MotoGP-Siegerliste wächst: Nur vier Stammfahrer warten noch
Nur noch vier der 22 MotoGP-Stammfahrer warten noch auf ihren ersten Sieg in der Königsklasse - Besonders sticht dabei KTM-Pilot Pedro Acosta heraus
Pedro Acosta wartet weiter auf seinen ersten Sieg in der Königsklasse
Foto: AFP
Die MotoGP-Saison 2026 geht in die entscheidende Phase und das Fahrerfeld wird bei den Siegern immer vielfältiger. Nach dem Premierenerfolg von Ai Ogura beim Grand Prix der Niederlande in Assen sind von den 22 Stammfahrern nur noch vier ohne einen Sieg in einem MotoGP-Hauptrennen.
Besonders im Fokus steht dabei Pedro Acosta. Der KTM-Pilot ist in dieser Saison dreimal auf dem Podium gelandet, hat aber noch immer kein MotoGP-Hauptrennen gewonnen.
Pedro Acosta weiterhin ohne MotoGP-Sieg
Acosta bestreitet 2026 seine dritte Saison in der Königsklasse. Trotz seines unbestrittenen Talents wartet der Spanier weiterhin auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Besonders bemerkenswert: Acosta ist inzwischen der Fahrer der MotoGP-Ära mit den meisten Podiumsplätzen, ohne ein Hauptrennen gewonnen zu haben.
Sein Problem liegt dabei nicht zuletzt im Material. Die KTM ist 2026 nicht konkurrenzfähig genug, während Acosta regelmäßig deutlich mehr aus der Maschine herausholt als seine Markenkollegen Brad Binder, Enea Bastianini und Maverick Vinales.
Während diese teilweise Schwierigkeiten haben, die Top 10 oder überhaupt die Punkteränge zu erreichen, kämpft Acosta immer wieder weiter vorne. Einen Vorgeschmack auf sein Potenzial gab er bereits zum Saisonauftakt in Thailand, als er das Sprintrennen gegen Marc Marquez gewann. Das ließ damals hoffen, dass Acosta in diesem Jahr auch im Grand Prix um seinen ersten Sieg kämpfen könnte.
Diese Gelegenheit hat sich bislang allerdings nicht ergeben. Der zweifache Weltmeister wird trotzdem weiter versuchen, den entscheidenden Schritt noch vor seinem Wechsel zu Ducati zu schaffen. Ab 2027 fährt Acosta für den italienischen Hersteller und dürfte dort über deutlich bessere Siegchancen verfügen.
Nur drei weitere Stammfahrer noch sieglos
Neben Acosta warten Luca Marini, Diogo Moreira und Toprak Razgatlioglu ebenfalls noch auf ihren ersten MotoGP-Sieg. Marini wird Honda am Ende der Saison verlassen und 2027 zu Tech3 wechseln. Dort soll der Italiener eine KTM pilotieren.
Moreira ist einer der beiden Rookies der Saison 2026 und könnte künftig sogar den Sprung ins offizielle Honda-Team schaffen. Der zweite Rookie ohne Sieg ist Razgatlioglu.
Der dreifache Superbike-Weltmeister bleibt bei Pramac und steht damit vor einer weiteren Herausforderung. Er muss sich weiterhin an die noch unterlegene Yamaha M1 mit V4-Motor gewöhnen und den Nachweis erbringen, dass er sein außergewöhnliches Talent auch in der MotoGP in Siege umwandeln kann.
Ogura der letzte Premierensieger der MotoGP

Ai Ogura feierte seinen ersten MotoGP-Sieg dieser Saison in Assen
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
Dass nur noch vier Fahrer ohne Sieg sind, liegt vor allem an einem weiteren Premierensieg in der laufenden Saison. Ogura feierte in Assen seinen ersten MotoGP-Sieg. Damit beendete der Trackhouse-Pilot gleichzeitig eine lange japanische Durststrecke in der Königsklasse. Denn vor ihm war Makoto Tamada der letzte Japaner, der in der MotoGP siegen konnte, und das beim Heimrennen in Motegi 2004.
Vor dem Grand Prix von Großbritannien lag Ogura sogar nur 14 Punkte hinter der WM-Führung. In Silverstone unterlief ihm anschließend sein erster Fehler der Saison. Nach dem Rennen beträgt sein Rückstand auf die Spitze 37 Punkte. Trotzdem hat sich Ogura damit endgültig in den Kreis der MotoGP-Sieger eingereiht.
Im vergangenen Jahr gab es zwei Premierensieger: Gresini-Ducati-Fahrer Fermin Aldeguer gewann den Grand Prix von Indonesien, Raul Fernandez triumphierte in Australien.
Die Entwicklung zeigt, wie ausgeglichen das aktuelle MotoGP-Feld ist. Von den 22 Stammfahrern der Saison 2026 haben inzwischen 18 mindestens ein Hauptrennen gewonnen. An der Spitze der aktuellen Siegstatistik steht Marc Marquez mit 76 MotoGP-Erfolgen. Dahinter folgen Pecco Bagnaia und Fabio Quartararo.
Trackhouse stark, Titelduell Aprilia vs. Ducati?
Besonders stark fuhr zuletzt Trackhouse auf. Das Aprilia-Satellitenteam hat in den vergangenen Rennen teilweise sogar stärker aufgetrumpft als das Werksteam. Ogura gewann in Assen, Teamkollege Raul Fernandez legte in Silverstone nach.
Wie Ogura ist auch der Spanier noch nicht vollständig aus dem Titelrennen. Fernandez liegt auf Rang sechs und hat 56 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Jorge Martin. Bei noch zehn ausstehenden Rennen ist dieser Rückstand durchaus aufholbar.
An der Spitze der MotoGP bleibt derweil das Duell zwischen Aprilia und Ducati besonders interessant. Die RS-GP gilt derzeit auf bestimmten Strecken als das stärkste Gesamtpaket im Feld. Ihre Vorteile kommen vor allem in schnellen Kurven und bei hohem Reifenverschleiß wie zuletzt in Silverstone zum Vorschein.
Ducati konnte den Abstand vor der Sommerpause jedoch wieder verkürzen. Besonders Marc Marquez sorgte nach seiner Rückkehr für wichtige Ergebnisse. Auf Strecken wie Balaton Park, Brünn und dem Sachsenring schlug die Startnummer 93 zu und meldete sich damit eindrucksvoll im Titelkampf zurück.
Martin führt die Gesamtwertung jedoch weiterhin an. In Silverstone konnte er seinen Vorsprung sogar ausbauen. Marquez verlor dagegen an einem schwierigen Wochenende an Boden und dürfte auf Strecken wie Aragon wieder zum Angriff übergehen.
Auch Marco Bezzecchi meldete sich in Großbritannien zurück. Trotz körperlicher Probleme fand der Italiener zu seiner Form zurück und beendete damit eine schwierige Phase.
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