MotoGP 2018

MotoGP-Test Valencia 2017: Marc Marquez fährt an die Spitze

Weltmeister Marc Marquez dreht die schnellste Testrunde in Valencia. Yamaha testet weiterhin mit 2016er-Chassis. Crashs von Morbidelli, Miller, Nakagami & Redding.

Am Mittwoch wurde der zweite Testtag der MotoGP-Saison 2018 abgehalten. Nach der Bestzeit von Maverick Vinales am Dienstag setzte sich am Mittwoch Weltmeister Marc Marquez mit einer Zeit von 1:30.033 Minuten an die Spitze. Damit blieb der Honda-Pilot knapp hinter der Bestzeit von Vinales aus dem Vorjahr (1:29.975 Minuten). Dani Pedrosa fehlten 0,403 Sekunden auf seinen Teamkollegen, Tech-3-Pilot Johann Zarco führte auf Rang drei seine beeindruckende Leistung fort.

Die Wetterbedingungen erlaubten auch am zweiten Tag keine schnellen Runden am Morgen. Die Lufttemperatur lag weiterhin nur bei 13 Grad Celsius, daher ging der erste Pilot erst um 10:43 Uhr auf den Circuit Ricardo Tormo. Die erste Ausfahrt verlief für Jack Miller jedoch nicht nach Wunsch. Nachdem er am Vortag mit Rang fünf in der Zeitentabelle überraschte, startete der Australier mit einem Sturz übers Vorderrad in Kurve 10 in Tag zwei.

 

"Es war ein typischer Valencia-Sturz. Ich wollte Temperatur in den Vorderreifen bekommen. Ich pushte nicht allzu stark. Vielleicht fuhr ich ein bisschen zu viel Schräglage in der Kurve", erklärte der neue Pramac-Ducati-Pilot wenig später. Da er nur eine 2017er-Desmosedici zur Verfügung hatte, musste er bis nach der Mittagspause warten, um das Testprogramm wieder aufnehmen zu können. Am Nachmittag probierte er schließlich auch die neue Aero-Verkleidung von Ducati aus und belegte im Endklassement Platz acht.

Zarco: 2017er-M1 hat großes Potenzial

Erst kurz nach 11 Uhr begaben sich mehr und mehr Piloten auf die Strecke. Weltmeister Marc Marquez war zuerst wieder auf der 2017er-Honda unterwegs. Er konnte mit einer 1:30.288 Minuten früh eine schnelle Zeit markieren, und seine Runde vom Vortag (1:30.501 Minuten) bereits unterbieten. Wenig später wechselte er auf das Prototyp-Bike für das Jahr 2018. Am Nachmittag gelang ihm schließlich auf seinem letzten Versuch auf der 2017er-Maschine die Bestzeit der Testfahrten. Er steigerte sich um eine halbe Sekunde im Vergleich zum Vortag.

Sehr spät ging Valentino Rossi erst auf die Strecke. Nach seinem heftigen Sturz am Dienstag, wobei sein Bike stark beschädigt wurde, testete der "Doktor" am Mittwoch verschiedene Motor-Varianten. Er verwendete auch ein 2016er-Chassis mit neuem und alten Motoren. Teamkollege Vinales verglich hingegen weiterhin die Chassis-Varianten. Die neue Yamaha-Verkleidung kam vor allem beim Spanier wieder zum Einsatz, allerdings dürfte diese Version noch nicht die endgültige sein. Außerdem müsste das Chassis erst offiziell vom Technischen Direktor abgesegnet werden.

Tech-3-Pilot Johann Zarco setzte das Testprogramm auf der 2017er-M1 fort. Der Franzose ist zufrieden. "Der Unterschied ist nicht so groß", meinte er über die 2017er-M1. "Ich fühle mich auf einem Bike etwas besser und kann damit mehr spielen. Ich war nicht schneller als mit dem alten, 2016er-Bike. Aber wir haben den gleichen Speed, und haben das Potenzial, noch schneller zu sein."

Dovizioso: "Batterien sind ziemlich leer"

Bei den Japanern war man nach dem guten ersten Testtag überrascht von der guten Performance. "Es ist auch für uns schwierig, die Situation zu verstehen", gibt Teammanager Massimo Meregalli. "Die Bedingungen sind anders. Das Arbeitsfenster der Reifen ist zu klein. Wenn man aus diesem Fenster fällt, wird es schwierig. Es scheint, als ob wir dann mehr zu leiden haben als unsere Gegner."

 

Die italienische Konkurrenz war ebenso darauf fokussiert, Chassisteile zu vergleichen. Ducati-Pilot Jorge Lorenzo musste seinen Run am Vormittag allerdings kurz unterbrechen, da sich sein Knieschleifer auf der Start-Ziel-Geraden löste. Außerdem testeten die Roten weiterhin die neue Gabel von Öhlins, mit der der Spanier am Vortag noch nicht glücklich war. Insgesamt arbeitet Ducati weiterhin an der Weiterentwicklung der 2017er-Maschine, für 2018 soll das Turning des Bikes verbessert werden.

Andrea Dovizioso beendete sein Testprogramm bereits früher als geplant, er fuhr am Nachmittag nicht mehr auf die Strecke. "Wir hatten keinen Grund noch weiterzutesten", so der Italiener gegenüber 'MotoGP.com'. "Nach dieser Saison und dem vergangenen Wochenende sind die Batterien schon ziemlich aufgebraucht", musste der 31-Jährige zugeben. "Manchmal muss man wissen, wann man aufhören muss. Ansonsten kann es auch ein schlechter Test werden. Wir haben kommende Woche noch zwei Tage in Jerez, da haben wir noch mehr Zeit."

Aspar beendet Test vorzeitig - Suzuki geschwächt

Kein Fahrbetrieb war am zweiten Tag von den Aspar-Ducati-Piloten zu sehen. Alvarvo Bautista musste nach seinem Highsider vom Vortag pausieren, ihn plagten starke Rückenschmerzen. Auch Karel Abraham konnte nach seinem späten Sturz Dienstagsabend am Mittwoch nicht auf die Strecke gehen. Ganz im Gegenteil dazu waren die Suzuki-Piloten nach der Zwangspause wieder im Geschehen dabei. Den Magenvirus haben Andrea Iannone und Alex Rins überstanden.

"Es war etwas eigenartig. Ich bin noch nicht ganz fit. Ich konnte nicht viele Runden fahren. Wir haben kleine Teile am Motor und am Chassis versucht. Nächste Woche werden wir drei Tage in Jerez testen", schilderte der Spanier, der überraschender Vierter wurde im Rennen am Sonntag. Suzuki ging mit neuem Motor und neuen Chassisteilen für 2018 in den verkürzten Test. Eine Schrecksekunde erlebte Iannone kurz vor der Mittagspause, er crashte in Kurve 2.

 

Bei Aprilia stand für Scott Redding weiterhin die Eingewöhnung auf die RS-GP auf dem Programm. Der Brite stürzte einmal kurz nach der Pause. "Auf dem harten Vorderreifen ist die Temperatur gesunken. Ich dachte, wir könnten noch eine Runde fahren, aber es war zu kühl. Das war Pech", kommentierte der Brite wenig später. Einen Ausflug ins Kiesbett musste auch Pol Espargaro verkraften. Bei KTM war eine neue Vorderrad-Felge zu sehen.

Morbidelli und Nakagami erleben erste MotoGP-Crashs

"Ich bin sehr glücklich über unseren Rhythmus heute. Das war unser Hauptproblem. Wir haben neue Teile am Motorrad ausprobiert, danach hat sich alles geändert. Alle Runden heute waren 31er-Zeiten. Aber heute haben wir eine große Änderung gemacht", erklärte der Spanier nach dem etwas verfrühten Ende seines Arbeitstages. "Wir haben viele neue Teile für drei Tage in Jerez. Wir haben große Schritte gemacht."

Ereignisreich verlief der zweite Testtag auch für die Moto2-Aufsteiger Franco Morbidelli und Takaaki Nakagami. Am Vormittag musste der Moto2-Champion seinen ersten Sturz auf der Marc-VDS-Maschine verkraften. Dennoch ließ er sich von dem Zwischenfall in Kurve 10 nicht aus der Fassung bringen. "Die zwei Tage habe ich genossen", meinte der Italo-Brasilianer. "Wir haben den Lernprozess gestartet. Heute habe ich mich stark verbessert, ich war eine Sekunde schneller als gestern. Heute war ich 1,7 Sekunden hinter der Spitze. Ich habe diesen Schritt nicht erwartet." Hauptsächlich müsse er sich noch an den geänderten Fahrstil gewöhnen.

Am Nachmittag erwischte es schließlich auch den Japaner Nakagami in Kurve 6. Seine LCR-Honda wurde dabei stark beschädigt. Dennoch war er mit 62 Runden der fleißigste Pilot am zweiten Tag. Moto2-Vizemeister Tom Lüthi musste auch am zweiten Tag zuschauen und erklärte den Medienvertretern währenddessen seine Beobachterrolle.

Michelin: Zwei neue Reifenmischungen

Nicht nur die Teams testeten neue Einstellungen für die kommende Saison, auch Reifenhersteller Michelin stellte den Fahrern zwei neue Mischungen am Hinterrad zur Verfügung. Michelin-Manager Piero Taramasso erläuterte im Interview mit 'MotoGP.com': "Wir haben zwei neue Reifenmischungen, ein weicher und ein harter. Leider ist die Streckentemperatur zu niedrig heute, um den härteren zu testen."

"Gestern hat Valentino den weichen probiert, heute außerdem Lorenzo, Dovizioso, Miller, Rins und Crutchlow. Auch Zarco sollte gegen Ende noch damit rausfahren. Wir haben gute und schlechte Rückmeldungen erhalten. Es scheint der Unterschied nicht sehr groß zu sein. Die neue Mischung gibt vielleicht ein wenig mehr Grip, aber der Abbau ist ebenso größer", wog er die Vor- und Nachteile ab. In Sepang wird Michelin zwei neue, härtere Vorderreifen-Mischungen für heiße Bedingungen bringen.

Testzeiten Valencia - Tag 2:
01. Marc Marquez (Honda) - 1:30.033 Minuten (60 Runden)
02. Dani Pedrosa (Honda) +0,403 Sekunden (43)
03. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,406 (53)
04. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,501 (14)
05. Maverick Vinales (Yamaha) +0,607 (61)
06. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,621 (45)
07. Valentino Rossi (Yamaha) +0,691 (51)
08. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,827 (34)
09. Andrea Iannone (Suzuki) +0,844 (41)
10. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,856 (16)
11. Pol Espargaro (KTM) +1,067 (11)
12. Bradley Smith (KTM) +1,169 (5)
13. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +1,353 (39)
14. Alex Rins (Suzuki) +1,483 (35)
15. Andrea Dovizioso (Ducati) +1,725 (4)
16. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +1,753 (48)
17. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +1,834 (62)
18. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1,841 (30)
19. Scott Redding (Pramac-Ducati) +2,325 (34)
20. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +2,665 (59)
21. Takumi Takahashi (Marc-VDS-Honda) +3,837 (30)
NC Karel Abraham (Aspar-Ducati)
NC Alvaro Bautista (Aspar-Ducati)

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Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Veranstaltung MotoGP-Test in Valencia, November
Rennstrecke Circuit Ricardo Tormo
Artikelsorte Testbericht
Tags marc marquez, motogp, motogp-test, motogp 2018, valencia
Topic MotoGP 2017 , MotoGP 2018