MotoGP reagiert auf Zarco-Crash: Zwei Start-Änderungen werden konkret
Nach dem Zarco-Crash in Barcelona reagiert die MotoGP - Zwei konkrete Änderungen beim Start stehen kurz vor der Umsetzung - Erste Details sind bereits beschlossen
Holeshot- und Ride-Height-System soll ab Silverstone beim Start verboten werden
Foto: Getty Getty
Die MotoGP reagiert auf den Startunfall von Johann Zarco in Barcelona und wird den Abstand zwischen den Startreihen vergrößern. Das ist nicht die einzige Maßnahme, die in den kommenden Wochen für das Startprozedere geändert wird.
Seit dem Vorfall in Barcelona haben sich die Verantwortlichen der MotoGP Sports Entertainment Group (MotoGP SEG) mehrfach mit der Herstellervereinigung (MSMA) und den Teams zusammengesetzt, um Lösungen zu finden.
Das Ziel war es, eine Strategie zu finden, die das Risiko einer Ballung von Motorrädern nach dem Start in der ersten Kurve von Grands Prix möglichst reduziert. Denn das ist einer der heikelsten Momente eines Rennens.
Laut Informationen von Motorsport.com Spanien, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com, kam es im Balaton Park am Samstagnachmittag zu einer letzten Besprechung, in der ein Plan für die ersten Änderungen beschlossen wurde.
Dieser Plan soll in zwei Stufen umgesetzt werden. Ab dem Rennen auf dem Sachsenring (10. bis 12. Juli) wird der Abstand zwischen den einzelnen Startreihen um drei Meter vergrößert, von neun auf zwölf Meter.
Außerdem ist geplant, ab dem Rennen in Silverstone (3. bis 9. August), dem ersten Rennwochenende nach der Sommerpause, die Nutzung von Ride-Height-Systemen zu verbieten, allerdings nur beim Start.
Die Teams einigten sich darauf, beim nächsten Rennen, das in zwei Wochen in Brünn stattfindet, einen ersten Test durchzuführen. Fällt das Ergebnis positiv aus, wird der Änderungsantrag bei der Grand-Prix-Kommission eingereicht.
Die Grand-Prix-Kommission ist jenes Gremium, das Änderungen im Reglement beschließt. Sie kann das auch während der Saison tun. In diesem Fall gilt das als Formsache, da zwischen den beteiligten Parteien Einigkeit besteht.
MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta räumte zuletzt in Mugello ein, dass MotoGP SEG gemeinsam mit den Teams und der MSMA Maßnahmen prüft, die möglichst bald eingeführt werden sollen.
"Die Startaufstellung zu verändern, ist eine sehr, sehr große Änderung, und manchmal müsste man angesichts des Abstands zwischen Startlinie und letzter Kurve sogar größere Anpassungen an den Strecken vornehmen."
Das generelle Verbot der Ride-Height-Systeme ist bereits im Hinblick auf das neue technische Reglement vorgesehen, das in der kommenden Saison in Kraft tritt. Doch der Unfall in Barcelona sorgte für ein Umdenken, speziell in der Startphase.
Bereits beim Grand Prix von Frankreich wurde erwogen, beim Start die Nutzung des vorderen und hinteren Ride-Height-Systems auf drei Strecken zu verbieten: In Le Mans, in Silverstone und auf Phillip Island. Dieser Vorschlag wurde damals abgelehnt.
Nun soll dieses Verbot beim Start ab Silverstone auf allen verbleibenden Strecken gelten. Abgesehen vom Start bleibt die Nutzung des hinteren Ride-Height-Systems im Training und im Rennen erlaubt.
"Der Vorschlag, die Ride-Height-Systeme zu verbieten, gilt für alle Strecken. Jetzt liegt es an den Herstellern, das zu prüfen. Es ist eine Diskussion mit Ablaufdatum, weil [die Systeme] 2027 ohnehin verschwinden werden, daher fragen wir uns, ob wir nicht schon in diesem Jahr etwas umsetzen können", erklärte Ezpeleta in Mugello.
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