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Testbericht

MotoGP-Test Jerez: Ogura-Bestzeit - Innovationen bei Ducati und Aprilia

Der MotoGP-Montagstest in Jerez endet mit einem Aprilia-Trio an der Spitze - Ducati und Aprilia bringen Aero-Innovationen auf die Strecke

MotoGP-Test Jerez: Ogura-Bestzeit - Innovationen bei Ducati und Aprilia

Aprilia überraschte beim Test mit einem Aero-Update für das Windschild

Foto: Germán Garcia Casanova

Die MotoGP blieb nach dem Rennwochenende in Jerez und nutzte den Montag für einen offiziellen Testtag. Von 10 bis 18 Uhr stand die Strecke den Teams zur Verfügung, um neue Komponenten, Aero-Updates und elektronische Anpassungen zu evaluieren. Eine kurze Pause fand von 13 bis 13:20 Uhr statt.

Die Bedingungen waren dabei weitestgehend ideal: konstante Temperaturen, gute Streckenverhältnisse und ausreichend Grip auf der bereits stark gummierten Strecke, wenngleich die Teams wie so oft bei derlei Tests betonten, dass der hohe Grip eines Montags nicht vollständig repräsentativ für ein Rennwochenende sei.

Die Teilnehmer

Nahezu das komplette Stammfeld war im Einsatz. Einzige Ausnahme war Maverick Vinales, der bereits am Rennwochenende gefehlt hatte und nicht ersetzt worden war. Am Montag stockte KTM seinen Kader jedoch mit Testfahrer Dani Pedrosa auf, der auf die Strecke zurückkehrte und die RC16 weiterentwickelte.

Augusto Fernandez, der für Yamaha beim Grand Prix von Spanien mit einer Wildcard unterwegs gewesen war, rückte nicht aus. Dafür war Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori wieder aktiv. Der Italiener hatte das Rennen am Sonntag nach einem unverschuldeten Sturz im Sprint tags vorzeitig abgebrochen, um Kräfte zu sammeln und für den wichtigen Test am Montag möglichst fit zurückzukehren.

Gresini-Pilot Fermin Aldeguer ging nur am Vormittag auf die Strecke. Der Spanier laboriert weiter an seinem im Winter verletzten Bein. Weil die Beschwerden jüngst zunahmen, will er medizinisch abklären lassen, ob mit dem Bein alles in Ordnung ist.

Die Zeiten

Die erste Testsession endete im 13 Uhr mit einer Bestzeit von 1:36.394 Minuten, aufgestellt von Jerez-Sieger Alex Marquez. Johann Zarco und Francesco Bagnaia reihten sich auf den Plätzen zwei und drei dahinter ein. Die Top 3 trennten 0,303 Sekunden.

Am Nachmittag zog das Tempo noch einmal an. Ai Ogura sicherte sich mit einem späten Angriff die Bestzeit von 1:25.944 Minuten - nur fünf Tausendstel vor Trackhouse-Teamkollege Raul Fernandez. Marco Bezzecchi macht den Aprilia-Reigen als Dritter perfekt. Marc Marquez wird Vierter, Pedro Acosta komplettiert die Top 5.

Auf Rang sechs reiht sich Alex Marquez ein, der am Vormittag schneller war, gefolgt von Fabio Quartararo, Fabio Di Giannantonio, Johann Zarco und Francesco Bagnaia. Einen ausführlichen Überblick mit allen Zeiten vom Testtag gibt es hier.

Stürze und Zwischenfälle

Der erste Sturz des Tages ereignete sich früh: Diogo Moreira ging in Kurve 4 heftig zu Boden. Während er selbst unverletzt blieb, wurde seine Maschine deutlich beschädigt.

Auch Toprak Razgatlioglu stürzte. Der Türke flog kurz vor der Mittagspause in Kurve 3 ab. Er hatte bereits nach dem Rennen angekündigt, gezielt an der Motorbremse arbeiten zu wollen - ein Bereich, der möglicherweise mit dem Sturz zusammenhing.

Zudem gab es ein technisches Problem bei Jack Miller, der seine Yamaha kurz vor Ende der ersten Testsession in Kurve 6 abstellen musste. Später am Tag reihte er sich mit einem Crash in Kurve 2 in die Liste der gestürzten Fahrer ein, ebenso wie Marco Bezzecchi. Der Aprilia-Pilot verunfallte in Kurve 11. Für den letzten Sturz des Tages sorgte Dani Pedrosa in der Zielkurve. Alle Fahrer blieben unverletzt.

Ducati

Marc Marquez

Ducati präsentierte ein umfassendes Aero-Update samt verkleideter Schwinge

Foto: German Garcia Casanova

Bei Ducati lag der Fokus klar auf aerodynamischen Updates. Getestet wurde ein leicht modifiziertes Paket, das derjenigen Verkleidung ähnelte, die bei den Wintertests verworfen worden war. Auffällig: Auch die Hinterradschwinge wurde verkleidet.

Sowohl Marc und Alex Marquez als auch Francesco Bagnaia probierten die neue Spezifikation aus Unter den Ducati-Piloten mit der aktuellen GP26 war Fabio Di Giannantonio der einzige Fahrer, der ohne das neue Aerodynamikpaket fuhr.

Gegenüber Sky Italia erklärte Teammanager Davide Tardozzi: "Wir experimentieren mit der Aerodynamik, um die richtigen Lösungen zu finden. Ab dem nächsten Rennen werden wir, denke ich, einen Vorteil haben, um konkurrenzfähig zu sein und mit Aprilia mithalten zu können. Es wird Strecken geben, auf denen sie von Natur aus schneller sein werden, wie Silverstone, aber wir werden sehen."

Aprilia

Bei Aprilia evaluierte Marco Bezzecchi diverse Neuheiten, darunter eine überarbeitete Verkleidung mit aerodynamischen Anpassungen. Besonders fielen dabei Flügelelemente an den Seiten des Windschilds auf. Diese Konstruktion könnte dazu dienen, den Fahrtwind gezielt von den Schultern des Fahrers abzuleiten.

Bezzecchis Teamkollege Jorge Martin nutzte den Test, um Komponenten nachzuholen, die er aufgrund verletzungsbedingt verpasster Wintertests bislang nicht einsetzen konnte.

Sein erstes Fazit fiel positiv aus: Martin sprach von Fortschritten beim Bremsen, Einlenken und Beschleunigen. "Das Motorrad fühlt sich jetzt viel natürlicher an", so der Spanier, der eine Steigerung von rund zwei Zehnteln pro Runde ausmachte.

Testfahrer Lorenzo Savadori unternahm vor allem Vergleichsfahrten zum Zwecke der Datenerfassung. Auffällig war dabei eine ungewöhnliche Sensorik am Heck seiner RS-GP, die zur detaillierten Analyse von Luftströmungen eingesetzt wurde.

KTM

KTM konzentrierte sich vor allem auf die Weiterentwicklung der Aerodynamikpakete für die kommende Homologation sowie auf kleinere Set-up- und Elektronikoptimierungen.

Teamchef Aki Ajo erklärte gegenüber MotoGP.com: "Die Ergebnisse unseres Testteams sind bereits vielversprechend und auch das erste Gefühl am Morgen war positiv. Aber es geht nicht nur um das Gefühl. Wir müssen alles anschließend sehr genau analysieren, bevor wir Entscheidungen für die Zukunft treffen."

Zwar hätten die stabile Bedingungen gute Vergleichswerte ermöglicht, doch ein Montag bringe grundsätzlich immer besondere Bedingungen mit hohem Grip mit sich. Neben der Aero-Arbeit wurden auch Erkenntnisse aus dem schwierigen Rennwochenende überprüft und in die Entwicklungsarbeit integriert.

Yamaha

Yamaha-Frontverkleidung

Yamaha testete eine Frontverkleidung, die an frühere Varianten erinnerte

Foto: German Garcia Casanova

Bei Yamaha kamen Komponenten zum Einsatz, die mitunter bereits am Wochenende zu sehen gewesen waren, darunter Aero-Updates an Front und Heck sowie ein neues Chassis.

Einige aerodynamische Lösungen lieferten laut Teamdirektor Massimo Meregalli zwar messbare Verbesserungen in den Daten. Die Fahrer konnten diese im direkten Gefühl jedoch kaum wahrnehmen. Auch Detailanpassungen am Motor seien messbar, aber nicht dramatisch spürbar gewesen, so Meregalli.

Fabio Quartararo hatte bereits am Sonntag betont: "Um ehrlich zu sein, ist die Spitzenleistung das geringste unserer Probleme." Einen großen Leistungssprung versprach sich der Franzose durch den Testtag in Jerez nicht. Wichtiger sei für ihn, Fahrzeit zu sammeln und ein besseres Gefühl für das Bike zu entwickeln.

Meregalli ordnete die Situation insgesamt realistisch ein: "Wir stoßen auf Probleme, die wir so nicht erwartet hatten, aber das Team arbeitet wie immer intensiv. Wir wussten, dass die erste Saisonhälfte schwierig wird, glauben aber an Fortschritte in der zweiten."

Honda

Honda arbeitete intensiv an der Weiterentwicklung der RC213V, insbesondere im elektronischen Bereich. Luca Marini bestätigte ein umfangreiches Testprogramm mit Fokus auf der Fahrbarkeit in der Kurveneingangsphase. Ziel war es, das Einlenkverhalten zu verbessern, um die Probleme am Kurvenausgang indirekt zu entschärfen - ein zentraler Schwachpunkt des aktuellen Motorrads von Honda.

Technikdirektor Romano Albesiano beschrieb den Ansatz als sehr konzeptgetrieben: "Es gab nicht viele neue Teile, aber viele neue Set-up-Konzepte, sehr interessant aus mechanischer und elektronischer Sicht." Den Test bewertete er positiv.

Der Italiener sprach von einem der bislang besten Testtage seit seinem Einstieg bei Honda, da das Fahrer-Feedback zu den getesteten Konzepten durchweg gut gewesen sei.

Update für Kopfschutz

Neben der Motorradentwicklung wurden auch neue Helmkonzepte getestet. Mehrere Fahrer, darunter Marco Bezzecchi, Luca Marini und Franco Morbidelli, fuhren mit einem Prototypen, der die Luftströmung im Kopfbereich verbessern soll. Dies war ein erster Entwicklungsschritt des italienischen Ausrüsters AGV.

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