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Nach Buriram-Clash: Di Giannantonio will härtere Strafen für Startunfälle

Nach dem Buriram-Sprint fordert Fabio Di Giannantonio strengere Strafen für frühe Zwischenfälle - Gleichzeitig wünscht er sich hartes, aber faires Racing

Nach Buriram-Clash: Di Giannantonio will härtere Strafen für Startunfälle

Ein Zwischenfall kurz nach dem Sprintstart ruinierte Di Giannantonio das Rennen

Foto: Getty Getty

Der Saisonauftakt der MotoGP in Buriram lieferte bereits im Sprint reichlich Gesprächsstoff. Neben dem kontroversen Duell zwischen Marc Marquez und Pedro Acosta, das letztlich durch eine Strafe entschieden wurde, sorgte auch eine brenzlige Szene in der Anfangsphase für Diskussionen im Fahrerlager.

Denn der Sprint auf dem Chang International Circuit begann turbulent. Bereits in den ersten Kurven kam es zu einer kritischen Situation zwischen Raul Fernandez, Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio. Marquez lief Gefahr, ins Heck von Fernandez zu krachen, stellte sein Bike auf und drängte damit Di Giannantonio ab.

Di Giannantonio für härtere Strafen

Beide verloren wertvolle Positionen und spielten für den Rest des Sprints nur eine Nebenrolle - zum Ärger von Di Giannantonio, der eine Strafe für angebracht gehalten hätte.

Das harte Anbremsen nach dem Start und die ersten beiden Kurven seien "die gefährlichste Situation, die wir jedes Mal erleben", betont der VR46-Pilot. Jeder Fahrer habe davor Respekt. "Wenn jemand das Gegenteil behauptet, dann lügt er."

Über die Jahre habe es immer wieder schwere Unfälle in dieser Phase gegeben, etwa von Enea Bastianini in Barcelona, Takaaki Nakagami in Barcelona oder Jorge Martin in Japan.

Aus seiner Sicht braucht es deshalb strengere Strafen für Zwischenfälle in den ersten Kurven. Wenn sich die Fahrer dort nicht genug respektieren, müsse die Rennleitung eingreifen und "viel, viel härtere Strafen" aussprechen, um mehr Vorsicht zu erzwingen. Nur so könne man dafür sorgen, dass alle kontrollierter und klüger agieren.

"Diesmal hatten wir noch Glück", sagt Di Giannantonio. Er wolle sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn sich eine solche Situation etwa in einer Schikane abgespielt hätte und mehrere Fahrer wieder auf die Strecke zurückgerutscht wären.

Der Italiener suchte nach dem Sprint sogar das Gespräch mit der Rennleitung. Dort habe er seine Sichtweise erläutert, um die Sicherheit für alle Fahrer zu verbessern. "Und sie stimmen mir zu, dass dies eine Lösung für die Zukunft sein kann. Ich möchte also einfach nur, dass ich in den ersten Kurven sicher bin."

Alex Marquez weist Schuld von sich

Alex Marquez schildert die Situation aus seiner Sicht etwas anders. Der Gresini-Pilot war nach gutem Start in den Top 4 unterwegs und befand sich parallel zu Di Giannantonio, als die Fahrer in Kurve 3 bremsten. Unmittelbar vor ihm habe Fernandez gelegen, während Di Giannantonio nach innen hineingezogen hätte.

"Er hat mir die Linie abgeschnitten. Raul war vorne, und dann dachte ich mir, okay, wenn ich noch mehr bremse, blockiert das Vorderrad und wir stürzen alle drei", erklärt Marquez. Also habe er die Bremse etwas gelöst und sei leicht nach außen getragen worden. "Es gab nichts anderes, was ich tun konnte", betont er.

Di Giannantonio reagiert auf diese Darstellung mit einem kleinen Seitenhieb. "Ich meine das jetzt als Scherz, das ist wichtig. Aber wenn du mit dem Auto an eine Ampel kommst und ein Auto vor dir ist, dann bremst du, sonst fährst du hinein", sagt er.

"Dabei spreche ich nicht von jetzt, sondern ganz allgemein: Wenn man einen Fahrer vor sich sieht, sollte man früher bremsen, um nicht auf den Fahrer vor einem aufzufahren."

Ein persönliches Gespräch mit Alex Marquez nach dem Rennen hielt Di Giannantonio nicht für nötig. Der Spanier sei ein sehr erfahrener Fahrer und könne die Situation selbst einschätzen. Viel wichtiger sei für ihn, dass die Rennleitung konsequent und einheitlich entscheide - ähnlich wie ein Schiedsrichter im Fußball.

Dramatisches Finale im Sprintrennen

Während es im Fall Alex Marquez vs. Di Giannantonio keine Strafe gab, blieb ein anderes Duell im Sprint nicht ohne Folge. Weltmeister Marc Marquez lieferte sich über mehrere Runden hinweg einen intensiven Schlagabtausch mit KTM-Star Acosta.

Die beiden Spanier überholten sich mehrfach, bevor eine umstrittene Szene auf den letzten Runden für die Entscheidung sorgte. Marquez setzte zu einem aggressiven Manöver an, bei dem Acosta von der Ideallinie gedrängt wurde. Die Rennleitung wertete die Aktion als zu hart und wies den Ducati-Piloten an, eine Position zurückzugeben.

Dadurch ging der Sieg im Sprint an Acosta, während Marquez mit Platz zwei vorliebnehmen musste. Er akzeptierte die Entscheidung, auch wenn er sie nicht unbedingt teilte.

Letztlich habe die Rennleitung entschieden, erklärte Marquez, und als Fahrer müsse man sich daran halten. Trotz der verpassten Siegchance zeigte er sich zufrieden, nach seiner Verletzungspause gleich wieder um den Sieg kämpfen zu können.

Diggia für hartes, aber faires Racing

Angesprochen auf dieses Duell und die Strafe, geht Di Giannantonio zwar nicht auf die konkrete Szene ein, macht aber deutlich, wie er grundsätzlich über harte Zweikämpfe denkt.

Seiner Meinung nach gehört aggressives Racing zur MotoGP dazu, solange es sich innerhalb der Streckenbegrenzungen abspielt und die Sicherheit des Gegners berücksichtigt wird. "Wir müssen uns gegenseitig attackieren, wir müssen uns beinahe berühren und auch mal mit den Ellbogen arbeiten. Das ist doch das Tolle."

Denn genau diese intensiven Duelle seien es, die den Sport ausmachen und Fans weltweit begeistern. "Dabei muss man aber immer auch an die Sicherheit des anderen Fahrers denken und die Streckengrenzen respektieren", bekräftigt der Italiener.

"Mir ist wichtig zu sagen: Ich spreche nicht speziell über diesen einen Moment heute. Ich möchte einfach darauf vertrauen, dass es eine klare Linie gibt, dass die Rennleitung eine konstante Art hat, solche Situationen zu beurteilen. Das ist alles."

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