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Aprilia-Festspiele in Frankreich: Jorge Martin setzt sich gegen Marco Bezzecchi durch und feiert seinen ersten GP-Sieg mit der RS-GP - Ai Ogura erstmals auf dem Podium

MotoGP Le Mans 2026: Jorge Martin besiegt Marco Bezzecchi

Jorge Martin feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg mit Aprilia

Foto: LOIC LOIC

Aprilia unterstrich die Dominanz in der MotoGP-Saison 2026 auch beim Grand Prix von Frankreich. Jorge Martin holte Marco Bezzecchi ein, setzte sich im Duell durch und feierte seinen ersten Sieg mit der RS-GP. Hinter Bezzecchi eroberte Ai Ogura vom Satellitenteam Trackhouse seinen ersten Podestplatz in der Königsklasse.

Rund 112.000 Fans hatten sich am Bugatti-Circuit in Le Mans eingefunden, um das Rennen über 27 Runden zu verfolgen. Francesco Bagnaia (Ducati) erwischte von der Poleposition keinen guten Start. Bezzecchi übernahm in Kurve 1 die Führung.

Fabio Quartararo (Yamaha) attackierte Pedro Acosta (KTM) und übernahm Platz zwei, begleitet vom Jubel der französischen Fans. Nach der ersten Runde führte Bezzecchi vor Quartararo, Acosta, Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Bagnaia.

Sprintsieger Martin lag zu diesem Zeitpunkt auf dem siebten Platz. Zu Beginn der zweiten Runde schnappte sich Bagnaia Platz vier von Di Giannantonio. Augenblicke später stürzte Alex Marquez (Gresini-Ducati) in der ersten Schikane.

Acosta attackierte in der zweiten Runde Quartararo, der als einziger Fahrer im Spitzenfeld den weichen Vorderreifen gewählt hatte, und überholte den Yamaha-Star, um Platz zwei zu übernehmen.

Zu Beginn der fünften Runde wurde Quartararo im Rechtsbogen vor der ersten Schikane von Bagnaia überholt. Der Ducati-Fahrer war somit Dritter und attackierte bereits eine Runde später erstmals Acosta.

In der siebten Runde bremste Bagnaia die KTM in der ersten Schikane aus und war neuer Zweiter. Bezzecchi führte zu diesem Zeitpunkt mit einem Vorsprung von rund acht Zehntelsekunden.

Bagnaia stürzt auf Platz zwei liegend

Der Aprilia-Fahrer konnte sich nicht absetzen, aber Bagnaia und Acosta kamen nicht näher als auf sechs Zehntelsekunden heran. Weil sich dahinter Martin und Di Giannantonio duellierten, verlor die Verfolgergruppe zunächst etwas an Boden.

Zu Beginn der 16. Runde stürzte Bagnaia in der ersten Schikane. Am Scheitelpunkt war ihm das Vorderrad eingeklappt. Den zehnten Grand Prix in Folge stand kein Fahrer des Ducati-Werksteams auf dem Podium.

Acosta war nun Zweiter, wurde aber von Martin eingeholt. In der 18. Runde überholte der Ex-Weltmeister die KTM in der ersten Schikane. Somit gab es eine Aprilia-Doppelführung. Bezzecchi hatte 1,6 Sekunden Vorsprung.

Martin holt Bezzecchi ein

Martin machte Druck und kam Runde für Runde Bezzecchi näher. Auch Ogura war auf dem Vormarsch und holte Acosta ein. Zu Beginn der 23. Runde überholte der Japaner die KTM und es gab eine Aprilia-Dreifachführung.

An der Spitze begann fünf Runden vor Rennende das Stallduell um den Sieg. Zu Beginn der drittletzten Runde überholte Martin Bezzecchi in der ersten Schikane und übernahm die Führung.

Damit war die Entscheidung um den Sieg gefallen. Martin gewann erstmals als Aprilia-Fahrer einen Grand Prix. "Es ist unglaublich. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", sagt der "Martinator". "Ich bin den Fans so, so dankbar."

"Aber natürlich muss ich auch an meine Familie denken, an mein Team, meine Freundin, meinen Hund und all die Menschen, die in dieser schweren Zeit bei mir waren. Ich habe keine Worte. Also danke, danke."

Bezzecchi verteidigte als Zweiter zwar die WM-Führung, aber er hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf Martin (zur WM-Wertung). Er nahm die Niederlage sportlich: "Es war ein sehr, sehr hartes Rennen, extrem lang. Ich wusste, dass ich nicht der Stärkste war."

"Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht, wie ich es geschafft habe, drei Viertel des Rennens zu führen, denn meiner Pace war nicht gut und ich habe mich nicht wohlgefühlt. Das ganze Wochenende über hatte ich ein bisschen Probleme."

"Ich habe mich nie wirklich gut mit dem Bike gefühlt. Das war also das Maximum, das ich erreichen konnte. Ich habe wirklich alles gegeben, um dieses Ergebnis zu holen, und ich bin sehr glücklich. Glückwunsch an Jorge."

Erstmals seit 2012 ein Japaner auf dem Podium

Mit Ogura auf Platz drei feierte Aprilia erstmals in der Königsklasse einen Dreifachsieg. Zum ersten Mal seit Katsuyuki Nakasuga in Valencia 2012 stand wieder ein Japaner auf dem Podest.

"Was soll ich sagen, es fühlt sich einfach unglaublich an", freut sich Ogura. "Das Rennen war wirklich hart. Ich habe versucht, von Anfang an anzugreifen, aber ich habe ein paar Positionen verloren und musste mich wieder zurückkämpfen."

Acosta fiel zum Schluss noch hinter Di Giannantonio auf Platz fünf zurück (zum Ergebnis). Quartararo eroberte Rang sechs. Es folgten Enea Bastianini (Tech3-KTM), Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) und Fermin Aldeguer (VR46-Ducati).

Luca Marini (Honda) wurde Zehnter. Die weiteren WM-Punkteränge gingen an Johann Zarco (LCR-Honda), Alex Rins (Yamaha), Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha), Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Jack Miller (Pramac-Yamaha).

Ersatzfahrer Jonas Folger (Tech3-KTM) kam als 16. ins Ziel. Rookie Diogo Moreira (LCR-Honda) schied in der elften Runde durch Sturz im zweiten Sektor aus. In der 20. Runde stürzte Joan Mir (Honda) im vierten Sektor.

Eine Runde später flog Brad Binder (KTM) in Kurve 7 ab. Bei Pramac gab es schon vor dem Rennen Dramen. Als die Fahrer 20 Minuten vor dem Start ihre Besichtigungsrunde fuhren, rollte Razgatlioglu mit rauchender Yamaha aus.

Er schaffte es rechtzeitig vor dem Schließen der Boxengasse zurück an die Box und fuhr mit dem zweiten Motorrad in die Startaufstellung. Die Mechaniker mussten von Regen- auf Trockenabstimmung umbauen. Somit konnte er am Rennen teilnehmen.

Der nächste Grand Prix findet am kommenden Wochenende statt. Am 17. Mai wird auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in Katalonien gefahren zum MotoGP-Kalender.

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