Neues Kapitel für Brad Binder: KTM-Pilot wechselt zu BMW in die WorldSBK
Brad Binder verlässt die MotoGP nach sieben Jahren und wechselt 2027 in die WorldSBK zu BMW - Dort trifft der Südafrikaner auf einen alten Bekannten
Brad Binder wird 2027 als Rookie in der Superbike-WM für BMW antreten
Foto: BMW BMW
Es ist offiziell: Brad Binder wird ab der Saison 2027 die BMW M 1000 RR in der Superbike-WM (WorldSBK) pilotieren. Der 30-jährige Südafrikaner wechselt nach sieben Jahren in der MotoGP in eine für ihn völlig neue Weltmeisterschaft und übernimmt bei BMW den Platz von Danilo Petrucci.
Binder trifft in der neuen Umgebung auf ein bestens bekanntes Gesicht. Miguel Oliveira, der erst zur Saison 2026 von der MotoGP zu BMW in die WorldSBK gewechselt ist, bleibt dem Team auch 2027 und darüber hinaus erhalten.
Die beiden verbindet eine lange gemeinsame Geschichte: Sie waren bereits in der 125er- beziehungsweise Moto3-Klasse, in der Moto2 und später auch in der MotoGP Teamkollegen.
BMW setzt auf Binders Titelambitionen
Bei BMW macht man aus den Erwartungen an den Neuzugang keinen Hehl. Motorsport-Direktor Sven Blusch sieht in Binder nicht nur einen prominenten Namen für die Fahrerpaarung, sondern einen Piloten mit klaren sportlichen Ambitionen.
"Wir freuen uns, Brad in der BMW-Motorsport-Familie willkommen zu heißen", erklärt Blusch. Besonders beeindrucke ihn "sein unbedingter Wille, in der WorldSBK ein neues Kapitel aufzuschlagen". Die Zielsetzung des Südafrikaners sei dabei eindeutig und ambitioniert: "Er will um den Weltmeistertitel kämpfen."
Gleichzeitig weiß BMW, dass Binder zunächst eine Lernphase bevorsteht. Der Wechsel von der MotoGP auf die BMW M 1000 RR bedeutet nicht nur ein neues Motorrad, sondern auch einen anderen Rennsport mit anderen technischen Rahmenbedingungen, Reifen, Rennformaten und einem anderen Fahrerfeld.
"Zunächst gilt es, sich an die BMW M 1000 RR und die neue Weltmeisterschaft zu gewöhnen", sagt Blusch. Gleichzeitig sei man überzeugt, dass Binder diesen Anpassungsprozess schnell bewältigen könne. Die Hoffnungen des Herstellers sind groß.
Blusch bezeichnet die Kombination aus Binder und Oliveira als besonders vielversprechend. "Mit Brad und Miguel kommen zwei ehemalige Teamkollegen wieder zusammen, die sich charakterlich und fahrerisch perfekt ergänzen. Diese Kombination hat großes Potenzial", blickt der BMW-Motorsportchef voraus.
Vom Moto3-Weltmeister zum MotoGP-Sieger
Seine internationale Grand-Prix-Karriere begann Binder 2012 in der Moto3. Den großen Durchbruch schaffte er 2016: Mit sieben Siegen und insgesamt 14 Podestplätzen dominierte er die Saison und sicherte sich souverän den Weltmeistertitel.
Anschließend stieg er in die Moto2 auf, wo er sich ebenfalls an der Spitze etablierte. 2018 wurde er WM-Dritter, 2019 belegte er Rang zwei. Insgesamt gelangen ihm in der mittleren Klasse acht Rennsiege. 2020 folgte der Aufstieg in die MotoGP.
Dabei blieb Binder KTM während seiner gesamten MotoGP-Zeit treu. Bereits in seinem dritten Rennen gewann er den Grand Prix von Tschechien. 2021 legte er in Spielberg nach und sorgte mit einer mutigen Entscheidung für Slick-Reifen auf abtrocknender Strecke für einen seiner spektakulärsten MotoGP-Erfolge.
Bis heute stehen für Binder zwei MotoGP-Siege und insgesamt elf Podien zu Buche. Sein bislang letzter Sieg war Spielberg, das letzte Podium holte er 2024 in Katar.
Nun folgt der nächste große Schritt seiner Karriere. Nachdem sich das KTM-Werksteam in der MotoGP mit Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio völlig neu aufstellt, wagt Binder einen kompletten Neustart in der WorldSBK mit BMW.
Binder und Oliveira sind alte Teamkollegen
Besonders interessant macht die Verpflichtung die Konstellation innerhalb des BMW-Teams. Binder und Oliveira kennen sich aus mehreren Stationen ihrer Karriere. Bereits 2011 waren sie in der damaligen 125er-Weltmeisterschaft Teamkollegen.
Später fuhren sie gemeinsam für Red Bull KTM Ajo in der Moto2, ehe sie 2021 und 2022 auch in der MotoGP bei Red Bull KTM Factory Racing in derselben Mannschaft landeten.
Damit setzt BMW 2027 auf ein Fahrerduo, das sich nicht erst kennenlernen muss. Gleichzeitig kommen zwei Fahrer zusammen, die jeweils den Schritt aus der MotoGP in die WorldSBK vollzogen haben beziehungsweise vollziehen.
Oliveira wechselte bereits 2026 in die Superbike-Weltmeisterschaft und konnte sich trotz der Umstellung schnell in Szene setzen. Bei seinem Heimrennen in Portimao stand der Portugiese in allen drei Rennen auf dem Podium. Insgesamt hat er in seiner Rookie-Saison bislang vier Podestplätze sammeln können.
Eine Schulterverletzung nach einem Sturz am Balaton Park Circuit zwang ihn allerdings zu einer längeren Pause. Anfang September bestätigte BMW schließlich, dass Oliveira auch 2027 und darüber hinaus für das Team fahren wird.
Nun bekommt er mit Binder einen Teamkollegen, der ebenfalls aus der MotoGP kommt, allerdings mit einem völlig anderen Erfahrungshintergrund in der Superbike-WM.
Ob aus dem vertrauten Duo tatsächlich ein Titelduo werden kann, muss sich daher erst noch zeigen. BMW hat mit Toprak Razgatlioglu 2024 und 2025 eindrucksvoll bewiesen, dass die M 1000 RR um die Weltmeisterschaft kämpfen kann. Nun soll mit Binder und Oliveira die nächste erfolgreiche Ära eingeleitet werden.
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