Nakagami schnellster Rookie, Lüthi auf 21 mit 1,9 Rückstand

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Nakagami schnellster Rookie, Lüthi auf 21 mit 1,9 Rückstand
Toni Börner
Autor: Toni Börner
16.02.2018, 13:59

Takaaki Nakagami war am Freitag in Thailand auf Platz 17 der schnellste Rookie. Tom Lüthi wurde mit 1,9 Sekunden Rückstand 21.

Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Xavier Simeon, Avintia Racing
Hafizh Syahrin, Monster Yamaha Tech 3
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Hafizh Syahrin, Monster Yamaha Tech 3
Hafizh Syahrin, Monster Yamaha Tech 3

Für die Rookies stellte der heute in Buriram in Thailand begonnene zweite MotoGP-Test des Jahres 2018 eine ungleich schwerere Aufgabe als die vorangegangenen Erprobungsfahrten dar. Nicht nur, dass sich die Frischlinge noch immer mit der MotoGP-Klasse vertraut machen müssen, dieses Mal fanden sie auf dem Chang International Circuit auch noch eine dem ganzen Fahrerlager neue Strecke vor.

In gewisser Weise aber relativierte sich damit das Ergebnis schon im Vorfeld, denn alle mussten die Piste erst lernen. Dass dies gut gemeistert wurde beweist ein Blick in die Abstände: Die ersten 20 Piloten lagen innerhalb von nur 0,944 Sekunden, die Ränge 21 bis 23 verloren jeweils 1,9 Sekunden. Das Schlusslicht auf Platz 24 bildete der Malaysier Hafizh Syahrin, der erstmals auf der Jonas-Folger-Yamaha von Tech 3 Platz nahm. Doch auch er kam bis auf 2,368 Sekunden an die Tagesbestzeit von Cal Crutchlow heran.

Lüthi: Eine Sekunde auf den Teamkollegen

Für den Schweizer Thomas "Tom" Lüthi ist es das zweite Mal, dass er auf der Honda des MarcVDS-Teams Platz nehmen konnte. Er drehte am Freitag insgesamt 79 Runden, seine schnellste fuhr er auf dem 73. Umlauf. Lüthi kam am Ende auf Platz 21 und eine Zeit von 1:32,716 Minuten und verlor auf die Tagesbestzeit 1,919 Sekunden. Zu Platz 20 direkt vor ihm, gehalten von KTM-Pilot Bradley Smith, fehlten aber auch 0,975 Sekunden. Sein Teamkollege Franco Morbidelli holte den 19. Rang und war in 1:31,741 Minuten auch ziemlich eine Sekunde schneller als der Eidgenosse.

Lüthi hatte am Freitag auch zunächst die Strecke zu lernen. Außerdem war es für den 31-Jährigen auch erst der zweite Test, nachdem er letztes Jahr in Valencia verletzungsbedingt aussetzen musste. Was sagt der Schweizer nun aber zur Strecke? "Ja, die ist gut, wirklich gut. Aber die ist auch viel schwieriger, als es zunächst aussieht. Die ist wirklich nicht einfach und auf dem MotoGP-Motorrad ist alles noch mal einen zacken schwieriger."

"Aber wir konnten uns über den ganzen Tag hinweg steigern", sieht der Eidgenosse das Positive. "Für mich war das in etwa so: Ich bin auf das Motorrad gehüpft, die Strecke war komplett neu und auch das Motorrad kenne ich noch nicht so gut. Das ist nach den drei Tagen in Malaysia noch nicht anders. Da waren einige Punkte mit vielen Eindrücken. Insgesamt aber war alles sehr gut."

Viel beachtetes Debüt: Der erste Malaysier in der MotoGP

Wenngleich der Tag für Hafizh Syahrin auf dem 24. und damit letzten Platz endete, stand er doch in weiten Teilen der Region im Rampenlicht. Er wurde heute zum ersten Malaysier überhaupt, der ein MotoGP-Motorrad in einem offiziellen Event bewegen konnte. Der 23-Jährige ersetzt bei Tech3-Yamaha den Deutschen Jonas Folger und hat, sollte er sich dieses Wochenende gut aus der Affaire ziehen, große Chancen auf seine erste, permanente MotoGP-Saison.

Syahrin drehte insgesamt 70 Runden und fuhr auf der 63. davon in 1:33,165 Minuten seine Bestzeit. Dies bedeutete einen Rückstand auf die Tagesbestzeit von 2,368 Sekunden und eine runde halbe Sekunde auf KTM-Tester Mika Kallio vor sich.

"Zu erst muss ich sagen, dass das ein verdammt schnelles Motorrad ist, viel schneller, Nichts ist mit der Moto2 vergleichbar", so der Debütant. "Jedes Mal, wenn ich über 300 fahre, denke ich auf den Geraden, ich sitze in einem Jet."

"Ich fühle mich auf dem Motorrad aber wohl und auch das Team arbeitet sehr gut. Das Team bleibt und ist einfach die ganze Zeit ruhig. Sie wissen, dass ich das erste Mal hier bin und das erste Mal auf diesem Motorrad sitze. Aber es war nicht schlecht, ich bin in jeder Session, bei der ich raus gefahren bin. Für den ersten Tag und das erste Mal war das wirklich nicht schlecht und für mich sehr positiv. Ich hatte gedacht, dass ich vielleicht zwei Sekunden verliere, aber ich muss es Schritt für Schritt ran gehen."

Die Unterschiede und neuen Eindrücke muss Syahrin nun erst einmal verarbeiten. "Die Dunlops und Michelins kann man kaum vergleichen, wir haben hier jetzt so viel Elektronik – Launch-Control, Traction-Control und so weiter. Auch Karbon-Bremsen. Das ist alles ganz anders. Da muss ich noch viel lernen."

Morbidelli hatte "richtig Spaß"

Franco Morbidelli grinste am Freitagabend in Buriram. "Die Strecke mag ich, die macht Spaß und mit dem MotoGP-Bike macht es einfach überall Fun zu fahren", so der Italiener. "Hier macht es aber richtig Spaß."

Der Honda-Pilot zeigte sich teils zufrieden, teils überrascht. "Der erste Tag ist auch richtig gut gelaufen, die Zeiten waren ansprechend und wir wurden besser und besser, über den ganzen Tag. Am Ende war ich weniger als eine Sekunde zurück. Das ist nicht schlecht, aber ich muss noch lernen, wie ich dieses Motorrad fahre und wie wir es auf meinen Stil abstimmen, ich muss mich aber auch noch etwas mehr auf das Motorrad einstellen."

Schockiert aber zeigte er sich, dass die 0,932 Sekunden Rückstand zu nicht viel mehr als Platz 19 besser waren. "Neun Zehntelsekunden zurück und du bist 19., das zeigt, wie eng es hier zu geht", ärgerte er sich. "Das ist natürlich etwas frustrierend, aber wenn man sich den Rückstand ansieht ist es gar nicht so schlimm. Ich glaube, den Unterschied macht hier einfach das Gesamt-Tempo, daran werden wir arbeiten, damit wir dabei gut sind."

Natürlich aber ist sich Morbidelli auch bewusst, wo genau er nun unterwegs ist. "Abgesehen davon wusste ich, dass die MotoGP schwer und hart wird, das ist keine Überraschung", rundete er seine Ausführungen ab.

Simeon: Sturz und Nachmittag verpasst

"Ich bin okay, ja", so Rookie Xavier Simeon, der in Thailand stürzte. Damit konnte er insgesamt am Freitag nur 50 Runden drehen, seine schnellste davon fuhr er auf Umlauf 47. Nur KTM-Test-Pilot Mika Kallio fuhr weniger – auch der Finne stürzte und ließ sich anschließend den Rücken im Medical Center scannen. Später am Nachmittag konnte Simeon noch einmal raus rollen.

"Das war mein erster Sturz, aber nur ein kleiner Ausrutscher", schilderte der Belgier. "In der Kurve liegt viel Gummi und da ist auch ein kleiner Absatz im Asphalt. Und dort bin ich ausgerutscht. Der Sturz war aber jetzt nicht so groß, nur ein kleiner Schaden. Wir haben trotzdem dadurch den ganzen Nachmittag verloren. Ich konnte am Ende nur noch mal fünf Runden fahren, damit wir checken konnten, dass für morgen alles parat ist."

Simeon landete mit seiner Zeit von 1:32,720 Minuten auf dem 22. Tagesrang und damit 1,923 Sekunden hinter der Spitze. Damit zeigte sich der Ducati-Pilot trotzdem zufrieden. "Abgesehen von dem Sturz aber war ich ziemlich happy. Ich denke, wir machen einen ziemlich guten Job und ich konnte eine ziemlich gute Pace fahren, auch, als die Strecke ziemlich heiß war. Es ist schade, dass wir den Nachmittag verloren haben, aber uns bleiben ja noch zwei Tage und wir liegen gut im Zeitplan."

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