MotoGP in Barcelona: Historisches Fotofinish beim Sprint
Das Samstagsrennen der MotoGP in Barcelona konnte mit einem spektakulären Duell zwischen Pedro Acosta und Alex Marquez begeistern
Pedro Acosta und Alex Marquez lieferten sich im Sprint ein actionreiches Duell
Foto: Getty Getty
Beim Sprint zum Motorrad-Grand-Prix von Katalonien haben Alex Marquez und Pedro Acosta für das bislang engste Finish in einem Samstagsrennen in der MotoGP-Geschichte gesorgt. 41 Tausendstelsekunden lagen am Ende zwischen dem Ducati-Piloten und dem Supertalent von KTM. Der Sieg im Sprint und zwölf Punkte in der WM-Wertung gingen letztlich an Marquez.
Schon der Start hatte durch eine Kollision zwischen Brad Binder und Fabio Di Giannantonio für Aufsehen gesorgt. Während Acosta das Rennen von der Poleposition anführen konnte, lag Marquez zu Beginn des Sprints hinter dem Honda-Piloten Johann Zarco.
Doch schon kurze Zeit später gelang es Marquez, sich auf der Start-Ziel-Geraden am Franzosen vorbeizuschieben. Bereits in Runde drei folgte der erste Angriff des Ducati-Piloten auf Acosta auf der Außenbahn in Richtung Kurve eins.
In Runde vier gelang dem 30-Jährigen ein Manöver gegen den Polesitter, diesmal auf der Innenbahn.
Rückwärtsgang bei Acosta
Zeitweise konnte sich sogar Raul Fernandez auf seiner Aprilia an Acosta vorbeischieben. Aber kurz vor Schluss fing der KTM-Pilot an, die entstandene Lücke zu Fernandez und Marquez wieder zu schließen. In Runde neun schob sich Acosta dementsprechend wieder am Trackhouse-Piloten vorbei. Die waghalsige Aufholjagd des Spaniers blieb vor heimischem Publikum dennoch unbelohnt.
Manche fühlten sich beim Finish an das legendäre Duell zwischen Valentino Rossi und Jorge Lorenzo erinnert. Der Doctor war 2009 in der letzten Kurve an einem Widersacher vorbeigangen und sorgte für eine der spektakulärsten Szenen der MotoGP-Geschichte. Ein solches Manöver war für Acosta jedoch nicht möglich:
"Ich war zu weit entfernt", so seine Worte nach dem Sprint. "Ich hätte überlegt, es in Kurve zehn zu probieren, aber da war ich schon zu weit weg. Ich hatte im letzten Sektor schon das gesamte Wochenende lang Probleme, da hätte sich nichts geändert."
Auf die Frage, ob Marquez den Spanier hinter sich hatte kommen sehen, lautet die Antwort des Ducati-Piloten: "Zwei oder drei Runden vor Schluss höre ich da ein Bike hinter mir, also versuche ich, so spät wie möglich zu bremsen, die Tür zuzumachen, all solche Dinge eben."
"Ich habe nicht einmal geschaut, wie groß die Lücke in der letzten Runde war. Ich habe einfach mein Bestes gegeben. Aber er war sehr nah dran. Zudem hatte ich Probleme mit dem Vorderrad, deswegen konnte er mich so leicht einholen."
Des Weiteren erklärt Marquez, wo KTM im Vergleich zu seiner Ducati Zeit gewinnen konnte: "Sie sind beim Bremsen wirklich stark. Klar, am Anfang haben sie auf dem Hinterreifen wenig Grip, aber später können sie die Pace wirklich gut mitgehen, da ihre Reifen dann nicht abfallen."
"Das haben wir bei Pedro schon beim letzten GP des Vorjahres gesehen. Er war bei langen Rennen wirklich schnell, also macht man da interessante Fortschritte."
Wieso genau KTM an diesem Wochenende mithalten kann, weiß Acosta selbst nicht ganz genau: "Ich glaube, die Strecke passt einfach zu uns", so der Spanier.
"Es gibt hier eine wirklich lange Gerade und unser Motor ist eigentlich völlig in Ordnung. Dazu hilft das Gripniveau der Strecke, denn auf Kursen, die viel Grip liefern, können wir kaum mit anderen Marken mithalten. Hier ist das wohl etwas anders."
Auf die Frage, ob man morgen im Grand Prix noch einen Schritt weiter gehen kann, antwortet Acosta: "Vielleicht? Dieses Jahr fahre ich endlich den gleichen Reifen, wie alle anderen auch. Morgen sollte es keine Überraschungen mit dem Grip geben. Aber am Ende bleibt das fraglich. Heute waren wir schnell, aber wie es morgen aussieht, wer weiß das schon?"
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