MotoGP

MotoGP kippt Ein-Motorrad-Plan für die neue Ära ab 2027 endgültig

Die MotoGP bleibt auch ab 2027 bei zwei Motorrädern pro Fahrer - Der Vorstoß von Aprilia und Ducati, die Anzahl der Maschinen zu reduzieren, ist gescheitert

Juliane Ziegengeist Germán Garcia Casanova

Veröffentlicht: 13.08.2026, 06:19

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MotoGP kippt Ein-Motorrad-Plan für die neue Ära ab 2027 endgültig

Auch in Zukunft werden in den MotoGP-Boxen zwei Motorräder pro Fahrer stehen

Foto: Getty Getty

Die MotoGP wird auch nach dem großen Reglementwechsel, der ab 2027 greift, mit zwei Motorrädern pro Fahrer an einem Rennwochenende antreten.

Ein zwischenzeitlich diskutierter Vorschlag, die Anzahl der Maschinen in der Box auf ein Motorrad zu reduzieren, ist vom Tisch. Die Initiative von Aprilia und Ducati fand letztlich nicht die notwendige Unterstützung der übrigen Hersteller.

Aprilia und Ducati wollten Kosten senken

Wie Motorsport-Total.com bereits vor einigen Wochen berichtet hatte, war über eine grundlegende Änderung der bisherigen Abläufe diskutiert worden. Konkret ging es darum, die Zahl der Motorräder, die einem Fahrer während eines Grand-Prix-Wochenendes zur Verfügung stehen, von zwei auf eines zu reduzieren.

Der ursprüngliche Vorschlag wurde allerdings schnell präzisiert. Es war nicht vorgesehen, vollständig auf ein zweites Motorrad zu verzichten. Vielmehr sollte eine zweite Maschine weiterhin am hinteren Ende der Box bereitstehen und ausschließlich im Qualifying sowie im Rennen zum Einsatz kommen können.

Während der übrigen Trainingssessions hätten die Fahrer dagegen nur ein Motorrad zur Verfügung gehabt. Gleichzeitig war eine Verkürzung der Trainingszeit vorgesehen.

Die Initiative ging von Aprilia aus und stand im Zusammenhang mit den Bemühungen der MotoGP-Veranstalter, die Kosten für die Hersteller zu reduzieren. In diesem Zusammenhang wird sogar über eine mögliche Budgetobergrenze diskutiert.

Warum Aprilia und Ducati die Idee forcierten

Neben den finanziellen Aspekten spielte bei der Idee offenbar auch die technische Entwicklung eine Rolle. Nach den ersten privaten Tests mit den Prototypen für das neue 850-ccm-Reglement ab 2027 sahen Aprilia und auch Ducati die Möglichkeit, ihren Vorsprung gegenüber den japanischen Herstellern zu vergrößern.

Denn Honda und Yamaha liegen bei der Entwicklung der neuen Motorräder zurück. Würde die Anzahl der verfügbaren Motorräder reduziert, könnte dies nach Ansicht der Befürworter dazu führen, dass sich das Entwicklungstempo insgesamt verlangsamt.

Davon hätten jene Hersteller profitieren können, die bei den neuen 850-ccm-Prototypen bereits weiter fortgeschritten sind. Doch um die Idee weiterzuverfolgen, wäre zunächst die Zustimmung aller Hersteller erforderlich gewesen. Erst dann hätte der Vorschlag der Grand-Prix-Kommission vorgelegt werden können.

Dieses Gremium ist die höchste Instanz der MotoGP und besitzt als einzige Instanz die Befugnis, das technische und sportliche Reglement entsprechend zu ändern.

KTM zog seine Unterstützung wieder zurück

Aprilia und Ducati machten sich daraufhin daran, weitere Hersteller für ihre Idee zu gewinnen, jedoch ohne Erfolg. KTM näherte sich dem Vorschlag zwar zeitweise an, änderte seine Position aber wieder und schloss sich Yamaha an, das von Beginn an gegen eine Reduzierung auf nur ein Motorrad pro Fahrer gewesen war.

Auch Honda, das zunächst eine eher neutrale beziehungsweise mehrheitsorientierte Position eingenommen hatte, lehnte den Vorschlag letztendlich ab. Damit standen Aprilia und Ducati mit ihrer Initiative alleine da. Eine notwendige Mehrheit für eine Änderung des Reglements war somit nicht mehr gegeben.

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