Nakagami: Daijiro Kato und Shoya Tomizawa waren seine Helden

Als derzeit einziger Japaner im MotoGP-Fahrerfeld spricht Takaaki Nakagami über seine Vorbilder aus der Heimat - Große Bewunderung über den Tod hinaus

Nakagami: Daijiro Kato und Shoya Tomizawa waren seine Helden

Es zählte zu den wohl emotionalsten Szenen der MotoGP-Saison 2020, als Takaaki Nakagami nach dem Grand Prix von San Marino während seiner Auslaufrunde in jener Kurve stoppte und einen Moment innehielt, in der sein Landsmann und Kumpel Shoya Tomizawa vor zehn Jahren bei einem Unfall sein Leben verlor.

Als einziger japanischer Pilot in der Königsklasse führt er das Erbe von Tomizawa, mit er bereits in jungen Jahren gemeinsam auf Pocket-Bikes trainierte, fort. Klar, dass dessen Name auch bei der Frage nach Nakagamis Vorbildern fällt - aber nicht nur.

"Es gibt viele. Als ich ein Kind war, habe ich die Rennen der WM-Kategorien, damals noch 125er, 250er und 500er, immer vor dem Fernsehen verfolgt", erzählt der LRC-Honda-Pilot, der seit 2018 in der MotoGP antritt. "Es ist schwer, sich für einen Fahrer zu entscheiden, aber für mich ist Daijiro Kato noch heute ein großes Idol."

Kato und Tomizawa in den Gedanken dabei

"Er hat die meisten Rennen, die ich verfolgt habe, gewonnen und ist 250er-Weltmeister geworden. Leider hatte er diesen schweren Unfall in Suzuka 2003. Ich war vor Ort und konnte es nicht fassen. Bis heute habe ich Daijiro immer in meinen Gedanken."

Daijiro Kato

Suzuka 2003: Daijiro Kato am letzten Rennwochenende seines Lebens

Foto: Motorsport Images

In den 90ern stand Kato bereits als Wildcard-Fahrer in Suzuka mehrfach auf dem Podium und feierte sogar zwei Siege. 2000 stieg er dann voll in die Motorrad-WM ein, wurde Rookie des Jahres in der 250er-Klasse und ein Jahr später überlegen Weltmeister mit elf Rennsiegen und 49 Punkten Vorsprung auf den nächsten Verfolger.

2002 wechselte Kato in die Königsklasse, wurde erneut Rookie des Jahres, verunglückte jedoch nur ein Jahr später beim Auftaktrennen in Suzuka. Er wurde nur 26 Jahre alt.

Für alle japanischen Fahrer "großen Respekt"

"Und dann gibt es natürlich noch meinen guten Freund Shoya Tomizawa", erinnert Nakagami an den Japaner, der 2010 an den Folgen eines Unfalls in Misano starb. In die Saison war der damals 19-Jährige mit einem Sieg gestartet und hatte sich damit zum ersten Sieger der neu geschaffenen Moto2-Klasse gekrönt.

Nakagami hatte das WM-Parkett zu diesem Zeitpunkt vorübergehend verlassen, kehrte erst 2012 in die Meisterschaft zurück. Mit dem Grand Prix von San Marino verbindet er aufgrund von Tomizawas Geschichte bis heute ganze besondere Gefühle.

"Ich kann mich da also nicht für nur einen einzelnen Fahrer entscheiden", wenn es um Vorbilder geht, sagt der MotoGP-Pilot abschließend. "Es gab viele starke Fahrer aus Japan in der Vergangenheit. Und ich habe für jeden von ihnen großen Respekt."

Shoya Tomizawa

Shoya Tomizawa in der tragischen Moto2-Saison 2010

Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Brivio blickt auf die Anfänge von Suzuki zurück: "Wussten, dass es hart wird"

Vorheriger Artikel

Brivio blickt auf die Anfänge von Suzuki zurück: "Wussten, dass es hart wird"

Nächster Artikel

Teammanager: MotoGP-Chaos 2020 lag nicht an den neuen Michelin-Reifen

Teammanager: MotoGP-Chaos 2020 lag nicht an den neuen Michelin-Reifen
Kommentare laden