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Rennbericht

MotoGP Misano 2026: Marc Marquez triumphiert nach Bezzecchi-Sturz

Nach Sturz von Polesetter Marco Bezzecchi direkt in Runde 1 gewinnt Marc Marquez den San-Marino-GP und übernimmt erstmals 2026 die WM-Führung

MotoGP Misano 2026: Marc Marquez triumphiert nach Bezzecchi-Sturz

Marc Marquez (Ducati) ist nach dem Misano-Sieg erstmals 2026 der WM-Leader

Foto: Gold Gold

Totaler Triumph für Marc Marquez im Grand Prix von San Marino in Misano! Mit seinem fünften Grand-Prix-Sieg in dieser Saison hat der siebenmalige und amtierende MotoGP-Weltmeister nun erstmals auch in der laufenden Saison 2026 die WM-Führung übernommen.

Der als WM-Spitzenreiter nach Misano gekommene Jorge Martin kam am Sonntag auf P5 ins Ziel und ist jetzt punktgleich mit Marquez. Weil der Ducati-Werkspilot aber mehr Saisonsiege auf dem Konto hat als der Aprilia-Werkspilot ist die WM-Führung trotz Punktegleichstand an Marquez übergegangen. (MotoGP-Gesamtwertung 2026)

Hinter Marc Marquez, der den Grand Prix nach 27 Runden gewonnen hat, kamen dessen Bruder Alex Marquez in Diensten des Ducati-Satellitenteams Gresini sowie KTM-Werkspilot Pedro Acosta auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel. Auch Alex Marquez' Gresini-Teamkollege Fermin Aldeguer schloss als Vierter noch vor Jorge Martin ab.

Aprilia und Gresini-Ducati mit Sonderdesigns

Marco Bezzecchi startete dank seiner Q2-Bestzeit vom Samstag von der Pole, Marc Marquez und Fermin Aldeguer fanden sich wie schon in der Startaufstellung für den Sprint auch für den Grand Prix neben Bezzecchi in der ersten Startreihe ein.

Aprilia und Gresini allerdings fuhren am Sonntag mit anderen Designs als am Samstag. Bei Aprilia rückten Bezzecchi und Teamkollege Jorge Martin in Weiß aus. Das Sonderdesign wurde aufgelegt zum 80. Geburtstag der Vespa, außerdem in Erinnerung an Gilles Villeneuve, der bei seinem Sieg im Formel-1-Grand-Prix von Monaco 1981 ein Vespa-Logo auf weißem Ferrari-Overall trug.

Das Gresini-Team mit Aldeguer und Alex Marquez trat nicht mit dem hellblauen Standard-Design, sondern mit einem Retro-Design in Erinnerung an Marco Simoncelli. Am 23. Oktober dieses Jahres wird sich der fatale Unfall von Simoncelli zum 15. Mal jähren. Der offizielle Name der Rennstrecke in Misano erinnert schon seit Jahren an den verunglückten Gresini-Piloten aus Italien.

Marco Bezzecchi gewinnt Start - und stürzt in Runde 1

Den Start entschied diesmal Polesetter Marco Bezzecchi für sich, nachdem es im Sprint am Samstag noch Marc Marquez war, der die erste Kurve als Erster erreicht hatte. Im Verlauf der ersten Dreiviertelrunde hielt Bezzecchi die Führung. In Kurve 13 aber stürzte er spektakulär und war draußen.

Marc Marquez übernahm somit diesmal kampflos die Führung. Der Titelverteidiger und Misano-Vorjahressieger führte das Feld am Ende der ersten Runde vor Jorge Martin, Fermin Aldeguer, Pedro Acosta und Alex Marquez an. Letzterer brauchte nicht lange, um seine beiden Vorderleute zu überholen. So lautete die Reihenfolge nach wenigen Runden: Marc Marquez, Jorge Martin, Alex Marquez.

In Runde 7 bremste sich Martin in Kurve 4 innen an Marquez vorbei und ging damit in Führung. Der Ducati-Werkspilot aber blieb dran so gut er konnte und geriet unter Druck von Bruder Alex Marquez. In Runde 12 aber hatte Marc Marquez die kleine Lücke zu Spitzenreiter Martin nicht nur geschlossen. In Kurve 6 ging er innen vorbei und holte sich damit die Führung zurück.

Zwei Runden nach Marc Marquez ging in Kurve 6 auf die gleiche Art und Weise auch Alex Marquez an Jorge Martin vorbei. Was Martin betrifft, so musste er sich kurz darauf auch Pedro Acosta beugen. 10 Runden vor Schluss lautete die Reihenfolge in den Top 5: Marc Marquez, Alex Marquez, Acosta, Martin, Aldeguer.

Marc Marquez: "Ich werde bis zum Ende der Saison pushen"

Die einzige Veränderung in den Top 5 in den letzten 10 Runden war, dass Aldeguer noch an Martin vorbeikam, womit er es Marc Marquez ermöglicht hat, Misano als neuer WM-Spitzenreiter zu verlassen.

"Es fühlt sich wirklich unglaublich an, aber man darf niemals aufgeben", so die ersten Worte von Marc Marquez, der für die weiteren Saisonrennen direkt ankündigt: "Ich werde bis zum Ende pushen. Die Sache ist noch nicht entschieden, wir sind mittendrin und kämpfen gegen sehr starke Fahrer, insbesondere Martin und Bezzecchi."

"Wie wir heute gesehen haben, fahren wir am Limit, und ein kleiner Fehler kann viele Punkte kosten. Heute war es so, dass ich nach dem Fehler von Bezzecchi ein bisschen zu selbstsicher war und Martin mich daraufhin attackiert hat. Aber anschließend habe ich mein Selbstvertrauen wiedergefunden, das Tempo gehalten und bin glücklich. Diese 37 Punkte hier in Misano bedeuten sehr viel", so der neue WM-Leader.

Alex Marquez denkt an Simoncelli, Acosta macht Druck auf KTM

Bruder Alex Marquez, der im Retro-Design in Erinnerung an Marco Simoncelli den zweiten Platz ins Ziel gebracht hat, sagt: "Ich bin wirklich glücklich und es ist eine echte Ehre, hier diese Farben zu tragen. Dieses Podium ist für Marco Simoncelli."

Und Pedro Acosta, der es für KTM einmal mehr auf das Podium, wenn auch einmal mehr nicht ganz nach oben geschafft hat, sagt: "Ich habe auf meine Leute ziemlich Druck gemacht. Denn heute war ich nach dem Warm-up extrem sauer, weil es wieder ein ziemliches Desaster war. Ich habe dann gesagt, vor allem zu Pit [Beirer]: 'Kumpel, wenn du mir das gibst, was ich brauche, dann werde ich es schaffen.'"

Hinter den Top 5 - Marc Marquez, Alex Marquez, Acosta, Aldeguer, Martin - wurde die zweite Hälfte der Top 10 im Rennergebnis gestellt von Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia), Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati), Enea Bastianini (Tech3-KTM), Luca Marini (Honda) und Fabio Quartararo (Yamaha).

Die Punkteränge komplett machten Brad Binder (KTM), Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) und Franco Morbidelli (VR46-Ducati), die beide eine Long-Lap einlegen mussten, sowie Pol Espargaro (Tech3-KTM). Nur 14 Fahrer kamen in Wertung, alle anderen sind ausgefallen. (Ergebnis: GP San Marino in Misano 2026)

Stürze auch von Bagnaia, Miller, Moreira, Zarco

Für Francesco Bagnaia (Ducati) hat sich das Misano-Wochenende auch am Sonntag nicht zum Positiven gewendet. Nach P14 im Qualifying und P13 im Sprint kam er im Grand Prix gar nicht ins Ziel. Ein Sturz in Runde 6 brachte das frühe Aus. Da wird es "Pecco" auch nicht trösten, dass er mit 142 Grand-Prix-Starts jetzt der dienstälteste Ducati-Fahrer der MotoGP-Geschichte ist. Bis zum Sonntag war es Andrea Dovizioso mit 141.

Stürze hatten abgesehen von Francesco Bagnaia und von Marco Bezzecchi, der direkt in Runde 1 stürzte, außerdem Jack Miller (Pramac-Yamaha), Diogo Moreira (LCR-Honda) und Johann Zarco (LCR-Honda).

Auch Joan Mir (Honda) und Alex Rins (Yamaha) kamen nicht ins Ziel. In diesen beiden Fällen waren aber keine Stürze der Grund. Rins gab mit technischem Defekt auf. Mir stellte mit Kopfschmerzen ab. Dass er sich an diesem Wochenende nicht hundertprozentig fit fühlt, das hatte der MotoGP-Weltmeister von 2020 am Samstag nach P20 im Sprint verraten.

Weiter geht es im MotoGP-Kalender 2026 direkt am kommenden Wochenende mit dem Grand Prix von Österreich auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg. Es wird das letzte Rennwochenende vor Beginn der Asien-Tournee, aber noch nicht das letzte in Europa in dieser Saison.

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