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Toprak Razgatlioglu kämpft in Sepang mit der Umstellung auf die MotoGP - Sein Fahrstil passt nicht zum Prototypen - Er muss vieles lernen und umstellen

MotoGP-Yamaha fordert Razgatlioglu: "Ich muss meinen Stil komplett ändern"

Toprak Razgatlioglu muss noch viel für den Prototypen ändern

Foto: Icon Icon

Toprak Razgatlioglu arbeitet bei den Testfahrten in Sepang in erster Linie weiter daran, sich von der Superbike-WM auf den MotoGP-Prototypen von Yamaha umzustellen. Sitzposition, Linienwahl und der Umgang mit den Michelin-Reifen zählen derzeit zu den Hauptaufgaben.

"Für mich ist das Wichtigste, zuerst ein gutes GrundSet-up zu finden und das Motorrad zu verstehen", sagt der dreimalige Superbike-Weltmeister bei MotoGP.com. Seine Sitzposition spielt dafür eine zentrale Rolle.

"In der Superbike fuhr ich immer mit niedrigerem Sitz, das gab mir viel Vertrauen. In der MotoGP ist das anders. Ich nutze auch hier die niedrigste mögliche Sitzposition, aber mehr geht nicht, weil der Tank darunter im Weg ist."

"Wenn ich diesen Sitz benutze, kann ich die Flügel [im Heck] nicht montieren - das sind die Regeln. Heute haben wir am Ende des Tages ausprobiert, mit der alten, etwas höheren Sitzbank und den Flügeln zu fahren."

"Und das hat sich beim Bremsen viel besser angefühlt, weil die Flügel dort wirklich helfen. Vielleicht fahre ich morgen wieder damit, weil das einen großen Unterschied macht. Aber ich muss meinen Stil anpassen, und das ist nicht einfach."

"Beim Bremsen bin ich gar nicht schlecht. Ich fühle mich schon stärker. Ich muss meinen Fahrstil noch mehr anpassen und meine Kurvengeschwindigkeit verbessern. In der Superbike fuhr ich mehr nach dem Prinzip Stop-and-Go, aber mit dem MotoGP-Bike braucht man mehr Kurvenspeed."

Toprak Razgatlioglu

Hoher Lenker, niedriger Sitz, keine Aero im Heck: Ein eigentümliches Set-up

Foto: Getty Images AsiaPac

"Das zu ändern ist nicht leicht, aber es ist ein Lernprozess." Razgatlioglu experimentiert aber nicht nur mit der Sitzhöhe, sondern auch mit der Position des Lenkers. Sein Lenker ist deutlich höher eingestellt als bei den anderen Yamaha-Fahrern.

Auch das ist eine Gewohnheit aus der Superbike-WM: "In der Superbike fuhr ich immer mit niedrigem Sitz und normalem Lenker. Mit dem Lenker bin ich eigentlich zufrieden, aber in manchen Kurven ist es schwieriger, das Motorrad umzulegen, weil er etwas zu hoch ist."

"Mal sehen, wenn ich den Lenker tiefer stelle, fällt mir die Umgewöhnung schwer. Bei anderen Set-ups liegt die Front für mich zu tief, das fühlt sich ungewohnt an. Vielleicht gewöhne ich mich an den jetzigen Lenker, vielleicht ändere ich ihn später. Wir sehen nach diesen Tests weiter."

Moto2-Weltmeister Diogo Moreira im Vorteil

Außerdem ist der Sepang International Circuit für Razgatlioglu eine neue Strecke. Nach den drei Shakedown-Tagen absolvierte er am Dienstag seinen vierten Testtag. Im Vergleich zu den anderen Stammfahrern ist ihm aufgefallen, dass seine Linien noch nicht überall passen.

"Ja, für mich ist das besonders schwer, gerade bei diesem ersten Test. Es ist das erste Mal, dass ich hier fahre, und einige Kurven sind richtig tricky. Man muss die Strecke und die Linien erst wirklich verstehen."

Toprak Razgatlioglu, Alberto Giribuola

Toprak Razgatlioglu mit seinem Crewchief Alberto Giribuola

Foto: Getty Images AsiaPac

"Manche Kurven sind sehr lang, da musst du die perfekte Linie finden, sonst verlierst du viel Zeit. Ich habe noch nicht überall die richtige Linie, aber ich arbeite daran. Für Moreira ist es hier leichter, weil er aus der Moto2 kommt - sein Stil passt schon gut zur MotoGP."

"Mein Stil aus der Superbike ist anders. In der MotoGP musst du das Bike früher aufrichten und mit mehr Kurvengeschwindigkeit fahren. Das ist schwer für mich, aber ich weiß, dass ich das ändern kann. Ich lerne jeden Tag dazu, und ich glaube, ich lerne schnell."

Denn in der Moto2 wird mit hohem Kurvenspeed gefahren. Das hilft Diogo Moreira, dem anderen Rookie im Feld. Der Brasilianer beendete den Dienstag mit 1,664 Sekunden Rückstand. Razgatlioglu fehlten 1,869 Sekunden.

"Für mich ist das Wichtigste: lernen, das Motorrad verstehen - vor allem den Hinterreifen. Denn in der Superbike ist der komplett anders, genauso wie der Kurvenausgang. Auf der MotoGP-Maschine muss ich meinen Fahrstil ändern - meiner ist noch zu aggressiv."

"Ich versuche, das anzupassen, aber es ist nicht einfach", gibt Razgatlioglu zu. "Ich muss mich noch an das Bike gewöhnen, und vor allem an den Reifen. Der Stil ist komplett anders. Mit einem neuen Reifen ist alles perfekt, ich kann fünf, sechs Runden lang gute Zeiten fahren."

Toprak Razgatlioglu

Auch das Ride-Height-System am Kurvenausgang ist für den Türken neu

Foto: Icon Sportswire

"Aber wenn ich dann mit einem gebrauchten Reifen weiterfahre, ist der Unterschied unglaublich groß. In der Superbike ist das deutlich einfacher. Hier ist es anspruchsvoller, vor allem auf dieser Strecke. Wenn ich das lerne, wird es viel besser, weil mir das in langen Rennen helfen wird."

"Wenn du nicht richtig mit dem Reifen umgehst, zerstörst du ihn schon am Anfang. Wir versuchen, uns zu verbessern. Morgen werden wir sehen. Heute habe ich keinen weiteren neuen Reifen benutzt, aber morgen habe ich mehr zur Verfügung."

Sein persönliches Ziel lautet: "Ich will versuchen, eine Runde im Bereich von 1:57 zu fahren. Mit 1:58 war ich schon nah dran. Ich halte das Tempo in den Kurven noch nicht konstant hoch. In einigen Kurven klappt es schon besser."

"Meinen Fahrstil zu ändern, ist echt nicht leicht, aber notwendig. In manchen Kurven muss man mehr im Moto2-Stil fahren. Das ist für mich noch schwierig, ehrlich gesagt." Außerdem wäre Razgatlioglu am Dienstag fast in der schnellen Kurve 5 gestürzt.

Dort ist sein Markenkollege Fabio Quartararo zu Boden gegangen. Er zog sich neben Abschürfungen am linken Arm auch einen Fingerbruch zu und verzichtet daher auf die beiden verbleibenden Testtage in Sepang.

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