"Motorleistung geht nirgendwo hin": Alex Marquez erklärt das Honda-Problem

Alex Marquez beschreibt, warum mehr Motorleistung für die Honda-Piloten in der MotoGP-Klasse nicht alles ist - ganz im Gegenteil

"Motorleistung geht nirgendwo hin": Alex Marquez erklärt das Honda-Problem

"Es ist kein Geheimnis, dass die Honda vom grundsätzlichen Charakter her ein ziemlich aggressives Motorrad ist", sagte LCR-Honda-Pilot Alex Marquez, als er am Rande des zurückliegenden MotoGP-Wochenendes in Austin nicht etwa auf die größte Stärke, sondern die größte Schwäche der aktuellen Honda RC213V angesprochen wurde.

"Unser Motor hat jede Menge Leistung, aber die können wir nicht nutzen, weil wir nicht den nötigen mechanischen Grip haben", beschreibt der junge Marquez das Dilemma und geht ins Detail: "Ich habe es schon im vergangenen Jahr mehrmals gesagt. Manchmal ist es bei uns [Honda-Piloten] einfach so, dass wir die Kraft des Motors nicht auf den Hinterreifen übertragen können. Wir haben nicht genügend Grip und das führt dazu, dass der Reifen durchdreht. Die Motorleistung geht dann einfach nirgendwo hin."

Als eine Strecke, auf der dieses Problem ganz besonders zum Tragen kommt, nennt Marquez den Circuit de Barcelona-Catalunya. "Mit Änderungen der Abstimmung können wir das Problem zwar ein wenig verringern. Grundsätzlich aber besteht es weiter, weil der Charakter des Motors einfach ein sehr aggressiver ist", bemerkt der LCR-Honda-Pilot.

Francesco Bagnaia, Alex Marquez

Honda muss laut Alex Marquez dorthin kommen, wo Ducati schon ist

Foto: Motorsport Images

Für einen aggressiven Motor ist nicht nur Honda, sondern auch Ducati bekannt. Alex Marquez aber ist aufgefallen: "Von außen betrachtet scheint es so, dass Ducati in diesem Jahr einen Schritt weitergekommen ist in diesem Bereich. Sie haben immer noch jede Menge Leistung, können sie aber besser nutzen. Da müssen wir auch hinkommen."

Den Prototypen der 2022er-Honda hat Alex Marquez im Gegensatz zu Bruder Marc Marquez noch nicht persönlich testen dürfen. Anhand dessen, was er beim Misano-Test im September gesehen hat, sagt der jüngere der beiden Marquez-Brüder aber: "Es war schön, eine Revolution zu sehen, nicht nur eine Evolution. Ich hatte nie Zweifel daran, dass bei Honda alles versucht wird. Diese große Neuerung aber sieht von außen betrachtet wirklich großartig aus."

Honda-Werkspilot Marc Marquez beim ersten Test der 2022er-Version der Honda RC213V

Honda-Werkspilot Marc Marquez beim ersten Test der 2022er-Version der Honda RC213V

Foto: Dorna Sports

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Kevin Schwantz über Marc Marquez: "Verletzung fährt im Hinterkopf mit"

Vorheriger Artikel

Kevin Schwantz über Marc Marquez: "Verletzung fährt im Hinterkopf mit"

Nächster Artikel

Rossi: Junge Fahrer sind zu aggressiv, respektieren gelbe Flagge nicht

Rossi: Junge Fahrer sind zu aggressiv, respektieren gelbe Flagge nicht
Kommentare laden