Nach Jerez-Sprint: Teams wollen präzisere Vorgaben für Boxeneinfahrt
Aprilia fordert nach der Marquez-Szene in Jerez klarere Regeln für die Boxeneinfahrt - Obwohl alles regelkonform war, sorgt das Manöver weiter für Diskussionen
Marc Marquez war gestürzt, fuhr aber weiter und wechselte das Bike
Foto: AFP
Nach der umstrittenen Szene rund um Marc Marquez beim MotoGP-Sprint in Jerez fordert Aprilia eine klarere Regelung für die Boxeneinfahrt. Obwohl der Ducati-Pilot auf dem Weg zu seinem Sieg keine Vorschriften verletzte, sehen sowohl Aprilia als auch Ducati Verbesserungsbedarf im Reglement.
Konkret geht es um die Situation nach Marquez' Sturz in der Schlusskurve. Der Spanier nahm das Rennen wieder auf und entschied sich aufgrund der Regenbedingungen - es handelte sich um ein "Flag-to-Flag"-Rennen - für einen Motorradwechsel.
Dabei fuhr er in Richtung Boxengasse, obwohl er die offizielle Einfahrt bereits passiert hatte, und überquerte einen nicht klar geregelten äußeren Bereich, teilweise über das Gras. Eine Szene, die im Fahrerlager für Diskussionen sorgte, wenngleich Marquez dabei im Rahmen des aktuell gültigen Reglements handelte.
"Das muss korrigiert werden, denn es ist im Reglement nicht klar definiert", kritisiert Aprilia-Teammanager Paolo Bonora gegenüber der offiziellen MotoGP-Website.
Denn derzeit ist nur die Boxenausfahrt klar geregelt. "Die Einfahrt in die Boxengasse muss viel präziser festgelegt werden. Nach dem möglichen Vorteil, der durch dieses Manöver entstanden ist, sollte man darüber genauer sprechen", findet Bonora.
Ducati: Es war kein Regelverstoß, aber ...
Auch bei Ducati sieht man Klärungsbedarf, trotz der Tatsache, dass Marquez regelkonform handelte. "Tatsache ist, dass Marc keinen Regelverstoß begangen hat", stellt Teammanager Davide Tardozzi bei Sky klar. "Trotzdem sollte man jede Gelegenheit nutzen, um die Situation zu verbessern. Ich weiß nicht genau, was man tun kann, aber wenn es eine Möglichkeit gibt, die Lage noch klarer zu machen, umso besser."
Gleichzeitig unterstreicht Tardozzi die umsichtige Fahrweise seines Piloten: "Ich möchte nur betonen, dass Marc - wie es das Reglement vorsieht - etwas getan hat, das einige bemerkt haben: Er hat gewartet, bevor er die Strecke sicher überquerte."
Dennoch sorgte die Szene im Paddock für gemischte Reaktionen. "Wenn er dafür nicht bestraft wird, ist das ehrlich gesagt sehr seltsam, sagte etwa Johann Zarco kurz nach dem Vorfall. Eine Sanktion blieb jedoch aus, da Marquez weder entgegen der Fahrtrichtung fuhr noch andere Fahrer auf der Strecke behinderte.
Präzisere Regeln nach Jerez-Kontroverse?
Was die Boxeneinfahrt betrifft, war in Jerez festgelegt worden, dass das Überfahren der weißen Linie auf der Innenseite der Boxengasse (links) verboten ist, da dies einen Zeitvorteil bringen könnte. Der äußere Bereich, also genau jener Abschnitt, den Marquez nutzte, wurde jedoch nicht ausdrücklich geregelt.
Sollte es infolge der Szene zu einer Regelanpassung kommen, wäre das kein Einzelfall. Bereits im vergangenen Jahr hatte Marquez beim Grand Prix in Austin mit einem spontanen Motorradwechsel vor dem Start eine Kettenreaktion ausgelöst.
Mehrere Fahrer waren seinem Beispiel gefolgt, woraufhin die Rennleitung den Start abbrach und die Abläufe anschließend mit neuen, konkreteren Regeln überarbeitete.
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