MotoGP FT1 Le Mans 2026: Luca Marini sorgt für Honda-Bestzeit
Honda-Fahrer Luca Marini beginnt das Frankreich-Wochenende mit der Bestzeit - Die vermeintlichen Favoriten bleiben bei gebrauchten Reifen und zeigen keine Topzeiten
Luca Marini fuhr im ersten Training die schnellste Runde
Foto: Mirco Mirco
Die erste Bestzeit beim Grand Prix von Frankreich 2026 auf dem Bugatti-Circuit in Le Mans ging an Honda. Luca Marini fuhr als erster Fahrer im Feld unter 1:30 Minuten. Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Pedro Acosta (KTM) belegten die Plätze zwei und drei (zum Ergebnis).
Das erste Training fand bei Sonnenschein und schon vielen Fans auf den Tribünen statt. Franco Morbidelli (VR46) durfte erst nach fünf Minuten losfahren. Es war eine Strafe, weil er in Jerez in Q1 seine rauchende Ducati nicht abgestellt hatte.
Nach dem Jerez-Test gab es einige technische Neuerungen. Ducati fuhr bei allen Motorrädern, also auch bei den beiden GP25 von Morbidelli und Fermin Aldeguer (Gresini), mit einem neuen Chassis.
Bei KTM verwendete Acosta die neue Aero. Auch Honda setzte die überarbeitete Verkleidung ein, die Aprilia ähnelt. Bei Yamaha wechselte Fabio Quartararo auf die Aero des Vorjahres, die ihm ein besseres Vorderradgefühl vermittelt.
Für Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu, der an seiner Pramac-Yamaha ebenfalls mit den alten Flügeln fuhr, war der Bugatti-Circuit völliges Neuland. Er sah das aber als Vorteil, da er dadurch keine Superbike-Linien im Hinterkopf hatte.
Bei Asphalttemperaturen von 20 Grad Celsius fuhren alle mit dem Medium-Hinterreifen. Der Großteil der Fahrer wählte vorne die weiche Option. Im ersten Run verlor Jorge Martin an der Sitzverkleidung seiner Aprilia einen "Leg-Wing".
Für den letzten Run wechselten die beiden KTM-Fahrer Acosta und Brad Binder auf den harten Vorderreifen, der in der Vergangenheit oft sehr gut zur RC16 passte, besonders auf Strecken mit vielen Bremszonen wie Le Mans.
Topfavoriten wechseln nicht die Reifen
Fünf Minuten vor Trainingsende fuhr Marini mit neuen Reifen die erste Runde des Tages unter 1:31 Minuten. Der Honda-Fahrer blieb zunächst mit 1:30.857 Minuten auch als einziger unter 1:31.
Di Giannantonio absolvierte die gesamte Session mit einem einzigen Reifensatz. Kurz nach Trainingsende bekam er eine zuvor wegen Tracklimits gestrichene Runde zurück. Damit war der Italiener Zweiter, nur 0,054 Sekunden hinter Marini.
Mit einem Rückstand von zwei Zehntelsekunden verbesserte sich Acosta auf Platz drei. Vorjahressieger Johann Zarco (LCR-Honda) erzielte mit gebrauchten Reifen die viertschnellste Zeit und löste Jubel auf den Tribünen aus.
Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) fuhr zum Schluss mit einem neuen Medium-Hinterreifen und wurde Fünfter. Auch Alex Rins wechselte am Ende auf einen neuen Medium-Hinterreifen und verbesserte sich damit auf Platz sechs.
Der Spanier fuhr bei seiner Yamaha im Gegensatz zu Quartararo die Aerodynamik von diesem Jahr. Jerez-Sieger Alex Marquez (Gresini-Ducati) blieb bei einem Reifensatz und beendete den Vormittag als Siebter.
Ai Ogura belegte mit der zweiten Trackhouse-Aprilia Rang acht. Weltmeister Marc Marquez (Ducati) blieb ebenfalls bei einem Reifensatz und verbesserte sich zum Schluss auf Platz neun. Sein Rückstand auf Marini betrug eine halbe Sekunde.
Die Top 10 komplettierte Binder. Der WM-Führende war auf Platz 14 zu finden: Marco Bezzecchi wechselte ebenfalls nicht auf neue Reifen. Er hatte 0,675 Sekunden Rückstand. Sein Aprilia-Teamkollege Martin wurde direkt dahinter 15.
Jonas Folger hat erstmals seit Assen 2023 wieder einen MotoGP-Einsatz. Der Deutsche vertritt im Tech3-KTM-Team Maverick Vinales. Erwartungsgemäß belegte Folger den letzten Platz im Feld. Sein Rückstand betrug 3,2 Sekunden.
Zwischenfälle und Stürze gab es im ersten Training nicht. Nach der Session gab es bei den Übungsstarts einen Schreckmoment. Zarco kam im Rechtsbogen zur Schikane links von der Strecke ab, weil das vordere Holeshot-System aktiviert war.
Das Nachmittagstraining beginnt um 15:00 Uhr. Dann entscheidet sich, wie immer, welche zehn Fahrer sich direkt für Q2 qualifizieren.
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