene MotoGP-Teamchef vor.

"Meiner Meinung nach wäre das auch spektakulärer, würde mehr Interesse erzeugen, und es gäbe mehr Ergebnisse, die man über das Wochenende hinweg verfolgen kann."

Seit der Übernahme der Rennserie durch Liberty Media Mitte 2025 wird im Fahrerlager intensiv über neue Wachstums- und Marketingstrategien diskutiert. Ein einfaches Kopieren des Erfolgsmodells aus der Formel 1 gilt jedoch als unwahrscheinlich. Stattdessen seien speziell zugeschnittene Lösungen nötig.

Brivio, der zwischenzeitlich selbst in der Formel 1 gearbeitet hat, sieht für die MotoGP vor allem international noch deutliches Entwicklungspotenzial, besonders in den USA, aber auch in weiteren Märkten. Gleichzeitig müssten die Fahrer als Hauptfiguren der Rennserie öffentlich stärker positioniert werden.

Formel 1 nicht kopieren, aber als Ideengeber

"Was alle erwarten und was meiner Meinung nach das Hauptziel von Liberty Media ist: bei Kommunikation und Marketing eingreifen, um Publikum und Fanbase sowohl zahlenmäßig als auch in der geografischen Abdeckung zu vergrößern", so Brivio.

Dabei gehe es auch darum, in Kontinente zu expandieren, in denen man noch nicht sehr präsent ist. "Es wird viel über die Vereinigten Staaten gesprochen", weiß der Italiener, "aber die Welt ist groß, und je weiter wir expandieren, desto besser."

In der Formel 1 habe Liberty Media "sehr gute Arbeit" geleistet. "Und ich glaube, wir haben Ideen und Strategien, um dieses Modell auch in die MotoGP zu übertragen."

Doch auch Brivio warnt: "Formel 1 und MotoGP kann man nicht einfach kopieren. Es gibt Unterschiede, aber die Erfahrung aus der Formel 1 wird hilfreich sein. Einige Dinge werden die Aktivitäten hier inspirieren, das ist es, was wir erwarten."

"Aus sportlicher Sicht funktioniert das, was wir auf der Strecke zeigen, bereits sehr gut. Die Rennen sind spektakulär, also bewerben und vermarkten wir sie ständig. Vielleicht bräuchten wir noch ein paar charismatischere Fahrer, die stärker herausstechen. Daran müssen wir ein wenig arbeiten", räumt der Teamchef ein.

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