MotoGP

Nach der Zitterpartie: Warum Trackhouse doch mit Raul Fernandez weitermacht

Wochenlang wusste Raul Fernandez nicht, wie es mit seiner MotoGP-Karriere weitergeht - Trackhouse-Chef Justin Marks spricht über seine Entscheidung

Gerald Dirnbeck Oriol Puigdemont

Veröffentlicht: 27.08.2026, 06:30

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Nach der Zitterpartie: Warum Trackhouse doch mit Raul Fernandez weitermacht

Raul Fernandez bleibt zwei weitere Jahre bei Trackhouse-Aprilia

Foto: Getty Getty

Die MotoGP-Zukunft von Raul Fernandez hing lange in der Schwebe. Als sich Ai Ogura für den Wechsel ins Yamaha-Werksteam entschied, überdachte Trackhouse-Chef Justin Marks die Fahrerfrage grundlegend neu.

Marks sprach mit mehreren Fahrern und prüfte verschiedene Optionen. Gleichzeitig konnte Fernandez auf der Strecke überzeugen. In Assen gewann er den Sprint und wurde im Grand Prix hinter Ogura Zweiter.

Anschließend folgte auf dem Sachsenring mit Platz drei ein weiterer Podestplatz. Marks honorierte diese Leistungen und verlängerte den Vertrag mit Fernandez um zwei weitere Jahre für 2027 und 2028.

"Sie waren definitiv ein großer Faktor", sagt Marks bei MotoGP.com über die jüngsten Erfolge. "Raul ist sozusagen ein Urgestein, einer der ersten hier bei Trackhouse, und er hat über die Jahre viel Arbeit investiert und dem Team vertraut."

"Er ist sehr gereift, und solche Verträge brauchen nun einmal Zeit. Es gab in diesem Jahr eine Phase der Ungewissheit für ihn, ob sein Vertrag verlängert werden würde. Dann haben wir die Gespräche begonnen."

"Und während dieser unsicheren Zeit konnte er das ausblenden, auf die Rennstrecke gehen und seinen Job machen. Das zeigt Widerstandsfähigkeit, Reife und die richtige Herangehensweise. Er ist einfach ein großartiges Mitglied dieses Teams."

"Er entwickelt sich als Fahrer gerade richtig weiter, und ich denke, dass ihm in Zukunft große Dinge bevorstehen. Deshalb ergab es einfach vollkommen Sinn, bei Trackhouse zu bleiben."

Ungewisse Phase zeigte, was in Fernandez steckt

Die ungewisse Phase meisterte Fernandez. Er betonte stets, dass er die Vertragsangelegenheiten seinem Manager überlasse und sich ausschließlich auf die Arbeit mit dem Team und das Fahren konzentriere.

"Ich war sehr gespannt darauf, wie er reagieren würde", sagt Marks über diese Phase. "Wir haben das nicht absichtlich so gemacht. Wir wussten nur, dass es einen Zeitraum gab, in dem wir ihm keine Antworten geben konnten."

Raul Fernandez, Justin Marks

Justin Marks feierte den Sieg in Silverstone auf dem Podium

Foto: Mirco Lazzari gp/Getty Images

"Wir mussten erst die Zukunft unseres Teams klären, was nach Ogura kommen würde und all diese Dinge. Und dann zu sehen, wie er den Stress und die Ungewissheit nimmt und in Leistung auf der Rennstrecke umwandelt."

"Genau das müssen großartige Fahrer tun. Denn wenn du auf diesem Niveau eine Meisterschaft gewinnen willst, werden Stress und Druck immer größer. Und du musst trotzdem weiter Leistung bringen."

Fernandez fällt es jetzt leichter

Fernandez meint, in Assen sei fast klar gewesen, dass er bei Trackhouse bleiben würde: "Man sieht auch, dass ich seit Assen leichter fahren kann. Bei einigen Rennen habe ich zu viel nachgedacht."

"Ich habe versucht, das nicht zu tun, aber ich habe es trotzdem getan, und das hat mir nicht geholfen. Seit Assen wurde alles besser, aber auch meine Zukunft war zu diesem Zeitpunkt schon fast geregelt."

Der 25-Jährige betont dennoch, dass er andere "interessante" Angebote gehabt habe. Aber: "Für mich war es am einfachsten, mit derselben Crew weiterzumachen und im selben Team zu bleiben."

Raul Fernandez, Jorge Martin

In Silverstone holte sich Raul Fernandez seinen zweiten MotoGP-Sieg

Foto: Getty Images Europe

Vor dem Rennwochenende in Silverstone wurde die Vertragsverlängerung offiziell. Fernandez bedankte sich beim Team mit seinem zweiten Grand-Prix-Sieg. Als WM-Sechster hat er 56 Punkte Rückstand.

Wie lautet sein Ziel für die restliche Saison? "Genießen. Ich möchte es genießen. Denn bevor der Vertrag feststand, hatte ich etwas im Kopf und konnte die Situation nicht wirklich genießen."

"Jetzt kann ich das Motorradfahren mehr genießen. Wir wissen, dass wir ein sehr gutes Motorrad haben. Man sieht, dass das Team gerade in einer wirklich guten Phase ist, und wir werden versuchen, bis zum Ende zu pushen."

Mittlerweile steht auch der künftige Teamkollege von Fernandez für die nächsten beiden Jahre fest. Enea Bastianini kommt von Tech3-KTM. Mit Marco Bezzecchi und Francesco Bagnaia im Werksteam sind künftig drei der vier Aprilia-Fahrer im Feld Italiener.

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