MotoGP-Hitzeschlacht in Thailand: "Als ob die Haut brennt"

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MotoGP-Hitzeschlacht in Thailand:
Juliane Ziegengeist
Autor: Juliane Ziegengeist
Co-Autor: Oriol Puigdemont
17.02.2018, 15:43

Heiß, heißer, Buriram: Die MotoGP-Piloten leiden unter den hohen Temperaturen und ziehen interessante Vergleiche zur Hitze in Sepang - Was der Streckenarzt rät

Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3 practice start
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Alvaro Bautista, Aspar Racing Team
Alvaro Bautista, Angel Nieto Team

Auch wenn viele MotoGP-Piloten dem Chang International Circuit in Buriram ein einfaches Layout bescheinigen und die Strecke für technisch wenig anspruchsvoll halten, ist das Fahren auf dem 4,6 Kilometer langen Kurs kein Spaziergang. Denn vor allem die äußeren Bedingungen machen ihn zu einer körperlichen Herausforderung. Es herrschen Lufttemperaturen von bis zu 40 und Asphalttemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius.

Bildergalerie: MotoGP-Test in Buriram

Die Bedingungen sind eine Belastungsprobe für Mensch und Maschine. "Die Hitze ist erdrückend. Das ist vielleicht die schlimmste Hitze, in der ich je gefahren bin", berichtet Honda-Pilot Dani Pedrosa. Und auch Tech-3-Yamaha-Fahrer Johann Zarco leidet: "Als ich rausfuhr, so gegen halb vier, war es wirklich seltsam. Die Luft war so dermaßen heiß - wie in einer Sauna. Es fühlte sich fast so an, als ob deine Haut brennen würde."

Hohe Temperaturen ist die MotoGP gewöhnt. Bereits der erste offizielle Test des Jahres in Sepang geriet zur Hitzeschlacht. Dennoch sei die Hitze dort eine andere, wie Yamaha-Star Valentino Rossi betont. "Hier (in Buriram; Anm. d. R.) ist es leichter als in Malaysia. Dort liegt die Luftfeuchtigkeit immer bei 90 bis 95 Prozent. Hier spürst du beim Atmen zumindest ein klein wenig Sauerstoff, in Malaysia nicht", erklärt der Italiener die Unterschiede.

Ähnlich äußert sich Alvaro Bautista (Avintia-Ducati): "Hier ist es heißer als in Sepang, aber die Luftfeuchtigkeit ist geringer. Man kann besser atmen und fühlt sich weniger müde." Zum Vergleich: In Buriram liegt die Luftfeuchtigkeit bei 30 bis 40 Prozent. "Die körperliche Anstrengung ist auf dieser Strecke daher etwas geringer. Man kann längere Runs fahren. Aber dennoch ist es bei 35 Grad Celsius nicht einfach", urteilt Rossi.

Erschwerend hinzu komme, "dass diese Tests zu Beginn der Saison stattfinden und man noch nicht seine 100 Prozent erreicht hat", erklärt der MotoGP-Routinier. "Das wird aber normalerweise während der Saison besser. Es bleibt jedoch eine große Anstrengung." Ist sie vielleicht sogar größer denn je? Dr. Michele Zasa (Clinica Mobile) zweifelt zumindest daran, dass Fahrer vor 20 Jahren ein Rennen bei diesem Wetter durchgestanden hätten.

"Für mich war es vor 20 Jahren einfacher! Da war ich 20 Jahre jünger", entgegnet Rossi mit einem Lächeln im Gesicht. "Aber sicherlich haben sich auch die Motorräder verändert, sie sind schneller und schwerer geworden. Das macht es körperlich anstrengender, insbesondere bei solchen Temperaturen. Man muss hart an sich arbeiten." Neben körperlicher Fitness ist es aber auch wichtig, seinen Flüssigkeitshaushalt zu regulieren.

Dr. Zasa rät: "Unter diesen Bedingungen ist die Empfehlung immer gleich: Man muss viel trinken. In der Vergangenheit haben wir gesehen, dass die Fahrer während der Trainings mehrere Kilogramm verloren haben, weil sie jede Menge Wasser ausschwitzen. Einige haben sich vor und nach der Sessions gewogen und während eines Longruns zwei Kilo Wasser verloren." Viele Piloten nutzen deshalb Trinkrucksäcke in der Lederkombi.

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