MotoGP-Qualifying Sachsenring 2026: Marquez auf Pole, Bezzecchi gestürzt
Marc Marquez erobert vor seinem Bruder Alex Marquez die Poleposition - Marco Bezzecchi bricht sich bei einem Sturz das linke Schlüsselbein
Marc Marquez hat sich vor seinem Bruder Alex die Poleposition gesichert
Foto: Alexander�Trienitz Alexander�Trienitz
Marc Marquez hat sich mit einem neuen Rundenrekord die Poleposition beim Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring gesichert. Ducati belegte mit Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio die komplette erste Startreihe.
Francesco Bagnaia musste zum vierten Mal in Q1 antreten, nachdem er am Freitag vier Set-ups bei seiner Ducati probiert hatte, aber keines behob die Gripprobleme am Hinterrad. Für den Samstag hatten die Ingenieure ein fünftes Set-up vorbereitet.
Nach den ersten Versuchen in Q1 führte Bagnaia das Timing mit 1:19.954 Minuten hauchdünn vor Honda-Fahrer Joan Mir an. Zu diesem Zeitpunkt hatten nur die beiden die Marke von 1:20 Minuten geknackt.
Nach dem Wechsel auf einen neuen weichen Hinterreifen verbesserte Bagnaia seine Zeit um zwei Zehntelsekunden auf 1:19.753 Minuten. Mir steigerte sich nicht, aber Fabio Quartararo (Yamaha) legte zu und schob sich auf den zweiten Platz.
Anschließend war Luca Marini (Honda) noch auf einer guten Runde, aber er verlor die entscheidende Zeit in der Zielkurve. Somit zogen Bagnaia und Quartararo ins Q2 ein. Mir und Marini blieben mit den Plätzen drei und vier hängen (zum Q1 Ergebnis).
Für Q2 entschieden sich einige Fahrer zusätzlich für den weichen Vorderreifen, darunter auch Di Giannantonio und Marc Marquez. Nach der ersten fliegenden Runde war der Italiener um 0,055 Sekunden schneller und setzte sich an die Spitze.
Wieder ein schwerer Sturz von Bezzecchi
Marco Bezzecchi ordnete sich nach der ersten fliegenden Runde als Dritter ein, aber dann stürzte der Italiener in Kurve 7 von seiner Aprilia. Es war ein Highsider im vierten Gang bei rund 160 km/h.
Im Kiesbett wurde Bezzecchi mehrfach herumgeschleudert, bis er zum Liegen kam. Nach einigen Augenblicken, um durchzuatmen, konnte er aufstehen und davongehen. Nach dem schweren Sturz in Assen war das alles andere als ideal.
Marc Marquez fährt drei Zeitattacken
Nach den ersten Q2-Versuchen führte zunächst Raul Fernandez mit 1:19.262 Minuten vor Alex Marquez und Di Giannantonio. Marc Marquez lag auf Platz vier, verfolgte jedoch eine andere Strategie.
Seine Taktik: Nach dem ersten Versuch kam Marc Marquez an die Box, wechselte auf das zweite Motorrad und probierte einen neuen Angriff. Dann wechselte er wieder aufs erste Bike, wo die Mechaniker die Reifen gewechselt hatten.
Mit dem zweiten weichen Hinterreifen verbesserte sich der Weltmeister auf den zweiten Platz. Di Giannantonio verfolgte die normale Strategie mit nur einem Reifenwechsel. In seiner fünften Runde fuhr er mit 1:19.188 eine neue Bestzeit.
In den letzten drei Minuten griff Marc Marquez mit frischen Reifen erneut an. Mit 1:19.041 Minuten stellte er einen neuen Rundenrekord auf. Sein Bruder Alex verbesserte sich auf Platz zwei, nur 0,061 Sekunden dahinter.
Damit war die Entscheidung im Qualifying gefallen. Marc Marquez eroberte seine dritte Poleposition in der laufenden Saison, seine 77. in der MotoGP-Klasse und die 105. seiner Karriere.
"Gestern habe ich den Qualifying-Versuch ein wenig analysiert", schildert Marc Marquez, wie er auf die Idee mit zwei Stopps gekommen ist. "Dabei habe ich festgestellt, dass es mit dem weichen Vorderreifen möglich war."
"Aber nur für eine Runde, schon in der zweiten Runde habe ich einen gewissen Abfall der Reifenperformance gespürt. Aus diesem Grund haben wir mit dem Team die perfekte Strategie für drei Qualifying-Versuche entwickelt."
"Das Team war gestern etwas überrascht, als ich ihnen gesagt habe, ich möchte drei Versuche machen, aber ich denke, es war die richtige Strategie. Besonders der Rundenrekord hier am Sachsenring, im letzten Jahr mit den 1.000ern, ist wirklich gut."
Bruder Alex musste sich nur um 0,061 Sekunden beugen. "Als ich mich auf P2 sah, habe ich gesehen, wer Erster war, und ich sah Marc. In diesem Moment war ich etwas verärgert, nicht die Pole zu haben, aber trotzdem glücklich, Marc und mich wieder ganz oben zu sehen."
Neben den beiden Marquez-Brüdern sicherte sich Di Giannantonio Platz drei in der ersten Startreihe. Das sechste Jahr in Folge holte sich ein Ducati-Fahrer den besten Startplatz auf dem Sachsenring.
"Ich bin wirklich glücklich, die erste Startreihe erreicht zu haben, aber ich bin viel enttäuschter über den gestohlenen Rundenrekord", sagt "Diggia". "Nein, Spaß beiseite, ich bin wirklich glücklich. Die Marquez-Brüder waren besser als ich."
Die weiteren Positionen
Die zweite Reihe wird vom Trackhouse-Aprilia-Duo Raul Fernandez und Ai Ogura angeführt. Erster Verfolger von Ducati und Aprilia war Quartararo auf Startplatz sechs. Erstmals seit Le Mans startet der Franzose aus der zweiten Reihe (zum Q2-Ergebnis).
Franco Morbidelli (VR46-Ducati) qualifizierte sich als Siebter und wird den Sprint von dieser Position starten. Am Sonntag wird er in der Startaufstellung um drei Plätze zurückversetzt, weil er im Freitagstraining Pedro Acosta (KTM) behindert hatte.
Schlüsselbeinbruch bei Bezzecchi
Bezzecchi beendete das Qualifying als Achter, aber nach seinem Sturz wurde er von der Aprilia-Box mit einem Krankenwagen abgeholt. Er trug den linken Arm in einer Schlinge, als er einstieg.
Röntgenaufnahmen im Medical Center zeigten einen vollständigen und verschobenen Bruch des linken Schlüsselbeins. Bezzecchi plant, so schnell wie möglich nach Italien zurückzukehren, um eine Operation durchführen zu lassen.
Jorge Martin, der als WM-Führender nach Deutschland gekommen ist, wurde mit seiner Aprilia Neunter. Die Plätze zehn bis zwölf gingen an Acosta, Bagnaia und an Jack Miller (Pramac-Yamaha).
Der Sprint über 15 Runden startet um 15:00 Uhr (zur Startaufstellung).
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