Nach Barcelona-Crash: Jorge Lorenzo fordert neues MotoGP-Strafsystem

Mit der gegen Andrea Iannone ausgesprochenen Strafe ist Jorge Lorenzo nicht einverstanden. Er sucht das Gespräch und wird sich 2017 an neue Gesichter gewöhnen müssen.

Für die MotoGP-Rennleitung ist die Kollision zwischen Andrea Iannone und Jorge Lorenzo beim Grand Prix von Katalonien in Barcelona abgeschlossen.

Crash-Sequenz: Andrea Iannone räumt Jorge Lorenzo ab

Nachdem der Ducati-Pilot dem als Tabellenführer angereisten Yamaha-Piloten in Kurve 10 der 17. Runde auf das Hinterrad gefahren war und damit sein eigenes wie auch das Rennen Lorenzos beendete, gab es zügig ein Urteil.

Iannone wird für das am 26. Juni auf dem Programm stehende Rennen in Assen ans Ende der Startaufstellung strafversetzt. Dies ist die Konsequenz aus seiner Ansammlung an Strafpunkten. Die ersten Strafpunkte hatte sich der Ducati-Pilot Anfang April eingefangen, als er in Termas de Rio Hondo seinen Teamkollegen Andrea Dovizioso von der Strecke kegelte.

Lorenzo will Rückkehr zu Rennsperren

Nach einer Rückversetzung um drei Startplätze für den Grand Prix von Amerika in Austin muss Iannone bei der anstehenden Dutch-TT in Assen nun von ganz hinten starten. Lorenzo jedoch ist der Ansicht, dass auch diese Strafe zu milde ausgefallen ist. Statt einer Rückversetzung in der Startaufstellung fordert der amtierende MotoGP-Weltmeister eine Rennsperre für Iannone.

"Ich finde die aktuelle Regel mit den Strafpunkten nicht gut." - Jorge Lorenzo

"Ich finde die aktuelle Regel mit den Strafpunkten nicht gut. In der Saison 2005 machte ich zwei Fehler und musste ein Rennen aussetzen. Hopkins leiste sich in Motegi mal einen Fehler und musste ein Rennen aussetzen", so Lorenzo mit Blick auf seine Sperre für das Rennen der 250er Klasse in Sepang 2005 und die Sperre für John Hopkins beim MotoGP-Rennen in Sepang 2003. Auslöser dafür waren Kollisionen bei den jeweils vorangegangenen Rennen in Motegi.

Einspruch gegen das am Sonntag in Barcelona gesprochene Urteil will Lorenzo aber nicht einlegen. Stattdessen sucht er das Gespräch mit MotoGP-Renndirektor Mike Webb, um eine Überarbeitung des Strafpunktesystems zu bewirken.

"Ich werde mit Mike sprechen und ich werde auch versuchen, das Thema in der Sicherheitskommission auf den Tisch zu bringen, denn manchmal verstehen wir Fahrer erst, dass etwas geändert werden muss, wenn wir selbst betroffen sind", so Lorenzo.

Lorenzos Crew macht Wechsel zu Ducati nicht mit

Für die MotoGP-Saison 2017 übernimmt Lorenzo die Ducati von Iannone. Der Italiener indes wechselt zu Suzuki, wo er das Bike von Maverick Vinales übernimmt. Vinales wiederum steigt auf die Yamaha, die derzeit noch von Lorenzo pilotiert wird.

Was Lorenzo betrifft, so wird er sich im Ducati-Werksteam an eine neue Crew gewöhnen müssen. Denn wie Motorsport.com erfahren hat, wird Roman Forcada, der langjährige Chefmechaniker des dreimaligen MotoGP-Weltmeisters, bei Yamaha bleiben und künftig für Vinales schrauben.

Auch Analyst Wilco Zeelenberg, Ingenieur Davide Marinelli und die Mechaniker Javier Ullate, Ian Gilpin und Juri Pellegrini werden Yamaha die Treue halten und von einem Wechsel zu Ducati absehen.

Der, Stand heute, einzige Mechaniker, der zusammen mit Lorenzo den Wechsel von Yamaha zu Ducati vollziehen wird, ist Juan Llansa. Der Spanier schraubt bereits seit Lorenzos erster voller WM-Saison (2003 in der 125er Klasse) an dessen Motorrädern.

Mit Informationen von Oriol Puigdemont

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Veranstaltung GP Katalonien
Rennstrecke Circuit de Barcelona-Catalunya
Fahrer Jorge Lorenzo , Andrea Iannone
Teams Yamaha Factory Racing , Ducati Team
Artikelsorte News