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MotoGP-Crash in Motegi: Lorenzo und Crutchlow streiten über Schuldfrage

Jorge Lorenzo sieht sich als Opfer, Cal Crutchlow ist da anderer Meinung: Nach der Kollision mit Lorenzo im MotoGP-Training von Motegi gibt er ihm eine Teilschuld.

Jorge Lorenzo, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Alvaro Bautista, Aspar Racing Team

Es war der Aufreger im ersten Freien Training der MotoGP in Motegi: Cal Crutchlow (LCR-Honda) verlor in den finalen Minuten der Session beim Anbremsen auf Kurve 9 die Kontrolle über sein Motorrad. Das schlitterte über die Strecke in den vorausfahrenden Jorge Lorenzo (Ducati), der mit Crutchlow schließlich im Kiesbett landete. Beide konnten die Unfallstelle selbstständig verlassen und diskutierten dort bereits rege, wie es zum Crash kam.

Selbstredend gehen die Meinungen darüber, wer die Schuld daran trägt, weit auseinander. Crutchlow weiß: "Letztlich habe ich ihn getroffen und deshalb erscheint es so, als wäre ich der Böse." Doch der Brite betont, dass Lorenzo auf der Ideallinie in der betreffenden Runde sehr langsam unterwegs gewesen sei. "Ich musste härter bremsen, denn ich hätte Jorge so oder so getroffen, weil er so langsam war", so Crutchlows Erklärung.

Bildergalerie: MotoGP in Motegi

Daraufhin habe sein Vorderrad blockiert. Auf nasser Fahrbahn war er dann nur noch Passagier. "Als ich stürzte, wusste ich, dass es ihn treffen würde. Ich dachte noch: Hoffentlich macht er einen Fehler und fährt geradeaus, damit das nicht passiert", erzählt der LCR-Honda-Pilot. Die Schuldfrage sieht er bei 50/50, "vielleicht 60/40" zu Lorenzos Gunsten. "Er wusste, dass ich komme", habe sich zweimal nach ihm umgedreht.

"Er war sechs Sekunden langsamer als in der Runde zuvor. Aber offensichtlich bin ich in ihn hineingefahren, deshalb sieht es für mich nicht gut aus. Wir werden uns daher sicherlich nicht einig werden", so Crutchlow. Die Hauptsache sei, dass beide trotz des harten Aufpralls unverletzt davonkamen - bis auf etwas Kopfweh beim Briten: "Ich hatte meinen Helm direkt unter seiner Schwinge. Mein Helm wurde komplett zerstört."

 

Ducati-Pilot Lorenzo hatte hingegen Sorge um seine Hand. "Kurz nach dem Crash schwoll die Hand stark an. Sie schmerzte und ich dachte, sie sei gebrochen. Glücklicherweise zeigte das Röntgenbild keine Fraktur. Ich war erleichtert, denn das hätte schlecht für mich ausgehen können", sagt der Spanier nach der Kollision mit Crutchlow. Die Schuld dafür sieht er bei dem Honda-Fahrer, er hätte besser aufpassen müssen.

"Er wollte sich erst gar nicht entschuldigen, sondern fragte mich, warum ich so langsam war", erinnert sich Lorenzo. "Aber so ist Cal. Zwei Stunden nach dem Crash kam er zu mir und sagte Sorry. Er hatte verstanden, dass es sein Fehler war. Ja, ich war langsam. Aber er sah mich vor sich und hätte seine Linie entsprechend anpassen können. Er hat zu aggressiv gebremst und die Kontrolle verloren. Es tut ihm leid, insofern ist es okay."

Abgesehen davon zeigte sich Lorenzo mit seinem Trainingsauftakt in Motegi aber zufrieden. "Insbesondere das zweite Freie Training verlief zufriedenstellend. Im letzten Run hatte ich eine starke Pace", freut sich der 30-Jährige, der mit 0,357 Sekunden Rückstand auf Teamkollege Andrea Dovizioso an der Spitze Vierter wurde. "Wir sind zuversichtlich, morgen um die erste Startreihe oder vielleicht die Pole-Position kämpfen zu können."

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