MotoGP-Rennen Aragon: Premierensieg für Bagnaia nach Duell mit Marquez

Francesco Bagnaia siegt in Aragon, nachdem er sich mit Marc Marquez in den Schlussrunden ein episches Duell liefert - Fabio Quartararo wird Achter

MotoGP-Rennen Aragon: Premierensieg für Bagnaia nach Duell mit Marquez

Ein neuer Name ziert die Liste der MotoGP-Sieger: Francesco Bagnaia hat in Aragon seinen ersten Grand Prix in der Königsklasse gewonnen, und das nach einem packenden Duell mit Marc Marquez. Der Honda-Pilot versuchte, Bagnaia in den Schlussrunden ganze siebenmal zu überholen, musste sich aber geschlagen geben.

Für Ducati war es der erste Sieg in Aragon seit Casey Stoner 2010. MotoGP-Weltmeister Joan Mir (Suzuki) hatte mit dem Kampf um den Sieg zwar nichts zu tun, schaffte es als Dritter aber zum fünften Mal in dieser Saison auf das Podest. WM-Leader Fabio Quartararo (Yamaha) kam nur als Achter ins Ziel.

MotoGP 2021 in Aragon:

Zu Rennbeginn waren die Temperaturen auf 29 Grad in der Luft und 47 Grad auf dem Asphalt gestiegen. Damit herrscht die wärmsten Bedingungen des ganzen Wochenendes. Bei den Reifen fiel die Wahl auf den harten Reifen am Vorderrad und den weichen Hinterreifen. Nur Johann Zarco (Pramac-Ducati) entschied sich vorn für den Medium.

Marc Marquez stürmt am Start auf Platz zwei

Aus Reihe eins starteten Bagnaia, sein Ducati-Teamkollege Jack Miller sowie Quartararo. In Reihe zwei nahmen Marc Marquez, Jorge Martin (Pramac-Ducati) und Aleix Espargaro (Aprilia) Aufstellung. Mir fuhr von Startplatz sieben los.

Bagnaia erwischte den besten Holeshot, während Marc Marquez vom Fleck weg auf P2 vorfuhr und noch im Verlauf der ersten Runde bei Bagnaia anklopfte. Miller, Espargaro und Mir folgten dahinter, Martin und Quartararo fielen zurück.

Alex Marquez (LCR-Honda) stürzte und musste das Rennen bereits nach wenigen Metern aufgeben. Im zweiten Umlauf ging auch Jake Dixon (Petronas-Yamaha) zu Boden. Damit war sein Teamkollege Valentino Rossi Letzter, er konnte am Start keine Plätze gutmachen.

Quartararo büßt früh wichtige Positionen ein

Nach den ersten Runden bildeten sich im Feld erste Lücken. Das Spitzenduo aus Bagnaia und Marquez setzte sich leicht ab. Hinter Miller, Espargaro, Mir und Martin hatte Quartararo Probleme, den Anschluss zu halten. Er wurde von Iker Lecuona verfolgt, der nach einer starken Startphase auf Platz acht lag.

 

Ende der sechsten Runde schnappte sich der Tech-3-Pilot den WM-Leader und übernahm Rang sieben. Kurz darauf verlor Quartararo eine weitere Position an Brad Binder (KTM). Und mit Enea Bastianini (Avintia-Ducati) klebte auch schon der Nächste am Hinterrad.

An der Spitze bauten Bagnaia und Marquez ihren Vorsprung aus. Zur Rennmitte fehlten Miller bereits mehr als zwei Sekunden. Die Lücke wurde noch größer, als Miller in Kurve 16-17 ein Fehler unterlief und er hinter Aleix Espargaro und Mir zurückfiel. Wenig später kassierte Mir Espargaro und übernahm damit Rang drei.

Schlussrunden: Enges Duell des Spitzenduos

Auch dahinter gab es zwei interessante Kampfgruppen: Martin, Lecuona und Binder fuhren um Platz sechs; Quartararo, Bastianini und Takaaki Nakagami (LCR-Honda) stritten um Rang neun. Nach einem Ausritt in Kurve 8 fiel Lecuona jedoch auf Platz zehn zurück.

Vorne erhöhte Marquez zusehends den Druck auf Bagnaia. Seit der ersten Runde belauerte er die Ducati mit etwas Respektsabstand, eine Attacke ließ aber bis drei Runden vor Schluss auf sich warten. Doch Bagnaia wusste sich gleich mehrfach erfolgreich zu verteidigen. Aus der Kurve heraus zog er immer wieder vorbei.

 

Marquez versuchte alles, fand aber keinen Weg vorbei. Eine letzte Attacke in Kurve 12 scheiterte: Marquez ging weiter und kam in der Folge nicht mehr nah genug an Bagnaia heran. Ihm war sein erster Sieg in der Königsklasse nicht mehr zu nehmen.

Bagnaia: "Es ist ein Traum wahr geworden"

"Das sind jede Menge Emotionen für mich heute", gab Bagnaia zu. "Wir haben hart dafür gearbeitet, dieses Ergebnis zu erreichen. Wir standen schon ein paar Mal knapp davor, aber dann kam immer irgendwas dazwischen. Jetzt tatsächlich meinen ersten Sieg eingefahren zu haben, ist ein Traum und eine große Erleichterung für mich."

"Ich bin so glücklich und bedanke mich bei allen, die mich unterstützt haben. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Auf dieser Strecke vor Marc zu bleiben, war nicht einfach. Er war sehr stark und wollte den Sieg genauso wie ich. Ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben. Für mich ist ein Traum wahr geworden."

2. Marc Marquez, Repsol Honda Team

2. Marc Marquez, Repsol Honda Team

Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Marquez überquerte die Ziellinie mit 0,673 Rückstand und musste sich mit Platz zwei zufriedengeben. Es war sein zweites Podium seit dem Sachsenring. Bagnaia gratulierte er fair: "'Pecco' war heute schneller. Er hat ein unglaubliches Rennen abgeliefert."

Marquez spricht von selber Mentalität wie früher

Auch wenn der Sieg zum Greifen nah war, betonte der Honda-Pilot: "Ich bin in dieser sehr schwierigen Saison auch mit einem Podiumsplatz glücklich." Seinen Kritikern machte er eine Ansage. "Einige Leute mögen vielleicht sagen, dass der alte Marquez nicht mehr da wäre. Heute aber habe ich dieselbe Mentalität an den Tag gelegt wie immer."

"Ich bin noch nicht wieder ganz da, wo ich sein will, aber das Rennen hat Spaß gemacht. Ich war am Limit. Trotzdem habe ich es probiert wie immer. Auch nach zwei Stürzen (in den Trainings; Anm. d. R.) habe ich es wieder probiert. So bin ich eben."

Mir sicherte sich als Dritter den letzten Podestplatz. Ihm fehlen fast vier Sekunden auf den Sieger. "Ich bin richtig müde, denn ich habe heute 110 Prozent gegeben", erklärte der Weltmeister im Parc Ferme und räumte ein: "Ehrlich gesagt bin ich ein wenig enttäuscht, denn ich hatte mir ein bisschen mehr ausgerechnet."

Mir verliert Platz zwei in der WM an Bagnaia

"Die Pace war eigentlich stärker als nur für den dritten Platz. Aber das ist halt der Preis, wenn man vom siebten Startplatz losfährt. Klar, ein Podestplatz ist ein Podestplatz, aber unsere Ansprüche sind höher." Zumal Mir in der WM durch Bagnaias Sieg eine Position verlor und mit 57 Punkten Rückstand nur auf Platz drei rangiert.

 

Aleix Espargaro konnte im Kampf um das Podium in der Schlussphase des Rennens nicht mehr mitreden. Er fuhr nach dem Podesterfolg in Silverstone mit Rang vier aber erneut ein starkes Ergebnis für Aprilia ein, während Miller die Top 5 abrundete.

Bastianini setzte sich schließlich gegen Binder und Quartararo durch, um mit Platz sechs sein bisher bestes MotoGP-Ergebnis zu feiern, und das auf einer zwei Jahre alten Ducati. Quartararo konnte sich am Ende immerhin vor Martin und Nakagami behaupten. In der WM hat er immer noch ein stattliches Polster von 53 Punkten.

Vinales auf Platz 18 - Rossi in Aragon Vorletzter

Lecuona verpasste die Top 10 um 0,220 Sekunden und wurde Elfter. Damit landete er noch vor Vorjahressieger Alex Rins (Suzuki), für den von Startplatz 21 nicht mehr als Rang zwölf möglich war. Die letzten Punkteränge gingen an Pol Espargaro (Honda), Miguel Oliveira (KTM) und Danilo Petrucci (Tech-3-KTM).

Cal Crutchlow beendete sein vorerst letztes MotoGP-Rennen als Yamaha-Ersatzpilot als Sechzehnter. Zarco verpokerte sich offenbar mit dem Medium-Vorderreifen, denn er kam nicht über Platz 17 hinaus und konnte nur drei Fahrer hinter sich lassen.

Maverick Vinales belegte bei seinem ersten Grand Prix mit Aprilia Rang 18 und sammelte vor allem wichtige Erfahrungen, um sich in den nächsten Rennen weiter an die für ihn neue Maschine zu gewöhnen. Das Schlusslicht bildeten Rossi und sein Halbbruder Luca Marini (Avintia-Ducati), für die es nur zu den Plätzen 19 und 20 reichte.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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