MotoGP Mugello 2026: Erster Heimsieg für Marco Bezzecchi und Aprilia
Marco Bezzecchi sorgt für Aprilias ersten Triumph im Italien-Grand-Prix in der Königsklasse - Martin sorgt für Doppelerfolg - Bagnaia rettet Podestplatz gerade so
Aprilia hat das Duell gegen Ducati beim Italien-Grand-Prix für sich entschieden
Foto: Getty Getty
Marco Bezzecchi (Aprilia) hat am Sonntag vor mehr als 88.000 Zuschauern am Mugello Circuit den Grand Prix von Italien der MotoGP-Saison 2026 für sich entschieden. Bei perfekten äußeren Bedingungen mit Sonnenschein und einer Lufttemperatur von knapp 30 Grad Celsius stand das Rennen im Zeichen eines Duells der italienischen Marken Aprilia vs. Ducati. Letzten Endes setzte sich Aprilia klar durch.
Marco Bezzecchi gewann das Rennen mit 3,5 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Jorge Martin. Sowohl für Bezzecchi als auch für Aprilia ist es der erste Heimsieg in der Königsklasse. Bezzecchi realisierte den Triumph mit seinem speziellen Helmdesign in Erinnerung an Alex Zanardi, das er bereits im Sprint am Samstag eingesetzt hatte.
"Es ist unglaublich! Davon habe ich geträumt, seit ich ein Kind war. Diesen Traum jetzt zu verwirklichen, ist einfach fantastisch", jubelte Bezzecchi im Ziel, bevor er von Englisch auf Italienisch wechselte und hinzufügte: "Mugello, Danke, Danke von Herzen! Heute haben wir alles gegeben und hatten jede Menge Spaß. Danke an euch alle, ihr seid fantastisch. Einen Kuss an euch!"
Jorge Martin, der als Zweiter den Aprilia-Triumph komplett machte, ist ebenfalls happy: "Ich bin sehr, sehr glücklich. Ich habe versucht, mein Selbstvertrauen zurückzugewinnen, aber ich hatte an diesem Wochenende noch einige Schwierigkeiten. Wir müssen weiterarbeiten. Gleichzeitig bin ich Aprilia für die geleistete Arbeit sehr dankbar. Marco war heute beeindruckend. Glückwunsch an ihn!"
Hinter Bezzecchi und Martin kam Francesco Bagnaia (Ducati) auf P3 ins Ziel. Das Ducati-Werksteam rückte mit einem Sonderdesign aus. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Marke. Auch Pramac-Yamaha fuhr ein Sonderdesign. Zudem gab es ,wie so oft in Mugello, eine Reihe spezieller Helmdesigns. Neben Marco Bezzecchi fuhren auch Fabio Di Giannantonio und Enea Bastianini mit einem anderen Helmdesign als üblich. Gleiches gilt für Marc Marquez.
Indes gab es hinsichtlich der Reifenwahl diesmal keine Experimente. Alle 22 MotoGP-Piloten gingen sowohl am Vorderrad als auch am Hinterrad mit der Medium-Mischung von Michelin ins Rennen über eine Distanz von 23 Runden.
Bezzecchi gewinnt Start - Fernandez fällt aus Top 15 heraus
Anders als noch im Sprint am Samstag gewann Polesetter Marco Bezzecchi diesmal den Start. Während er als Erster in Kurve 1 (San Donato) einbog, verbremste sich Sprint-Sieger Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) im Windschatten von Bezzecchi.
Von P2 gestartet fiel Fernandez direkt aus den Top 15 heraus. Beim Anbremsen von Kurve 1 wurde er augenscheinlich von Bezzecchi angesaugt. Einen Kontakt mit der Werks-Aprilia des WM-Spitzenreiters konnte Fernandez aber gerade so vermeiden, ebenso einen Ausritt ins Kiesbett.
An der Spitze wechselten sich in der ersten Hälfte der ersten Runde Bezzecchi und Aprilia-Teamkollege Jorge Martin ab. Als die erste von 23 Runden beendet war, führte Bezzecchi vor Martin, gefolgt von Francesco Bagnaia, Marc Marquez (Ducati) und Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati).
Bagnaia übernimmt Spitze, kann sie aber nicht halten
Es dauerte nicht lange bis Bagnaia beide Werks-Aprilia überholt hatte und sich damit seinerseits an die Spitze des Feldes setzte. Der Mugello-Sieger der Jahre 2022, 2023 und 2024 bestimmte anschließend rundenlang das Tempo. Bezzecchi und Martin waren seine ersten Verfolger, wobei es zunächst nur Bezzecchi gelang, wirklich an Bagnaia dranzubleiben.
Eingangs der 14. Runde zog Bezzecchi in San Donato innen an Bagnaia vorbei und holte sich damit seine anfängliche Führung im Rennen zurück. Indes musste Bagnaia abreißen lassen. Zwei Runden später fand an derselben Stelle der Strecke wie zuvor Bezzecchi auch Martin einen Weg am Ducati-Piloten vorbei. Damit hatte Aprilia die Doppelspitze im Italien-Grand-Prix wiederhergestellt.
Ogura verpasst Podestplatz um Haaresbreite
Während Bezzecchi dem Sieg entgegen fuhr, und Martin sicherer Zweiter war, wurde Bagnaia in der letzten Runde noch von Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) attackiert. In der letzten Kurve () kam der Japaner tatsächlich kurz vorbei, aber Bagnaia konterte sofort und brachte gerade so den dritten Platz ins Ziel. Ein Dreifacherfolg für die Marke Aprilia wurde vom Ducati-Werkspiloten um wenige Tausendstelsekunden abgewendet.
"Dieses Podium gehört den Fans hier", so Bagnaia, der erklärt: "Es war wirklich schwierig, weil ich in den letzten Runden große Probleme mit dem Grip am Hinterrad hatte. Aprilia und Bezzecchi haben einen fantastischen Job gemacht. Ich habe einfach versucht, keine Lücke für Ai zu lassen. Vielen Dank an alle Fans und an mein Team, solche Ergebnisse haben wir uns verdient."
Der von Bagnaia angesprochene Ai Ogura kam als Vierter ins Ziel. Auf das Podium fehlten ihm auf der Ziellinie ganze 0,034 Sekunden. Die Top 5 machte Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) komplett.
Raul Fernandez kam nach seiner verpatzten ersten Kurve und dem vorübergehenden Rückfall auf die 15. Position immerhin noch auf P8 hinter Pedro Acosta (KTM) und Marc Marquez ins Ziel. Allerdings kassierte er nach dem Rennen eine Rückversetzung um eine Position, womit Fermin Aldeguer auf P8 nach vorn rückt und Fernandez Neunter ist (Ergebnis Grand Prix von Italien 2026 in Mugello).
Die Punkteränge komplett machten Diogo Moreira (LCR-Honda), Brad Binder (KTM), Joan Mir und Luca Marini (beide Honda) sowie Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Jack Miller (Pramac-Yamaha).
Indes hat Millers Pramac-Teamkollege Toprak Razgatlioglu (16.) aufgrund einer späten Tracklimits-Strafe knapp die Punkte verpasst. Michele Pirro (Gresini-Ducati) beendete den Italien-Grand-Prix als Ersatz für den verletzten Alex Marquez auf der 19. Position als Letzter in Wertung.
Rins und Bastianini gestürzt, Crutchlow gibt auf
Drei Piloten sind am Sonntag nicht ins Ziel gekommen, zwei davon aufgrund von Stürzen.. Alex Rins (Yamaha) stürzte in San Donato (Kurve 1). Enea Bastianini (Tech3-KTM) stürzte an exakt derselben Stelle wie schon im Sprint am Samstag, nämlich in Scarperia (Kurve 10).
Cal Crutchlow (LCR-Honda) hat sein erstes MotoGP-Wochenende seit dem Japan-Grand-Prix 2023 nicht zu Ende gefahren. Er gab nach zehn der 23 Runden mit Muskelschmerzen auf. Für den 40-jährigen Briten, der als Ersatz für den verletzten Johann Zarco einspringt, war es das 180. MotoGP-Rennen. Drei davon hat er gewonnen, allesamt für LCR-Honda.
An der Spitze der MotoGP-Gesamtwertung 2026 hat Marco Bezzecchi seinen Vorsprung auf Teamkollege Jorge Martin auf 17 Punkte vergrößert.
Weiter geht es im MotoGP-Kalender 2026 direkt am kommenden Wochenende (5. bis 7. Juni) mit dem Grand Prix von Ungarn. Der wird zum zweiten Mal auf dem winkligen Balaton Park Circuit ausgetragen.
In puncto Durchschnittsgeschwindigkeit ist der Balaton Park Circuit die mit Abstand langsamste Strecke im Kalender. Den Streckenrekord hält Marc Marquez mit lediglich 151,9 km/h Schnitt. Zum Vergleich: Die schnellste Strecke im Kalender ist Phillip Island in Australien, wo Fabio Quartararo mit 185,1 km/h Schnitt den Rekord hält.
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