Qualifyingbericht
MotoGP Le Mans
MotoGP Le Mans: Zarco bejubelt Pole beim Heimspiel
Johann Zarco besiegt Marc Marquez im Qualifying und fährt in Le Mans auf die Pole-Position - Petrucci in erster Reihe - Yamaha- und Ducati-Werksfahrer entzaubert

Heiko Stritzke
Bearbeitet: 19.05.2018, 13:51
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Die Franzosen dürfen jubeln: Johann Zarco hat sich auf seiner Tech-3-Yamaha mit einem neuen Streckenrekord die Pole-Position beim Großen Preis von Frankreich gesichert. Der Franzose umrundete den Circuit Bugatti in Le Mans in 1:31.185 Minuten und entzauberte damit nicht nur die Yamaha-Werksfahrer, sondern auch Marc Marquez (Honda). Obschon dieser alle Register zog, musste er sich mit Platz zwei begnügen.
In einer packenden Qualifying-Show lieferten sich ein halbes Dutzend Fahrer einen Schlagabtausch, der sich gewaschen hatte. Der alte Qualifying-Rekord wurde mehrmals pulverisiert und die MotoGP-Asse steigerten sich in Regionen hinein, die noch nie auf zwei Rädern auf der 4,185 Kilometer langen Strecke im Herzen Frankreichs gesehen wurden. "Ich war schon überrascht, als ich meine erste Zeit auf dem Dashboard sah, weil ich wusste, dass es noch schneller geht!", staunt der Polesetter, der seine Bestzeit beim Heimspiel als "sehr emotional" bezeichnet.
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Zarco führte bereits nach dem ersten Schlagabtausch mit 1:31.645 Minuten knapp vor Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) und Andrea Iannone (Suzuki). Im zweiten Anlauf überschlugen sich dann die Ereignisse: Die Spitze wechselte fast im Sekundentakt, die Zeiten wurden immer abenteuerlicher. Marquez legte eine 1:31.3 vor, nur um sofort von Zarco wieder abgefangen zu werden: 1:31.185 Minuten, die schnellste Zweirad-Runde aller Zeiten auf dem Circuit Bugatti.
"Ich war mir bewusst, dass da noch mehr geht, genau das habe ich dann umgesetzt. Klasse!", strahlt der 27-Jährige, der auf dem Motorrad in eine Art Ekstase verfiel. "31.1 konnte ich nicht fassen. Ich habe mir schon gedacht, dass wir hier noch in die 30er-Regionen vorstoßen. Man wird verrückt, weil es kein Limit zu geben scheint. Was für ein großartiges Gefühl!" Doch mehr gaben die Reifen nicht mehr her. Zarco hatte einen eigenartigen Rhythmus von drei Aufwärmrunden und zwei schnellen Umläufen. Es zahlte sich aus.
Marquez kämpft wie ein Löwe, aber Zarco hält stand
Marquez warf noch einmal in einem letzten Versuch alles in die Waagschale: Bestzeit Sektor 1, im zweiten etwas verloren, im dritten wieder rangerobbt. Er kämpfte im letzten Sektor wie ein Löwe mit seiner Honda RC213V, prügelte die Maschine durch die letzten beiden Kurven, dass man den Eindruck hatte, dass die physikalischen Regeln außer Gefecht gesetzt sind, doch die Uhr blieb bei 1:31.293 Minuten stehen. Auf den Tribünen brach frenetischer Jubel aus.
"Wir haben alles gegeben", gibt Marquez zu, was man ihm angesichts der Szenen auf seiner Chaos-Runde gerne glaubt. "Ich hatte anfangs schon gedacht, dass meine Rundenzeit (die 1:31.3; Anm. d. Red.) reichen würde, aber er war noch schneller - unglaublich. Ich konnte dann nachlegen, aber es hat nicht gereicht." Er schiebt die verlorene Pole auf einen kleinen Fehler im zweiten Sektor, der von den Kameras nicht eingefangen wurde.
Petrucci lässt Ducati-Werksfahrer alt aussehen
Es war weit mehr als eine Zwei-Mann-Show an der Spitze. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) fuhr mehrfach auf die zwischenzeitliche Pole-Position, letztlich blieb es für ihn Rang drei in 1:31.381 Minuten. Damit war er bester Ducati-Pilot, obschon er den Umweg über Q1 gehen musste. "Das war sehr wichtig. Mein Renntempo war die ganze Zeit gut, aber mein Speed in Qualifying-Simulationen gar nicht", ist der Polizist aus Terni erleichtert. "Jetzt habe ich eine gute Ausgangsposition für das Rennen. Das kann gut werden."
Die Werkspiloten landeten in der zweiten Reihe auf den Plätzen fünf und sechs hinter Suzuki-Pilot Andrea Iannone. Lorenzo zeigte sich im ersten Schlagabtausch mit einer zwischenzeitlichen Bestzeit, konnte aber das enorme Tempo im zweiten Versuch nicht mitgehen. Von Dovizioso war ganz lange nichts zu sehen, bis er im letzten Moment noch einen Platz in der zweiten Reihe klar machte.
Obwohl es am Freitag noch so gut aussah, gab es wieder eine Klatsche für das Yamaha-Werksteam: Maverick Vinales landete als bester Werkspilot einer M1 auf der achten Position hinter Jack Miller (Pramac-Ducati). Teamkollege Valentino Rossi sortierte sich dahinter auf Rang neun ein. Von den blauen Yamahas war das ganze Qualifying über nicht viel zu sehen. Rossi hatte darüber hinaus einen seltsamen Sturz in vierten Freien Training in der letzten Kurve. Das gute Gefühl scheint plötzlich weg zu sein. Die Top 10 komplettierte der tapfere Dani Pedrosa (Honda), der sich ebenfalls durch Q1 durchgebissen hatte.
Q1: Böser Highsider für Cal Crutchlow
Das Q1 war eine lockere Angelegenheit für Petrucci und Pedrosa, deren Plätze für Q1 nie in Gefahr waren. Den größten Aufreger gab es aber durch einen fürchterlichen Sturz von Cal Crutchlow in der Doppelrechts, der beim Rausbeschleunigen in einem ganz bösen Winkel per Highsider abgeworfen wurde und unsanft landete. Der Polesetter aus Jerez de la Frontera musste auf einer Trage abtransportiert werden. Das Qualifying wurde daher wenige Sekunden vor dem Ende abgebrochen.
Crutchlow wurde für eine Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert. Genaue Updates zu seinem Zustand gibt es nicht, aber er streckte auf der Bahre den Daumen nach oben.
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