MotoGP in Silverstone: Eine Wildcard und mehrere Ersatzpiloten
Augusto Fernandez erhält in Silverstone seine vierte MotoGP-Wildcard der Saison - Zudem kommen am Wochenende drei Ersatzpiloten zum Einsatz
Augusto Fernandez wird in Silverstone erneut mit einer Wildcard antreten
Foto: Getty Getty
Yamaha-Testfahrer Augusto Fernandez wird beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone an diesem Wochenende erneut als Wildcard-Pilot an den Start gehen. Für den 28-jährigen Spanier ist es bereits der vierte MotoGP-Einsatz der Saison.
Fernandez, der sich aktuell in seiner zweiten Saison als Testfahrer des MotoGP-Teams von Yamaha befindet, war in diesem Jahr bereits bei den Rennen in Spanien, Katalonien und den Niederlanden als Wildcard-Fahrer im Einsatz. Nun folgt sein vierter Auftritt auf der traditionsreichen britischen Rennstrecke.
Yamaha profitiert dabei weiterhin von den erweiterten Test- und Einsatzmöglichkeiten innerhalb des MotoGP-Konzessionssystems. Der japanische Hersteller befindet sich in der Kategorie D und darf insgesamt sechs Wildcard-Einsätze pro Saison nutzen.
Die drei verfügbaren Wildcards für die erste Saisonhälfte hat Yamaha bereits vollständig mit Fernandez ausgeschöpft. In der zweiten Saisonhälfte stehen dem Team weitere drei Möglichkeiten zur Verfügung. Der Einsatz in Silverstone ist der erste davon.
Entwicklungstests in Jerez als Vorbereitung
Vor seinem Wildcard-Auftritt absolvierte Fernandez vergangene Woche gemeinsam mit Andrea Dovizioso zwei private Testtage im spanischen Jerez. Unter den extrem heißen Bedingungen auf der andalusischen Rennstrecke arbeitete Yamahas Entwicklungsteam intensiv an der Zukunft des Projekts.
Der Fokus lag dabei vor allem auf dem neuen 850-ccm-Motorrad, das für die MotoGP-Saison 2027 entwickelt wird. Fernandez konnte jedoch auch mit der aktuellen 1000er einige Runden drehen und an der Abstimmung sowie an der Arbeit mit den Michelin-Reifen feilen, um sich auf seinen Einsatz in Silverstone vorzubereiten.
Nach dem Rennen in Großbritannien bleiben Yamaha theoretisch noch zwei weitere Wildcard-Einsätze für die letzten zehn Saisonrennen. Sollte das Team diese Möglichkeiten nutzen, gilt Fernandez als der wahrscheinlichste Kandidat.
Lecuona und Pol Espargaro springen ein
Der britische Grand Prix wird neben Fernandez auch zwei weitere Fahrer sehen, die nicht zum regulären MotoGP-Stammfeld gehören. Iker Lecuona, derzeit Fahrer im Ducati-Werksteam der Superbike-Weltmeisterschaft, springt bei Gresini für Fermin Aldeguer ein, der sich von einer Wirbelverletzung erholt.
Außerdem wurde Pol Espargaro als Ersatzfahrer bei Tech3-KTM bestätigt. Der Spanier übernimmt das Motorrad von Maverick Vinales, der weiter an seiner lädierten Schulter laboriert und gleichzeitig seine weitere Situation mit KTM klären muss.
Cal Crutchlow bleibt auch in Silverstone Teil des MotoGP-Feldes. Der Brite, der seine aktive Karriere Ende 2020 als LCR-Honda-Pilot beendet hatte, ist seit Mugello für Johann Zarco im Einsatz, der eine Knieverletzung auskuriert. Das Comeback des Franzosen ist nach Angaben seines Teams für September vorgesehen.
Medizin-Checks bei Bezzecchi und Bagnaia
Vor dem kommenden Rennwochenende stehen für zwei Topfahrer zunächst medizinische Checks auf dem Programm. Marco Bezzecchi und Francesco Bagnaia müssen am Donnerstag im Medical Centre der Rennstrecke von Silverstone untersucht werden, bevor sie die endgültige Startfreigabe erhalten können.
Bezzecchi hatte sich nach seinem schweren Sturz auf dem Sachsenring am 12. Juli einer Operation am linken Schlüsselbein unterzogen. Während der Sommerpause nutzte der Aprilia-Pilot die Zeit außerdem für einen routinemäßigen Eingriff am linken Knie, bei dem eine bestehende Verletzung behandelt wurde.
Auch Bagnaia nutzte die Pause für einen medizinischen Eingriff. Der Ducati-Pilot ließ am 15. Juli in der Orthopädischen Klinik des Universitätsklinikums Modena ein Kompartmentsyndrom im rechten Arm mit einer endoskopischen Fasziotomie behandeln.
Beide Fahrer wurden bereits vergangene Woche beim Training mit den übrigen Mitgliedern der VR46-Fahrerakademie auf dem Misano World Circuit gesehen. Dort absolvierten sie Trainingseinheiten mit seriennahen Sportmotorrädern, um sich auf die Rückkehr in den Rennbetrieb an diesem Wochenende vorzubereiten.
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