MotoGP-Test in Buriram: Vier Fragen - Vier Antworten

Dieses Wochenende gastiert die MotoGP erstmals in Buriram in Thailand. Drei Testtage stehen an. Wir haben die 5 wichtigsten Fragen und Antworten.

MotoGP-Test in Buriram: Vier Fragen - Vier Antworten

Buriram in Thailand, das hat der MotoGP-Fan noch kaum gehört – der Superbiker allerdings schon. Seit 2015 ist die Superbike-Weltmeisterschaft hier zu Gast, die Sieger der sechs ausgetragenen Läufe hießen Jonathan Rea, Jonathan Rea, Jonathan Rea, Tom Sykes, Jonathan Rea – und Jonathan Rea. Die MotoGP dürfte allerdings um einiges schneller sein.

1. Wie ist die Strecke von Buriram?

Die Superbike-Piloten waren über den 4,552 Kilometer langen Chang International Circuit immer zweigeteilter Meinung. Zwar fiel die Piste durch einen hohen Spaßfaktor und viele, abwechslungsreiche Komponenten auf, allerdings sind einige Abschnitte aufgrund von fieser Bodenwellen schon kaum mehr fahrbar. Insgesamt werden die MotoGP-Asse diese Woche nun mit 12 Kurven konfrontiert sein, davon 7 Rechts und 5 Links. Vier lange Geraden gibt es, dabei ist die zweite nach der Startkurve die Längste.

Die Strecke selbst liegt rund 250 Kilometer nord-östlich von Bangkok und näher an der Grenze zu Kambodscha und Laos als zur Hauptstadt Thailands. Bezeichnend für Thailand ist das Klima – die MotoGP-Stars sollten noch vom Test in Malaysia daran gewöhnt sein, denn normalerweise ist das Wetter mehr als heiß und die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch.

2. Welche Aussagekraft wird der Test haben?

Die wahrscheinlich größte in der Saisonvorbereitung 2018. Beim letzten Test in Malaysia lagen die 26 Stammfahrer der MotoGP innerhalb von 2,393 Sekunden, die schnellsten 14 innerhalb von einer Sekunde. Das liegt vor allem daran, dass auf wohl keiner anderen Strecke mehr MotoGP-Kilometer absolviert worden sind, als auf dem Sepang International Circuit. Jedes Team hat hier Daten, jeder Fahrer kennt die Piste.

In Thailand ist das andersrum: Team-Kilometer: 0. Fahrer ebenso. Alle fangen hier komplett neu an. Daher wird der Test in Thailand auch eine "unverfälschtere" Darstellung der diesjährigen Kräfteverhältnisse, als eben Malaysia, wo es gerade Neulingen schwer fällt, große Schritte zu machen.

Wenn sich dann alle eingegroovt haben, werden auch die Zeiten recht schnell purzeln. Im aller ersten ersten freien Training der Superbikes im Jahr 2015 war Jonathan Rea in 1:35,004 Sekunden der Schnellste, nur sein Teamkollege Sykes kam damals auch unter die Marke von 1:36. Bis zum Ende des Wochenendes purzelten die Zeiten noch in den 1:33er-Bereich.

3. Wie gehen die Piloten an eine neue Strecke heran?

 

Marc Marquez, Repsol Honda Team, Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Marc Marquez, Repsol Honda Team, Dani Pedrosa, Repsol Honda Team

Foto Honda Racing

 

Richtig – sie gehen. Oder bestenfalls wird mit dem Scooter gefahren. Dies dient dazu, sich die Piste anzuschauen und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Natürlich wird sich der ein oder andere auch OnBoard-Aufnahmen der Superbiker angeschaut haben.

Am Donnerstag, dem Tag vor dem Test, war schon reger Betrieb auf der Piste. "Ich bin heute einige Runden auf dem Scooter gefahren", sagt zum Beispiel Marc Marquez. "Das ist aber natürlich ganz anders, als auf unserem Bike, da bekommt man keinen wirklich richtigen Eindruck. Aber von dem, was ich gesehen habe, gefällt mir die Strecke."

Technisch werden sogar die Daten der Superbike-WM herangezogen, wenigstens bei den Herstellern, für die das möglich ist – wie eben Honda. "Wir schauen uns alle Daten an, die wir haben, darunter eben auch die aus der WorldSBK", sagt Marquez. "Wir hoffen, dass wir damit eine gute Basis finden, mit der wir morgen hier anfangen können." Hauptsächlich schiele man dabei auf die Getriebeabstimmung. "Denn wenn du da weit weg bist, dauert es lange, bis du wieder ran kommst."

Teamkollege Pedrosa sieht das ähnlich, sieht sogar die wichtigste Komponente in der Basis-Abstimmung. "Die Linien, die findest du eher intuitiv, die sind leichter zu verstehen, wenn du einmal anfängst, zu fahren", sagt der Spanier.

Markenkollege Cal Crutchlow hat sich anderweitig einen Wettbewerbsvorteil erwirtschaftet. "In den letzten paar Tagen bin ich hier viele Runden mit dem Fahrrad gefahren", so der LCR-Pilot. "

4. Welche technischen Neuerungen wird es zu sehen geben?

Wahrscheinlich eher wenigere, da die Piste eben für alle neu ist und keinerlei Referenzdaten vorliegen. Daher werden die meisten mit dem anfangen, mit dem sie in Malaysia aufgehört haben, wahrscheinlich sind auch einige Vergleichstests zum Material aus dem Vorjahr.

An erster Stelle steht für alle, die Piste kennen zu lernen. Darum werden die meisten auch versuchen, so schnell es geht auf die Strecke zu kommen, was bei den meisten sonstigen Tests anders ist. Dann warten die meisten nämlich ab, bis wenigstens etwas Gummi aufgetragen ist. In Thailand wird es morgen früh daher zeitig los gehen.

Sicher werden einige Hersteller – besonders Yamaha macht da Andeutungen – auch neue Teile dabei haben, doch die Erprobung etwaiger Neuigkeiten macht erst dann Sinn, wenn die Fahrer die Strecke kennen und einen gewissen Grundspeed an den Tag legen.

geteilte inhalte
kommentare
Lin Jarvis versichert: "Valentino Rossi wird weitermachen"

Vorheriger Artikel

Lin Jarvis versichert: "Valentino Rossi wird weitermachen"

Nächster Artikel

"Wie Rockstars": MotoGP wird in Thailand gefeiert

"Wie Rockstars": MotoGP wird in Thailand gefeiert
Kommentare laden