Neue V4-Yamaha chancenlos: Großer Rückstand und Frust der vier Fahrer
Yamaha verliert pro Runde rund eine Sekunde - Das neue V4-Projekt ist noch nicht konkurrenzfähig - Auch das Reifenmanagement ist für die Fahrer schwierig
Das Yamaha-Paket im hinteren Bereich des Feldes
Foto: Getty Getty
Yamaha erlebte mit dem neuen V4-Prototypen ein erwartungsgemäß schwieriges erstes Rennwochenende in der MotoGP-Saison 2026. Wie es sich bereits bei den Testfahrten angedeutet hatte, ist das neue Projekt noch nicht konkurrenzfähig. Yamaha ist das Schlusslicht der Königsklasse.
Im Buriram-Qualifying war Fabio Quartararo als 16. der beste Yamaha-Fahrer. Seine Rundenzeit betrug 1:29.683 Minuten. Marco Bezzecchi (Aprilia) fuhr anschließend in Q2 mit 1:28.652 Minuten auf die Poleposition. Der Rückstand von Yamaha betrug rund eine Sekunde.
"Uns fehlt ungefähr eine Sekunde pro Runde", blickt Pramac-Fahrer Jack Miller auf die Realität. "Das ist also die Basis, von der wir ausgehen und an der wir arbeiten müssen. Diese Strecke, auf der alle getestet haben und jeder ein ideales Set-up hat, das sind nicht die besten Bedingungen für uns."
Schon im Vorfeld merkten die Yamaha-Fahrer an, dass man "langsamer sei" als mit dem alten, aber bewährten Reihenvierzylinder. Auch auf den Geraden fehlt Topspeed. Der beste gemessene Yamaha-Wert betrug 338,5 km/h. Die schnellsten Motorräder im Feld kamen auf 345,0 km/h.
Im Sprint über 13 Runden kamen Miller und Fabio Quartararo auf den Plätzen 15 und 16 ins Ziel. Sie verloren über diese Distanz 13 Sekunden, was den Rückstand von rund einer Sekunde pro Runde erneut zeigte.
"Wir haben dieses Jahr Probleme mit dem Start", spricht Quartararo ein weiteres Problem an. "In Valencia und Sepang waren die Starts sehr gut. Und hier sind sie richtig, richtig schlecht. Man hat es in Kurve eins gesehen: Ich war Letzter. Und wenn man hinten bist, kann ich nicht überholen."
Die Aussichten für den Grand Prix sahen nicht viel besser aus. Quartararo sammelte als 14. zwei WM-Punkte. Über 26 Runden verlor der Ex-Weltmeister eine halbe Minute. Teamkollege Alex Rins folgte direkt dahinter als 15.
Im Anschluss an das Rennen erschien keiner der vier Yamaha-Fahrer zu Interviewterminen. Stattdessen kam Teamdirektor Paolo Pavesio ins Media Center. Dennoch verschickte die Yamaha-Presseabteilung Statements der Fahrer.
Quartararo wird darin kurz und knapp folgendermaßen zitiert: "Es war ein hartes Rennen, aber ungefähr so, wie wir es erwartet haben." Und von Rins heißt es: "Es war ein richtig hartes Rennen. Die Reifen zu managen, war sehr schwierig. Ich habe in jeder Runde 100 Prozent gegeben."

Jack Miller versucht seinem Rookie-Teamkollegen zu helfen
Foto: Getty Images AsiaPac
Die Reifen waren auch für Miller ein Problem. Der Australier wurde immer langsamer und kam mit 47 Sekunden Rückstand als 18. ins Ziel. Nur Ducati-Ersatzfahrer Michele Pirro, der Fermin Aldeguer im Gresini-Team vertrat, war noch dahinter.
"Von Anfang an habe ich gemerkt", berichtet Miller, "dass wir ein Problem mit dem Hinterreifen haben. Ich habe versucht, es so gut wie möglich zu managen: früher hochzuschalten, sauber zu fahren, warten, bis ich das Motorrad am Kurvenausgang aufrichten kann."
"Aber je mehr Runden wir gefahren sind, desto schwieriger wurde es. Am Ende war der Reifen in der Mitte komplett runter, und auf den Geraden konnte ich nicht mehr als ungefähr ein Viertel Gas nutzen. Das war eine harte Situation."
Toprak Razgatlioglu wird mit Andrea Dovizioso privat testen
Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu setzte seinen bisher schwierigen Anpassungsprozess an die MotoGP fort. Im Qualifying belegte er Startplatz 21. Seine beste Rundenzeit war um rund eine halbe Sekunde langsamer als die Referenz Quartararo.
Im Sprint hatte der Türke in der Zielkurve einen Ausrutscher. Er fuhr weiter und kam als 20. ins Ziel. Seinen ersten Grand Prix beendete Razgatlioglu mit fast 40 Sekunden Rückstand als 17. "Natürlich habe ich auf ein besseres Ergebnis gehofft", sagt der Rookie.

WM-Punkte waren für Toprak Razgatlioglu nicht in Reichweite
Foto: Getty Images AsiaPac
"Aber es war ein langes und sehr anspruchsvolles Rennen, 26 Runden in dieser Hitze sind körperlich richtig hart. Wir hatten klare Probleme mit dem Grip am Hinterrad, vor allem je länger das Rennen ging, aber ich will die Schuld nicht woanders suchen."
"Ich weiß, dass ich noch viel lernen muss, und gleichzeitig wissen wir, dass Yamaha hart daran arbeitet, das Paket zu verbessern. Der Grip war über das ganze Rennen hinweg ziemlich begrenzt, und es schien eine typische Situation für alle Yamaha-Fahrer zu sein."
Nach Thailand macht die MotoGP zwei Wochen Pause, bevor die Teams und Fahrer zum neuen Rennen nach Brasilien aufbrechen. Yamaha nutzt diese Pause für private Testfahrten in Europa, um die Entwicklung des neuen Prototypen voranzutreiben.
Laut Informationen unserer Kollegen von GPOne.com ist das Testteam mit Andrea Dovizioso und Augusto Fernandez am 11. und 12. März in Jerez (Spanien) im Einsatz. Auch Razgatlioglu erhält die Chance, dort seinen Adaptierungsprozess fortzusetzen.
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