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MotoGP-Topspeed-Rekord gebrochen: Ducati-Pilot Zarco erreicht 362,4 km/h

Beim Katar-Grand-Prix bricht Johann Zarco die Schallmauer von 360 km/h: Valentino Rossi prophezeit weitere Rekordwerte und warnt vor den Gefahren

MotoGP-Topspeed-Rekord gebrochen: Ducati-Pilot Zarco erreicht 362,4 km/h

Ducati-Pilot Johann Zarco schrieb beim vierten Freien Training zum Grand Prix von Katar in Losail Geschichte. Im Windschatten von Markenkollege Enea Bastianini erreichte Zarco 362,4 km/h. Noch nie zuvor wurde ein MotoGP-Pilot mit mehr als 360 km/h gemessen.

Neben dem Windschatten halfen Rückenwind und ein sehr optimistisch gesetzter Bremspunkt. Wie fühlt es sich an, mit einem MotoGP-Bike über 360 km/h zu fahren? "Man muss weit vorausschauen, um zu erahnen, was passiert", bemerkt Zarco.

"Es waren zwei Dinge verantwortlich", ist der Franzose überzeugt. "Es war der Windschatten und der Fakt, dass ich spät gebremst habe. Man muss beide Dinge kombinieren. Wir dachten, dass 360 km/h vielleicht möglich sind, doch wir rechneten nicht mit 362 km/h. Ich freue mich darüber, weil so etwas immer ein besonderer Moment ist."

 

 

An Zarcos Ducati wurde ein anderer Lufteinlass als an den restlichen 2021er-Ducatis entdeckt. Wie im Vorjahr nutzt Ducati den führenden Pramac-Fahrer, um neue Entwicklungen zu testen. Im Vorjahr kamen die Neuentwicklungen zuerst an Jack Millers Ducati zum Einsatz, bevor sie den Werkspiloten zur Verfügung gestellt wurden.

Valentino Rossi prophezeit weitere Rekorde und warnt

Im Fahrerlager staunten die Kollegen über die neue Bestmarke. "Die Kombination von der Ducati und Zarco kann in diesem Jahr viele Rekorde schlagen, weil das Motorrad sehr schnell ist und Zarco sehr gut aus den Kurven beschleunigt", kommentiert Valentino Rossi. "Er ist klein und kann sich sehr gut hinter der Verkleidung verstecken. Es ist eine beeindruckende Geschwindigkeit."

Der "Doctor" sorgt sich um die Sicherheit und erwartet, dass in Mugello noch höhere Topspeeds erreicht werden: "Wenn sie bereits hier den Rekord gebrochen haben, dann sind sie in Mugello noch schneller. Meiner Meinung nach ist bereits alles über 330 km/h sehr gefährlich."

Valentino Rossi

Valentino Rossi macht sich Sorgen für den Grand Prix in Mugello

Foto: Motorsport Images

"360 km/h ist eine unglaubliche Geschwindigkeit. Die Motorsport-Fans sind von diesem Wert begeistert. Klar, es ist beeindruckend. Doch diese Geschwindigkeiten sind gefährlich", warnt Rossi vor immer höheren Topspeeds in der MotoGP.

Francesco Bagnaia macht sich weniger Sorgen als Valentino Rossi

Und auch Landsmann Francesco Bagnaia erwartet, dass Zarcos neuer Topspeed-Rekord nur eine Momentaufnahme sein wird. "Wenn wir hier schon die 360 erreichen, mag man sich gar nicht vorstellen, was wir in Mugello vor San Donato erreichen werden (grinst; Anm. d. Red.)", bemerkt der Ducati-Werkspilot.

Dass Zarco den Bremspunkt verpasste, wundert Bagnaia nicht: "Ich glaube, Johann musste in dieser Runde weit gehen, weil man einfach nicht wissen kann, wo man mit 360 km/h bremsen muss. Dass es gefährlicher ist, glaube ich aber nicht. Wir sitzen auf sehr futuristischen Motorrädern. Alles an diesen Maschinen ist das Beste, was es gibt."

Yamaha knackt die 350-km/h-Marke

Ducati ist auf den Geraden dominant. Besonders bei Yamaha und Suzuki nimmt man die Topspeed-Werte mit Sorge auf, denn auf den Geraden sind die Reihen-Vierzylinder-Bikes unterlegen. Doch mit Windschatten kam Fabio Quartararo mit seiner Yamaha auf einen Wert, der vor wenigen Jahren noch illusorisch erschien.

"Ich selber war heute zum ersten Mal schneller als 350 km/h", staunt Quartararo. "Die 360 habe ich noch nicht erreicht. Ich glaube aber, die wichtigste Phase ist ohnehin die zwischen 80 und 300. Wenn man die 300 mal drauf hat, dann ist es kein großer Unterschied mehr, ob man 330 oder 340 fährt", bemerkt der Franzose und scherzt: "Die 360 werden wir mit der Yamaha dann vielleicht 2022 erreichen."

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo erwartet nicht, dass seine Yamaha in diesem Jahr 360 km/h erreicht

Foto: Motorsport Images

Yamaha-Teamkollege Maverick Vinales sieht das Thema Sicherheit im Zusammenhang mit den immer höheren Topspeeds ebenfalls gelassen, zumindest auf dem Losail International Circuit: "Ich glaube, die Sicherheit, auch die der Michelin-Reifen, ist insgesamt gesehen sehr hoch. Ich bin aber gespannt, was wir in Mugello erreichen werden, wenn wir schon hier in Katar solche Geschwindigkeiten sehen."

"Da wird es dann natürlich schwer, das Bike zu kontrollieren", sorgt sich Vinales mit einem Blick auf den Italien-Grand-Prix auf der Kultstrecke in Mugello. "Hier aber ist alles sehr sicher. Die Strecke ist sehr breit und auch die Reifen funktionieren sehr gut."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Event Losail 1
Subevent FT4
Fahrer Johann Zarco
Teams Pramac Racing
Urheber Sebastian Fränzschky